In den vielfältigen Landschaften Niedersachsen tummelten sich schon im fernen Eiszeitalter Menschen, die Zeugnisse ihrer Anwesenheit hinterließen. Die derzeit ältesten Spuren menschlicher Kultur in Niedersachsen sind 400 000 Jahre alte Jagdwaffen, entdeckt bei einer archäologischen Grabung im Braunkohlentagebau bei Helmstedt. Die ersten nachweislichen Siedlungen auf der Geest und im Bergland gehen bis in die Jungsteinzeit (ab ca. 4000 v. Chr.) zurück. Eindrucksvolle Zeugen ihrer Grabkultur sind die Großsteingräber, auch Hünengräber genannt, die vor allem im nördlichen Niedersachsen zu finden sind. Leider sind viele im 19. Und 20 Jahrhundert zerstört worden.
In der anschließenden Bronzezeit (ab 1700 v. Chr.) die sich durch kleine Grabhügel und Urnenfelder auszeichnet, kam es zu einer Ausweitung des Siedlungsraums bis in die Marschen.
Die Eisenzeit (ab 800 v.Chr.) ist geprägt durch die Einwanderung germanischer Stämme. Die Lebensgewohnheiten der Germanen sind uns gut bekannt durch archäologische Zeugnisse und schriftliche Quellen. Der Römer Tacitus berichtet in seiner "Germania" anschaulich vom Leben im Land der dunklen Wälder und schaurigen Sümpfe. Den Römern gelang es nicht, ihr Imperium bis zur Elbe auszudehnen. Nach der Varus-Schlacht, deren vielgesuchter Ort nunmehr zweifelsfrei bei Kalkriese nahe Osnabrück lokalisiert werden konnte, zogen sie sich hinter die Rhein/Donaugrenze zurück und beschränkten sich auf den Handel mit den Einwohnern Niedersachsens.