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Es ging um die Frage, wie es der Kinder- und Jugendhilfe gelingen kann, sich von einzelnen Angeboten der Mädchen- und Jungenarbeit zu einer generellen Geschlechterorientierung als Qualitätsstandard zu entwickeln – wobei die individuelle „Haltung“ der Akteure im Mittelpunkt des Tages stand.
Ausgangspunkt war die Feststellung, dass es auch heute noch Unterschiede in den Erwartungen an Mädchen und Jungen, unterschiedliche Chancen und Bedingungen in Ausbildung und Beruf, unterschiedliche Erwartungen an Männer und Frauen bezüglich der Kindererziehung, der Pflege von Angehörigen oder der politischen Partizipation gibt. Deshalb ist es auch für die Kinder- und Jugendhilfe wichtig, die Kategorie Geschlecht grundsätzlich in der Ausgestaltung der Angebote, aber auch in den Trägerstrukturen zu berücksichtigen.
Geschlechterdifferenziertes pädagogisches Handeln ist keine Methode aus dem Methodenkoffer. Es bedarf einer konkreten, klaren persönlichen Haltung als Grundlage. Eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Person, dem eigenen Geschlecht, dem Zusammenhang zwischen persönlichen Merkmalen, Verhaltensweisen, Ansichten und anderem sowie der eigenen Geschichte als Junge oder Mädchen, als Mann oder Frau ist Voraussetzung für eine solche Haltung. Diese Auseinandersetzung muss jeder Mensch für sich selbst, mit sich selbst führen - sie kann nicht gelehrt, vorgegeben oder vermittelt werden.
Aus diesem Grund gab es auf dem Fachtag keine Arbeitsgruppen, die sachbezogene Fragen diskutieren, um hinterher ihre Ergebnisse zusammenzutragen. Stattdessen sollten in kleinen geschlechtshomogenen Gruppen an jedem Stand individuelle Aufgaben gelöst werden, die einen direkten Bezug zu den teilnehmenden Personen als Mann oder Frau haben. Im Zentrum des Fachtags stand die eigene Erfahrung und die Auseinandersetzung damit unter dem Aspekt des eigenen Frau- oder Mannseins der TeilnehmerInnen.
Der Fachtag entstand nach intensiver Vorbereitungsarbeit einer kleinen, zu großen Teilen von freien Trägern getragenen Vorbereitungsgruppe aus der Fach-Arbeitsgruppe „Geschlechterdifferenzierung“ nach Paragraf 78 Sozialgesetzbuch (SGB) VIII.
Die Fach-AGs nach Paragraf 78 SGB VIII sind Arbeitsgruppen, in denen VertreterInnen des Öffentlichen Trägers der Jugendhilfe, also des Fachbereichs Jugend und Familie der Stadt Hannover, gemeinsam mit VertreterInnen der freien Träger Jugendhilfeplanung für die Stadt Hannover betreiben. Die genannte AG ist eine von derzeit fünf derartigen AGs und hat den Auftrag, das Thema „Geschlechterdifferenzierung“ als Querschnittsaufgabe in die verschiedenen Felder von Jugendhilfe und Jugendarbeit in der Stadt Hannover hineinzutragen, das Bewusstsein für das Thema zu schärfen und voranzubringen. Die Ausrichtung dieses Fachtags dient diesem Auftrag.
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V.i.S.d.P. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Landeshauptstadt Hannover |
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