In der Völkerwanderungszeit (ab 450 n.Chr.) wanderten die Sachsen aus Norden ein. Sachsen und Friesen erweiterten den Siedlungsraum in den Küstenmarschen, das Wendland wurde von Slawen besiedelt. Wechselvolle kriegerische Auseinandersetzungen (772-804) endeten mit der Unterwerfung und Eingliederung der Sachsen in das fränkische Reich unter Karl dem Großen. Frankenfreundliche sächsisch Adlige erhielten Grafschaften in den alten sächsischen Gauen. Im Zuge des Niedergangs des karolingischen Königtums im 9. Jahrhundert erstarkten einige dieser Familien wie z.B. die Liudolfinger. Im erfolgreichen Kampf gegen herandrängende Normannen und Slawen konnten sie ihre Macht immer weiter ausbauen und das sächsische Stammesherzogtum festigen. Als erster Sachsenherzog wurde Heinrich I. 919 zum deutschen König gewählt, sein Sohn Otto wurde 962 Kaiser und begründete das "Heilige Römische Reich Deutscher Nationen". Das Land erlebte eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit.
Im 12. Jahrhundert betrat der Welfe Heinrich der Löwe (1129-1195) die politische Bühne, der das Erbe der Brunonen, Northeimer, Süpplingburger und Billunger in Norddeutschland mit dem väterlichen Erbe in Bayern in einem Doppelherzogtum vereinigte. Seine aggressive, rücksichtslose Art, seine Macht nachhaltig zu erweitern, wurde dem staufischen Kaiser zuviel und führte 1180 zu seinem Sturz. Die Folge war eine Zersplitterung seines Herrschaftsgebietes im Gebiet des heutigen Niedersachsens in vierzig unterschiedliche Territorien. Doch mit der Belehnung des Enkels Heinrichs des Löwen, Otto dem Kind, mit dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg (1235), dem welfischen Eigengut zwischen Weser und Elbe, hatten die Welfen gute Voraussetzungen zur Ausdehnung des eigenen Herrschaftsbereiches. Heirat, Kauf und Eroberung stellten dabei wichtige Mittel zur Durchsetzung dieser Politik dar.
Neben den Welfen trieben auch die Oldenburger Grafen eine erfolgreiche Territorialpolitik, deren Hauptstoßrichtung nach Norden, vor allem in das friesische Gebiet gerichtet war, das im Späten Mittelalter von der ostfriesischen Häuptlingsherrlichkeit geprägt war.
Im 15. Jh. gelang es den Grafen und Fürsten von Cirksena, die in Emden residierten, eine Landherrschaft in Ostfriesland zu errichten und diese auch gegen die Oldenburger Grafen zu verteidigen.