Landwirtschaft in der Stadt – gibt es das überhaupt noch? Und wenn ja, sind es nicht verschwindend geringe Restflächen, um die es da geht? Kann Landwirtschaft überhaupt noch eine Bedeutung, einen Stellenwert in der Stadt haben?
Das sind in der Regel die ersten Fragen von StadtbewohnerInnen, wenn sie von diesem Thema hören und sich vorher noch nicht damit befasst haben.
Das Landwirtschaftsprogramm Hannover gibt Antwort auf diese Fragen: Es stellt dar, welche Bedeutung die relativ großen landwirtschaftlichen Areale in der Stadt für Freiraumsicherung, Erholung und Naturschutz haben, und es beschreibt die Ziele und Handlungsansätze, mit denen die Stadt diese Areale sichern und die dort wirtschaftenden Betriebe in Richtung einer möglichst umweltschonenden Bewirtschaftung beeinflussen und unterstützen will. Dabei geht es nicht nur um Maßnahmen zur Unterstützung der besonders umweltfreundlichen ökologischen Landwirtschaft, sondern auch um vielfältige Naturschutzmaßnahmen auf normal bewirtschafteten Flächen, wie z. B. extensive Grünlandwirtschaft oder Ackerwildkrautschutz.
Gerade im Ballungsraum erfüllen die noch vorhandenen Landwirtschaftsflächen und landwirtschaftlichen Betriebe vielfältige soziale und ökologische Funktionen. Die Stadt ist an ihrer Erhaltung interessiert, denn je mehr bäuerliche Betriebe aus dem Ballungsraum verschwinden, desto mehr verlassene Flächen müssen mit hohem Aufwand von der Kommune gepflegt werden, damit sie von der großen Zahl Erholungssuchender aus der Stadt genutzt werden können. Und je weniger Bauernhöfe es in Stadtnähe gibt, desto weniger Möglichkeiten gibt es, die Verbraucher auf kurzen Wegen mit frischen Lebensmitteln aus der Region zu versorgen. Diese Versorgung auf kurzen Wegen ist wiederum ein wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, und sie ist ein Beitrag zu Existenzsicherung für Betriebe nicht nur in der Landwirtschaft sondern auch im Lebensmittelhandwerk.
Die Förderung der regionalen Vermarktung ist daher ein wichtiger Handlungsansatz zur Unterstützung der Landwirtschaft in der und am Rande der Stadt. Dazu gehören zum Beispiel die Bauernmärkte. Sieben gibt es davon zurzeit in der Stadt und weitere in Nachbargemeinden. Die Stände auf den Bauernmärkten werden ausschließlich von landwirtschaftlichen Betrieben aus der Region (also im Umkreis von bis zu 100 km Entfernung von der Stadt) betrieben und bieten nur regionale und saisonale Produkte an.
Auch das Partnerschaftsnetzwerk Region Hannover, ein Zusammenschluss von regionalen Betrieben aus Landwirtschaft, Handwerk und Handel, der von Stadt und Region Hannover mit initiiert, wurde trägt zur Förderung der Vermarktung von Produkten „aus der Region für die Region“ bei. Der Verein hat das Markenzeichen „Natürlich…Region Hannover“ als Erkennungsmerkmal für die besondere Qualität der regionalen Produkte ins Leben gerufen.