Gefahrstoff Asbest: Warum die Sanierung der Fulgurit-Halde notwendig ist!
Kein Baustoff ist so in Verruf geraten wie Asbest. Der Einsatz der noch vor Jahrzehnten hoch geschätzten „Wunderfaser“ ist wegen der von ihr ausgehenden, erwiesenen Gesundheitsgefahr in Deutschland seit 1993 generell untersagt. Seit dem 01. Januar 2005 besteht in allen EU-Ländern ein totales Verbot für Herstellung, Handel und Verwendung von Asbestprodukten. Asbest stellt heute primär ein Entsorgungsproblem dar. Auch in der Region Hannover.
Einer der wichtigsten Produktionsstandorte für Asbesterzeugnisse in Deutschland war die 1912 gegründete Firma Fulgurit in Luthe. Am Ostrand der Stadt Wunstorf wurde der natürliche Rohstoff vor allem in der Nachkriegszeit im großen Maßstab verarbeitet. Asbest, ein Mineral mit festen Fasern, musste dazu aufgelockert, gereinigt und mit flüssigem Zement zu einer zähen Masse verrührt werden. Im anschließenden Formungsprozess entstanden dann gegen Hitze und Säure widerstandsfähige Platten, Ziegel, Rohre oder Blumenkästen.
Die Rückstände aus der Produktion des 1990 geschlossenen Unternehmens – über 140.000 Kubikmeter vorwiegend Asbestzementschlamm - verblieben in Luthe und türmen sich seitdem zu einer nur provisorisch mit Mulch ummantelten Halde. Ohne aufwändige Sicherungsvorkehrungen droht durch Verwitterung und Verwehung eine Freisetzung von Asbeststaub.
Nach sorgfältiger Prüfung der Alternativen hat sich die Region Hannover als zuständige Umweltbehörde deshalb für die nachhaltige Beseitigung des Gesundheits- und Umweltrisikos Asbest in Luthe entschieden. Bereits Anfang 2009 war vorgesehen, die Halde zu sanieren. Nachdem dies durch die zum damaligen Zeitpunkt vom Oberverwaltungsgericht für erforderlich gehaltenen Auflagen für eine Ablagerung auf der Deponie Lahe wegen der im Sommer 2009 ausgelaufenen Deponiegenehmigung aus zeitlichen Gründen nicht realisiert werden konnte und auch eine geplante Entsorgung in Brandenburg Anfang 2011 nicht realisierbar war, wird diese Sanierung nun im Jahre 2011/2012 durchgeführt werden. Im Gegensatz zu dem Sanierungsansatz 2009 ist aktuell vor allem ein anderer Entsorgungsweg vorgesehen, da in der Region Hannover keine geeigneten Ablagerungsmöglichkeiten mehr bestehen.
Wir werden Sie über die anstehenden Arbeiten, ihren Ablauf sowie über die Maßnahmen des Arbeits- und Nachbarschaftsschutzes informieren. Vor und während der Sanierungsmaßnahmen stehen wir Ihnen natürlich auch im direkten Kontakt jederzeit zur Verfügung.