Fast einhundert lange Jahre wurde am Alten Rathaus gebaut. Der älteste Teil (von 1410) blickt zur Schmiedestraße, etwas später wurde auf den Grundmauern einer Kaufhalle des 13. Jahrhunderts der Marktflügel gebaut, daran schloss sich an der Köbelinger Straße der Apothekenflügel an, so genannt, weil dort die Ratsapotheke untergebracht war. Dieser Flügel wurde durch einen im Stil der italienischen Romanik gehaltenen Bau ersetzt. Damals, 1844, sollte gleich das gesamte Rathaus abgerissen werden. Dank der energischen Proteste einer Bürgerinitiative unter Anführung eines renommierten Architekten, des Neugotikers Conrad Wilhelm Hase, wurde das verhindert. Er durfte schließlich die beiden verbliebenen Flügel sanieren und stellte den stilreinen Zustand aus der Zeit um 1500 wieder her.
Besondere Kostbarkeiten sind die prachtvollen gotischen Fialengiebel und der Tonfries. Er zeigt zwischen Fürstenbildnissen und Wappen auch die Darstellung des mittelalterlichen Volksspiels, des Luderziehens, etwa vergleichbar mit dem in Süddeutschland üblichen Fingerhakeln. Aber diese Abbildung über dem äußeren rechten Bogenfenster an der Schmiedestraße ist erst zu sehen, wenn der Rote Faden den Besucher um das Alte Rathaus herumführt.