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Alleinerziehend: Keine Ausnahme, sondern Alltag

Region Hannover
Pro Aida

Alleinerziehend: Keine Ausnahme, sondern Alltag

Das klassische Familienbild: Vater, Mutter, Töchterchen, Sohnemann. Klingt vertraut. Hat aber wenig mit der Lebensrealität zu tun, mit der heute ein Großteil der Elternteile und Kinder konfrontiert sind. Denn diese uns vertraute Norm ist ein Stück Geschichte geworden – die vollständige Kernfamilie ist heute nicht mehr die dominierende Familienform.

18 Prozent – fast jede fünfte Familie in Deutschland – ist eine Einelternfamilie. Mehr als zwei Millionen Kinder unter 18 Jahren leben bei einem allein erziehenden Elternteil. Und dort zu 90 Prozent bei ihren Müttern. Ein Trend, der sich in Zukunft verstärken wird, denn immer mehr Eltern trennen sich oder entscheiden sich frühzeitig für ein alleiniges Zusammenleben mit dem Kind. Allein erziehend bedeutet aber nicht nur geschieden, verwitwet, getrennt lebend oder ledig zu sein: Auch in Zusammengesetzten Familien, in so genannten „Patchworkfamilien“, in denen die Partner Kinder aus früheren Verbindungen mitbringen, fühlen sich die Elternteile noch alleine für ihre Kinder zuständig. Und auch Ehefrauen, die bei der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder allein gelassen werden, sehen sich ab und an als allein erziehend.

Der Familienstatus „allein erziehend“ wird von der Gesellschaft und der Politik weitestgehend anerkannt. Und auch die Erwerbstätigenquote der Alleinerziehenden kann sich sehen lassen: 63 Prozent sind aktiv erwerbstätig, das heißt, sie sind nicht in Mutterschutz oder Elternzeit. Eine erfreuliche Entwicklung, die aber über die weiterhin bestehenden Probleme nicht hinwegtäuschen darf: Es gibt noch viele Alleinerziehende, die nicht erwerbstätig sind, aber gerne arbeiten würden. Aber hier an ihre Grenzen stoßen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt für die meisten Alleinerziehenden eine beträchtliche Herausforderung dar. Sie sind mit deutlich höheren Anforderungen an die Organisation des Alltags, der Haushaltsführung, Kindererziehung und Sicherung des finanziellen Einkommens konfrontiert. Mehr als ein Drittel aller Einelternfamilien leben von Sozialtransfers, ein weiteres Drittel in prekären finanziellen Verhältnissen. Viele Familien müssen mit weniger als 900 Euro im Monat auskommen. 850.000 Kinder erhalten Hartz IV-Leistungen.

Das Modellprojekt Pro AIdA (Produktionsnetzwerk zur Integration von Alleinerziehenden in den Arbeitsmarkt) möchte diesen Schwierigkeiten engagiert entgegentreten. Ziel ist es, mit einem breiten Netz an Angeboten allein erziehenden Frauen den Einstieg in die Berufswelt zu erleichtern. Ein wichtiger Schritt, um den Lebensunterhalt eigenständig sicherzustellen.


V.i.S.d.P. Region Hannover


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