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Aufgaben und Zuständigkeitsbereich
Das Lage- und Führungszentrum (LFZ) beheimatet die Regionsleitstelle für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz auf Grundlage mehrerer gesetzlicher Vorgaben. Es ist somit Leitstelle für die Notfallrettung, den Brandschutz und die technische Hilfeleistung. Krankentransporte und Intensivverlegungen werden ebenfalls von hier aus disponiert. Darüber hinaus führt das LFZ die alarmierten Einsatzmittel rückwärtig im gesamten Einsatz, bei großen Schadenereignissen bis zur Übernahme durch den sog. Stab Außergewöhnliche Ereignisse (SAE), der ebenfalls in den Räumlichkeiten des LFZ untergebracht ist.
Die Regionsleitstelle ist, nach Berlin, München und Hamburg, die viertgrößte Leitstelle Deutschlands. Von hier werden durch 52 Mitarbeiter im Schichtbetrieb mehr als 200.000 Einsätze im Jahr koordiniert. Dabei wird das gesamte Spektrum vom einfachen Krankentransport über den Großbrand bis hin zum Großschadenfall mit Massenanfall von Verletzten oder Gefahrstoffen auch mit überregionaler Unterstützung abgedeckt.
Der Zuständigkeitsbereich umfasst neben der Landeshauptstadt auch das gesamte Gebiet der Region Hannover. Für Teile der angrenzenden Landkreise werden ebenfalls die Notrufe der Bürger und Bürgerinnen angenommen und zur Disposition an die dortigen Leitstellen weitergegeben.
Auch die Einsatzfahrzeuge der Hilfsorganisationen (ASB, DRK, JUH, MHD, DLRG) und des THW werden von der Regionsleitstelle bei der Feuerwehr Hannover alarmiert und im Einsatz geführt.
Notfallrettung
Die Regionsleitstelle ist die Leitstelle für die Notfallrettung innerhalb Hannovers und der Region. Die Einsätze der Rettungswagen, der Notarzteinsatzfahrzeuge und des Rettungshubschraubers Christoph 4 werden von hier koordiniert. Je nach Schwere der Verletzung oder der Erkrankung wird ein Rettungswagen mit oder ohne Notarzt alarmiert. Die enge Verzahnung zwischen Notfallrettung, Brandschutz und technischer Hilfeleistung im Lage- und Führungszentrum macht es möglich, dass die Notfallrettung in besonderen Lagen vom Löschzugpersonal der Feuerwehr zusätzlich unterstützt wird. Dies ist oftmals zur so genannten Spitzenabdeckung oder bei Einsätzen mit einer Vielzahl von Erkrankten oder Verletzten (ManV) der Fall.
Brandschutz und Technische Hilfeleistung
Der Disponent macht sich aufgrund einer gezielten Befragung des Anrufers ein Bild von der Situation am Einsatzort. Bei Bränden oder Unfällen helfen konkrete Einsatzstichworte, die optimale Zusammenstellung der benötigten Feuerwehrfahrzeuge zu finden. Sind Personen gefährdet oder verletzt, werden parallel zu den Feuerwehrfahrzeugen ein oder mehrere Fahrzeuge des Rettungsdienstes alarmiert. Neben der Alarmierung führt das LFZ die anfahrenden Einsatzmittel bis an die Einsatzstelle. Es ordnet dabei bereits auf dem Anmarsch im Rahmen der Führungsunterstützung für die Leitdienste den Raum und die Kräfte.
Krankentransport
Beim qualifizierten Krankentransport werden Patienten an einem Abholort von der Besatzung eines Krankentransportwagens aufgenommen und an den jeweiligen Zielort gebracht. Der Patient wird individuell je nach Schwere der Erkrankung transportiert (Tragestuhl bis Vakuummatratze) und während der Fahrt medizinisch betreut. Es handelt sich zum Beispiel um Verlegungen von einem Krankenhaus zu einem anderen oder von der Wohnung des Patienten zur Untersuchung in eine Fachpraxis. Krankentransporte werden von den Ärzten und Krankenhäusern über die bundeseinheitliche Rufnummer 19222 bestellt. Krankentransporte erfolgen in der Regel ohne Sondersignal.
Intensivtransporte
Patienten, die während des Transportes einer intensivmedizinischen Betreuung durch einem Arzt bedürfen, werden innerhalb Hannovers oder bei Transporten in umliegende Kliniken vom Intensivtransportwagen der Feuerwehr transportiert. Diese Patienten müssen zum Beispiel während des Transportes monitorüberwacht und beatmet werden und/oder haben mehrere laufende Infusionen. Der Disponent in der Leitstelle erstellt zusammen mit dem Arzt des verlegenden Krankenhauses einen Begleitbogen, in dem alle wichtigen medizinischen Daten protokolliert werden. Solche Transporte bedürfen einer gründlichen Vorbereitung, müssen sehr schonend durchgeführt werden und sind somit relativ zeitaufwendig.
