Depression ist eine Volkskrankheit und kann nach Schätzungen rund 20% der Menschen in den industrialisierten Ländern im Laufe des Lebens betreffen. Derzeit gelten hier etwa 5% der Bevölkerung als behandlungsbedürftig erkrankt. Obgleich eine adäquate Therapie bekannt ist, finden aber nur 10% der Betroffenen den geeigneten Zugang. Teilweise liegt es an der Scheu der Betroffenen, einen Arzt aufzusuchen, am fehlenden Erkennen der Erkrankung oder an unzureichender Geduld bei der Behandlung, aber auch an einem stigmatisierenden Umgang der Gesellschaft mit psychischen Erkrankungen.
Vor diesem Hintergrund wurde in der Region Hannover das Bündnis gegen Depression gegründet. Ziel eines solchen Bündnisses ist es, über einen zweijährigen Aufklärungszeitraum hinaus eine Vernetzung der in der Region Hannover professionell Tätigen zu erreichen, um langfristig die Versorgung depressiv erkrankter Menschen zu verbessern.
Vorbild ist das Bündnis gegen Depression in Nürnberg (www.buendnis-depression.de), durch dessen umfangreiche Aufklärungsarbeit in den Jahren 2001-2003 in der Stadt Nürnberg die Rate der Suizide (Selbsttötungen) im Vergleich zu einer Kontrollregion (Würzburg) deutlich reduziert werden konnte.
In der Region Hannover wird die Öffentlichkeit seit dem 01. Oktober 2008 durch Veranstaltungen, Vorträge, Beratungsangebote und vieles mehr über das Thema Depression und deren Früherkennungs- und Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt, um behandlungsbedürftigen Menschen den Zugang zu einer adäquaten Therapie zu erleichtern. Die vorhandenen Daten verdeutlichen den Bedarf an Aufklärungsarbeit.
Die Schirmherrschaft für das Bündnis gegen Depression in der Region Hannover hat Herr Regionspräsident Hauke Jagau übernommen.
In der Region Hannover finden insbesondere die Themen/Arbeitsbereiche
- Depressive Syndrome in der Kindheit und Jugend
- Depression im mittleren Lebensalter (unter besonderer Berücksichtigung der Themen „Suchtmittelkonsum und Depression“ sowie „Depression und Arbeitswelt“)
- Depression im höheren Lebensalter
- Gender und Depression
Beachtung.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Medizinische Hochschule Hannover
Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie
Frau Prof. Dr. med. Petra Garlipp
Koordinatorin des Bündnisses gegen Depression in der Region Hannover
OE 7110
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
Tel. 0511 / 5 32 - 65 59
oder
bgdepression@mh-hannover.de
Sollten Sie als Betroffene/r oder Angehörige/r allgemeine Fragen zum Thema haben, so können Sie sich unter www.buendnis-depression.de und www.kompetenznetz-depression.de informieren.