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| Radweg an der Aue im Stadtpark Burgdorf | |
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Tour der Landmarken
Eine (Rad-)Tour entlang der Burgdorfer Aue ist etwas ganz Neues. Sie führt weitgehend durch Landschaftsschutzgebiete, vorbei an Kulturdenkmälern, alten Bauerndörfern, durch eine liebliche Auenlandschaft, aber auch an technischen Industriebauwerken. An sechs besonderen Orten setzen Künstler dazu Landmarken, zwei auf Sehnder Gebiet, eine in Lehrte, eine in Uetze, zwei auf Burgdorfer Land. Die Aue wird so zum Erlebnisraum. Sie hat neben den neuen, künstlerischen Landmarken, auch schon sehr viele natürliche und technische zu bieten.
Die Aue durchfließt den östlichen Teil der Region Hannover von Mehrum, wo sie unter dem Mittellandkanal hindurchgeführt wird, über Lehrte und Burgdorf bis nördlich von Obershagen. Doch eine genau festgelegte oder gar ausgeschilderte Route gibt es noch nicht. Kreativität ist gefragt: Karte mitnehmen und selbst den Weg suchen. Die Aue jedenfalls legt etwa 28 Kilometer zurück.
Die Burgdorfer Aue ist ein Zusammenfluss mehrerer Entwässerungsgräben und wird ab Equord im Landkreis Peine so genannt, bis sie sich nördlich von Obershagen in Alte und Neue Aue spaltet. Letztlich fließen beide in die Fuhse, die in die Aller, die in die Weser, die in die Nordsee (für Versuche zum Thema Flaschenpost).
250 Meter hoch ragt der Schornstein des Mehrumer Steinkohlekraftwerks in den Himmel. Diese Landmarke ist an Höhe kaum zu überbieten. Es sind teils asphaltierte Feldwege, die sich mehr oder weniger dem Verlauf der Burgdorfer Aue Richtung Norden folgen lassen. Rechts der Aue liegt die Wüstung Mehrum, irgendwann mündet von links der Billerbach (westlich des Hämeler Waldes).
Wer hier mal anhält und nach Westen und Süden schaut, erkennt die Weite. Hier unten im Sehnder Teil herrscht das stark landwirtschaftlich geprägte Mehrumer Bördeland. Es ist ein Teil der Hildesheimer Lössbörde. Typisch für das seit Jahrhunderten genutzte, fruchtbare Ackerland sind die Haufendörfer. Typisch auch ist der weitgehend fehlende Wald. Nach Osten dagegen öffnet sich der attraktive Hämeler Wald. Er ist gut mit Wegen erschlossen, hat Feuchtgebiete, viele verschiedene Baumarten und einen Wildbestand. Im Nordwesten des Waldes sind ehemalige Tongruben der Ziegeleien in Arpke und Immensen als Biotope zu finden - auch dies sind Landmarken.
Technische Bauwerke in der Landschaft sind Hochspannungsmasten und -leitungen, die aufs Kraftwerk Mehrum zulaufen. Es sind auch Windparks, deren Flügel bis zu 140 Meter hoch in den Himmel ragen. Und es ist die Autobahn Dortmund-Berlin, die den Naturraum zerschneidet, genauso wie die ICE-Trasse von Hannover nach Berlin.
Bei Allerbeck fließt die Aue an Klärteichen und am Gewerbegebiet Lehrte vorbei und unter der Autobahn hindurch. Hier ließe sich mal ein Schlenker zum Stadtpark Lehrte (siehe diesen), zum Hohnhorstsee und -wald einlegen. Auch das ist eine besondere Landmarke. Dieser Teil des Naturraums nennt sich Lehrter Geest. Weitgehend flach gehobelt durch die Saale-Eiszeit vor mehr als 100.000 Jahren sind hier und da ein paar Kuppen zu erkennen. Das sind so genannte flachwellige Grundmoränenplatten - also das, was die Gletscher vor sich hergeschoben haben. Wo sich kleine Bachniederungen zeigen, tritt die lehmige Grundmoräne an die Oberfläche, sonst wird sie von Sand überlagert.
Bald erreicht die Aue Aligse. Von der Brücke aus zwischen Aligse und Steinwedel ist eine künstliche Verengung im Flüsschen zu sehen. Dann fliest die in einigen Strecken renaturierte Aue dicht am Wäldchen um die St. Petrikirche in Steinwedel vorbei, am Bauerndorf Röddensen und erreicht bald Burgdorf mit dem Stadtpark und Amtsgarten (siehe diese). Auch das wäre eine Landmarke, die sich anzuschauen lohnt.
Östlich der Aue - zwischen Burgdorf, Immensen und Steinwedel - gibt es frühgeschichtliche Hügelgräber. Auch das sich östlich anschließende Burgdorfer Holz mit seinen alten Wegekreuzungen Kleiner Stern und Großer Stern ist für einen Abstecher geeignet.
Dann kommt die Aue durch die Hänigser Sande, in der sich an tieferen Stellen Niedermoorböden befinden. Das heißt: Sand liegt oben auf, wo sich die Landschaft senkt, wird es rasch feucht und moorig. Über Hülptingsen, Sorgensen und Dachtmissen führt der Lauf der Aue bald nach Obershagen. Für einen Stopp gut ist die Traditionsgaststätte Sorgenser Mühle. Von weitem (als Landmarke) zu erkennen ist die Bockwindmühle, deren Ursprünge auf das Jahr 1686 zurückgehen. Auch die Hänigser Bockwindmühle ein paar Kilometer östlich ist sehenswert.
Westlich des Straßendorfs Obershagen fließt die Burgdorfer Aue bis zum nördlichen Ortsende. Weiter nördlich fällt der Blick schon auf die feuchte Celler Moor- und Bruchlandschaft. Das ist der Rand des Aller-Urstromtals. In diesen Tälern flossen damals zum Ende einer Eiszeit die riesigen Wasser- und Schlammmassen Richtung Meer.
Der Untergrund hatte hier in der Gegend auch etwas zu bieten. In zwei Kaliwerken in Wathlingen und Hänigsen wurde früher Salz abgebaut. Zwischen Hänigsen und Nienhagen hatte man zudem in einer Salzaufwölbung Öl gefunden und von 1940 bis 1997 auch abgepumpt. Schon vor 450 Jahren schöpfte man aus Kuhlen bei Hänigsen Öl und Teer, das auf dem Grundwasser aus der Erde austrat.
Eine markante Landmarke ist das Ende der Tour. Am nördlichen Ende von Obershagen spaltet sich die Aue. Links zweigt die Neue Aue Richtung Ehlershausen ab. In dem feuchten Grünland sind Kiebitz, Storch und Kornweihe mit etwas Glück zu sehen. Die Aue hat sich vom Geländerücken zwischen Evern und Dolgen von 76 Metern Höhe bis hier auf etwa 40 Meter hinabbewegt. Rechts vom Otzer Bruch biegt die Alte Aue ab - beide münden in die Fuhse, die in die Aller fließt und so weiter …
Geöffnet: jederzeit frei zugänglich, kostenlos, überwiegend barrierefrei.
Zeitbedarf: Für die gesamte Radstrecke von rund 30 Kilometern sind etwa vier oder fünf Stunden zu veranschlagen. Es lassen sich Abschnitte wählen (auch zu Fuß) sowie Schlenker fahren.
Gefördert von der Gartenregion.
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