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Untergut Lenthe (8)

Region Hannover
Untergut Lenthe
Untergut Lenthe
Untergut Lenthe - Blick in den Garten
Untergut Lenthe - Blick in den Garten


Im Park der 90 Eichen

Wer bisher nur die deutsche Eiche kennt,  wird im hinteren Teil des vier Hektar großen Parks recht anschaulich belehrt. 90 verschiedene Eichen aus aller Welt wachsen dort zu einem multikulturellen Wald zusammen. Seit 1993  freuen sich die Eigentümer des Unterguts Lenthe, Familie Hans Jürgen von Richthofen, über diese Sammlung eines Musikprofessors aus Hannover. Die junge Gehölzsammlung, auch Arboretum genannt, umfasst zwei Eichen von den Golanhöhen oder auch die weidenblättrige Eiche aus den USA. Imposant sind die Riesenblätter der japanischen Kaisereiche. Kastanienblättrig ist dagegen eine andere Eiche. Viele erinnern an alle möglichen Baumarten, nur nicht an Eichen. An die meisten hat die Frau des Gutes, Heidi Freifrau von Richthofen, Schildchen gehängt, so dass sich die Bäume mit ihrer Baumart ansprechen ließen.

Familie von Richthofen liebt die Offenheit, denn der englische Landschaftsgarten von 1858 war Richtung Norden einst mit einer Mauer abgeriegelt. Die wurde eingerissen. Der Blick fällt seitdem weit hinaus über den Garten und die Feldmark bis hinauf zur Harenberger Mühle. Aber es gibt weitere Höhepunkte eines Spaziergangs durch den privaten Park, was nach Voranmeldung durchaus erwünscht und erlaubt ist. Da steht vor der steinernen Ecke, etwas irreführend „Grotte“ genannt, eine etwa 160 Jahre alte Süntelbuche. Dieses Prachtexemplar mit weit ausladenden Ästen im Krüppel- und Schlangenwuchs verleiht jedem Raumgefühl, wenn er sich unter dem Ästedach befindet und damit im Sommer im Schatten. Im Winter dagegen zeigt sich erst die wahre Struktur der herunterhängenden Zweige - ein Kunstwerk der Natur. Unter der Sünteleiche haben schon zwei Paare geheiratet. Dann locken auch Zuckerahorn oder der Götterbaum, der im Juli/August so herrlich rosarot blüht. Hohe Rhododendrenbüsche säumen die Teichanlage, die allerdings zu verlanden droht.

Alle zwei Jahre stehen wochenlang eigenartige Objekte im Park herum. Das ist durchaus gewollt und zeigt den Kunstsinn der Gutsbesitzer. Sie haben 1999 gemeinsam mit Künstlern den Verein „Neue Kunst in alten Gärten“ gegründet. 2010 wird wieder ausgestellt. Immer mal wieder dient der alte Schafstall im Fachwerkstil als Verkaufsfläche für Kunst und Adventszubehör. Wichtig ist dabei: Es werden nur Produkte aus dem Dorf verkauft, nichts, was irgendwo in Massen produziert wurde. Darauf legt Familie von Richthofen Wert.

Sie wohnt im zweigeschossigen, spätklassizistische Herrenhaus, das von außen mit Sandsteinschieferplatten aus dem Solling restauriert wurde. Neben dem Haus, in dem noch alte Ritterrüstungen stehen, befindet sich ein gemauerter Teich. Die alte Pferdeschwemme stammt aus dem 16. Jahrhundert. Nach ihrer Feldarbeit kühlten sich die Vierbeiner darin ab. Heute schätzen Karpfen den Teich als Idyll - sie werden nicht gefangen.


V.i.S.d.P. Region Hannover


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