Die Benno-Ohnesorg-Brücke, in der ursprünglichen Form bereits 1700 gebaut, ist eine der wichtigsten und ältesten Verbindungen über die Ihme. Sie bestand damals als Steinbogenbrücke mit fünf Öffnungen, die für Hochwasser denkbar ungeeignet waren. Nach dem Extremhochwasser 1909 wurde die Ihmebrücke als Zweifeldbrücke neu gebaut und 1912 in der bis jetzt bekannten Form fertig gestellt.
In den 1950er Jahren wurde der Bereich um die Benno-Ohnesorg-Brücke herum bereits als Engpass definiert.
In den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde die Benno-Ohnesorg-Brücke dann für die Stadtbahn verbreitert, in ihrer Form von 1912 jedoch aus Kostengründen belassen.
Der Abflussquerschnitt zwischen Leinertbrücke und Legionsbrücke ist nach wie vor für ein Jahrhunderthochwasser zu schmal und führt derzeit zu Aufstauungen. Die Vergrößerung des Abflussquerschnitts wird nun durch den Neubau der Benno-Ohnesorg-Brücke mit einer Stützweite von ca. 67 Metern, in Verbindung mit Abgrabungen im östlichen Uferbereich der Ihme erreicht.
Die wesentlichen Rahmenbedingungen für den Brückenneubau sind
- die Ihme ist Wasserstraße 1. Ordnung (Schifffahrt muss möglich sein),
- die erforderlichen Abflussquerschnitte für ein „HQ100“ müssen eingehalten werden,
- alle Verkehrsarten auf der heutigen Brücke müssen auch zukünftig abzuwickeln und
- der spätere Einbau eines Hochbahnsteiges für die Stadtbahn muss konstruktiv möglich sein.
Der Neubau der Benno-Ohnesorg-Brücke wird Kosten in Höhe 7,5 Millionen Euro verursachen. In diesen Kosten enthalten sind das Brückenbauwerk und der erforderliche Straßenbau. Einen wesentlichen Anteil an den Kosten haben die aufwändige Gründung der Brücke mit Großbohrpfählen sowie der hochwertige Stahl für die Trägerkonstruktion. Die Anlagen des ÖPNV sind in den kalkulierten Kosten nicht eingeschlossen und werden von der Region Hannover finanziert.