Kongress-Stadt


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Lüneburger Heide

Die Lüneburger Heide zwischen Aller und Elbe ist ein Teil der Niedersächsischen Geest, einer abwechslungsreichen Landschaft mit feuchten Niederungen und sandigen Siedlungsinseln. Die wenig fruchtbaren Böden werden zum Kartoffel- Mais- und Rübenanbau genutzt, noch schlechtere Flächen sind bewaldet.

Vor 200 Jahren war diese Landschaft in den Augen der Zeitgenossen eine schaurige Wüste die bestenfalls Heidekraut hervorbrachte, das nur den kleinen urigen Schafen, den Heidschnucken, schmeckte. Die Heide war eine Folge menschlichen Eingriffs in die Natur. Übermäßiger Holzeinschlag, Überweidung und das Abplaggen, das Abtragen ganzer Bodenschichten, die man zum Zwecke der Düngergewinnung in die Viehställe legte, ließen die Landschaft immer mehr veröden. Kein Baum und kein Strauch war in dieser Wüste zu finden, nur Heidekraut und Sand.

Von Heideromantik mit lilablühender Erika, einsamen Wacholderbüschen, Nurdach-Schafställen und strümpfestrickenden Schäfern auf menschenleeren Heidewegen war man damals noch weit entfernt. Im Zuge der Agrarreformen des 19. Jahrhunderts wurde die Heide konsequent aufgeforstet und verschwand so unter Wald. An vielen Orten erinnern nur Flur- und Straßennamen heute noch an die Heide. Einzelne Heidereservate blieben jedoch, zum Beispiel der Naturpark Wilseder Berg, das älteste Naturschutzgebiet Deutschlands oder die Heide bei Hermannsburg. Es sind heute, nachdem die Wirtschaftsgrundlage der Heidebauern nicht mehr da ist, künstliche Landschaften, die der ständigen Pflege bedürfen. Aber daran denken die Besucherinnen und Besucher nicht, wenn sie sich zumeist im August und September mit dem Pferdewagen oder der Kutsche durch die meist autofreien Heidegebiete fahren lassen. Die leichtwellige, baumlose Landschaft leuchtet in einem aufregenden, einmaligen Lilaton. Im Herbst findet man in den Landgasthäusern der Heide ein weitere Besonderheit: Schnuckenbraten, neben dem Heidehonig das einzige Produkt, was diese Landschaft hervorbringen kann. Schon Hermann Löns, der Heidedichter, der diese Landschaft wie kein anderer kannte und ihre romantische Seite um die letzte Jahrhundertwende entdeckte, war ein großer Fan von Schnuckenbraten.



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