Gemäß § 4 des Niedersächsischen Pflegegesetzes (NPflegeG) in der Fassung vom 26. Mai 2004 kann im Zuständigkeitsbereich eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt eine Pflegekonferenz einberufen werden, um dort Fragen der pflegerischen Versorgung der Bevölkerung, der notwendigen pflegerischen Versorgungsstruktur und der Koordinierung von Leistungsangeboten zu beraten.
Mit Bildung der Region wurde die Einrichtung einer Pflegekonferenz für notwendig erachtet, um den durch die demografische Entwicklung verursachten Herausforderungen in der Altenhilfe begegnen zu können. Im Mittelpunkt steht die Verbesserung der ambulanten Versorgungsstrukturen, die Hilfe- und Pflegebedürftigen ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Haushalt ermöglichen sollen.
Die Ergebnisse und Beschlüsse der Pflegekonferenz haben empfehlenden Charakter für die Sozialplanung der Region Hannover und werden der Regionsversammlung berichtet.
Arbeitsgruppen
Die Pflegekonferenz bildet Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themenbereichen. Die Arbeitsgruppen setzen sich aus Mitgliedern der Konferenz und fachkundigen Dritten zusammen. Themenbezogen können externe Experten hinzugezogen werden. Die Sprecherin/der Sprecher der AG berichtet der Steuerungsgruppe und der Pflegekonferenz. Zurzeit sind drei Arbeitsgruppen eingesetzt.
AG Netzwerkpass
Die AG Netzwerkpass hat für Pflegebedürftige, die Leistungen von der Pflegeversicherung beziehen, einen Pass erstellt, in den alle Angaben, die für die Pflege und Hilfe zuhause wichtig sind, eingetragen werden können. Der Netzwerkpass ist erstmals in einer Auflage von 500 Stück erschienen. Zunächst ist eine Probephase geplant, die Auskunft über Anwenderfreundlichkeit und Nutzen geben soll. Dazu soll der Pass von den Pflegefachkräften, die im Klinikum Region Hannover für einen reibungslosen Übergang vom Krankenhaus in die häusliche Pflege sorgen, an Betroffene verteilt werden. Wenn sich der Netzwerkpass bewährt, soll er ab 2006 in größerem Umfang verteilt werden.
AG Pflegeberatung
Die AG Pflegeberatung prüft, ob in der Region Hannover ausreichend Beratungsangebote für von Hilfe- und Pflegebedürftigkeit Betroffene und ihre Angehörigen zur Verfügung stehen und ob die vorhandenen Angebote effektiver koordiniert werden können. Außerdem soll ein Konzept zur individuellen Beratung erarbeitet werden, das dann allen 21 Städten und Gemeinden der Region Hannover zur Verfügung steht.
AG Demenz
Die AG Demenz arbeitet an der Verbesserung der Versorgungssituation Demenzkranker. Hier spielt die Entlastung pflegender Angehöriger eine große Rolle, denn Beaufsichtigung und Pflege eines an Demenz erkrankten Familienmitglieds können die Pflegenden rund um die Uhr beschäftigen. Ein Ausfall der Pflegeperson bedeutet für den Demenzkranken häufig die Heimunterbringung. Entlastung und Unterstützung bieten hier sogenannte niedrigschwellige Betreuungsangebote. Durch die Zusammenarbeit mit dem bei der Landesvereinigung für Gesundheit e. V. angesiedelten Informationsbüro für niedrigschwellige Betreuungsangebote sind u. a. in Hemmingen, Neustadt a. Rbge. und Seelze weitere Helferkreise oder Betreuungsgruppen eingerichtet worden. Diese positive Entwicklung soll auf die übrigen Kommunen übertragen werden.
Informationen
über die Pflegekonferenz, ihre Arbeitsgruppen, die dort behandelten Themen sowie zum Thema Hilfe- und Pflegebedürftigkeit erhalten Sie bei der Pflege-Info der Region Hannover.