Der Stab Außergewöhnliche Ereignisse (Stab SAE)
Bei größeren Schadenlagen wird das Lage- und Führungszentrum sofort durch zusätzliches Personal des gehobenen und höheren feuerwehrtechnischen Dienstes verstärkt. Zusammen mit Fachberatern aus anderen Organisationen, städtischen Fachbereichen und Betrieben wird eine rückwärtige Einsatzleitung, der so genannte Stab Außergewöhnliche Ereignisse gebildet. Dieser Stab übernimmt schwerpunktmäßig administrative und organisatorische Aufgaben und entlastet so die Technische Einsatzleitung an der Schadenstelle. Durch seine interdisziplinäre Zusammensetzung ist der SAE auf unterschiedlichste Schadenlagen vorbereitet. Zur visuellen Darstellung einer Gesamteinsatzlage steht im Stabsraum eine adäquate technische Ausstattung zur Verfügung
Einsatzleitrechner/Arbeitsplätze
Für die Bearbeitung der Hilfeersuchen, die Nachrichtenvermittlung und für die Führung von Einsatzmitteln stehen im LFZ 16 Arbeitsplätze zur Verfügung. Jeder Arbeitsplatz verfügt über die gleichen Funktionalitäten. Kernstück der technischen Ausstattung ist der Einsatzleitrechner. Er unterstützt den Disponenten bei der Selektion der Einsatzstelle, visualisiert diese automatisch auf einer Stadtkarte und schlägt in Abhängigkeit vom Einsatzstichwort die nächstgelegenen, notwendigen Fahrzeuge vor.
Während des Notrufes trägt der Disponent die Notfalladresse in eine Einsatzmaske ein. Die Straße wird mit dem Inhalt einer leistungsfähigen Datenbank verglichen. Straßen mit ähnlicher Schreibweise werden als Synonym vorgeschlagen. So ist sicher gestellt, dass die richtige Adresse sehr schnell gefunden wird.
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Bild 1: Einsatzmaske des Leitrechners |
Bild 2: Kartenansicht (hier Luftbild) |
Der Einsatzleitrechner schlägt dem Disponenten nun das Fahrzeug vor, welches den Notfallort am schnellsten erreichen kann. Noch während des Notrufes können dann die Fahrzeuge alarmiert werden. Der automatisch aufliegende Kartenausschnitt ermöglicht es dem Disponenten, sich einen Überblick über die Örtlichkeit verschaffen und so den Fahrzeugen Hinweise zur Anfahrt zu geben sowie gegebenenfalls Bereitstellungsräume festzulegen.
Die Alarmierung wird digital und analog ausgeführt. Den Fahrzeugbesatzungen werden die Adresse, das Planquadrat im Stadtplan und das Einsatzstichwort auf einem digitalen Meldeempfänger angezeigt.
Alle Systeme sind redundant ausgeführt. Das heißt, dass bei einem etwaigen Ausfall einer Komponente sofort ein Reservesystem die Funktion übernimmt, bis die Störung behoben ist. Selbst bei totalem Energieausfall ist durch eine unabhängige Stromversorgung immer noch ein sicherer Betrieb möglich. Einmal wöchentlich wird von den Mitarbeitern des Lage- und Führungszentrums aber trotzdem der Notbetrieb ohne ELR-Unterstützung trainiert.
Über Standleitungen ist das Lage- und Führungszentrum mit der Polizei und anderen Leitstellen im Umland verbunden, um schnell Informationen austauschen zu können.
An mehreren zentralen Projektionswänden wird jedes Einsatzfahrzeug dargestellt. Die Disponenten erkennen an der farblichen Kennzeichnung, ob ein Fahrzeug bereits im Einsatz ist oder ob es für einen neuen Einsatz frei ist. Die Anzeige ist mit dem so genannten Funkmeldesystem (FMS) gekoppelt, welches den jeweilig aktuellen Status auf dem Funkweg an den Einsatzleitrechner und die Projektionswand überträgt.
Personal
Die Disponenten im Lage- und Führungszentrum versehen ihren Dienst in einem Schichtsystem. Die Mitarbeiter sind Beamte und Angestellte von Berufsfeuerwehr und Region Hannover. Sie verfügen neben einer feuerwehrtechnischen Ausbildung zum Oberbrandmeister standardmäßig über eine Rettungsassistentenausbildung und mehrjährige praktische Erfahrung im Brandschutz- und Rettungsdienst.
In einer dreimonatigen Einführungszeit werden geeignete Beamte der Feuerwehr zu Disponenten fortgebildet. Die Ausbildung beinhaltet technische Aspekte sowie taktische Grundsätze der Einsatzbearbeitung. Außerdem wird die Gesprächsführung am Telefon trainiert.
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V.i.S.d.P. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Landeshauptstadt Hannover |
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