Das Netz der niedersächsischen Moore erstreckt sich von Ostfriesland bis zur Mittelgebirgskante
In weiten Teilen Niedersachsens haben große baumlose Moore seit Menschengedenken die Landschaft geprägt. Es gibt eindrucksvolle archäologische Zeugnisse aus dem Moor wie Moorleichen und Bohlenwege, denn das Moor konserviert organisches Material. Leider sind heute viele Moore kultiviert, das heißt, als Naturlandschaft zerstört.
Niedersachsen ist das moorreichste Land der Bundesrepublik. Vor allem das Emsland, Ostfriesland, Oldenburg und die Stader Geest waren früher in weiten Teilen von Mooren bedeckt. Das Netz der niedersächsischen Moore zieht sich bis zur Mittelgebirgskante, wobei das Altwarmbüchener Moor bei Hannover, das durch Kultivierung, Autobahnbau und die hannoversche Müllkippe fast vollständig zerstört ist, zu den südlichsten gehörte.
Das Moor ist Teil der Geest und tritt als Nieder- oder Hochmoor in Erscheinung. Niedermoore sind unauffällige, grundwassergespeiste Sümpfe und feuchte Niederungen. Hochmoore hingegen bekommen ihr Wasser ausschließlich durch den hier so häufig vorkommenden Regen. Die nährstoffarme Feuchtigkeit der Hochmoore läßt Torfmoose wachsen, die den älteren Bewuchs, zumeist Bruchwald, überwuchern und schichtförmig aufwachsen, so daß ein lebendes Hochmoor sich geradezu uhrglasförmig aufwölbt und höher wird als sein Umgebung.
Der Mensch machte früher einen Bogen um das Moor, so weit es möglich war. Ab etwa dem 17. Jahrhundert führten Bevölkerungszunahme und Verwüstung der Wälder dazu, daß man zunächst in den Randbereichen begann, das Moor in schwerer Kultivierungsarbeit trockenzulegen, landwirtschaftlich zu erschließen und im Inneren Torf zu stechen. Der dicke, schwere Schwarztorf wurde noch nach dem Zweiten Weltkrieg hierzulande als Brenntorf benutzt. Die lockeren oberen Schichten des Weißtorfes verarbeitet man immer noch zu Blumenerde. So begann diese einmalige Naturlandschaft zu verschwinden.
Heute, wo man den Wert der Moore erkannt hat, werden die wenigen verbliebenen Moore, so gut es geht, geschützt. Es wird sogar an einzelnen Stellen, wie im Toten Moor bei Neustadt/Rbge. versucht, durch Wiedervernässung das Moor zu regenerieren. Gleichzeitig gibt es immer noch großflächige industrielle Abtorfung.