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Kleine Gartenschau
Im Schatten des Kuppelsaales liegt der Stadtpark, für den dieser wichtig anmutende Name angesichts der schier übermächtigen Konkurrenz in Herrenhausen fast ein wenig anmaßend erscheint. Doch beim näheren Hinsehen rechtfertigt sich der Titel durch die Besonderheiten, die mit seinem urbanen Charakter zusammenhängen. Was beim oberflächlichen Hinsehen kalt und beliebig erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Zeugnis gärtnerischer Handwerkskunst.
Symmetrisch abgestimmt auf den imposanten Kuppelsaal am Nordende, präsentiert der Garten auf engstem Raum eine erstaunlich große Palette an unterschiedlichsten Elementen moderner Gartenkunst. Zunächst fallen dem Besucher die großen, zum Teil seltenen Bäume auf der weitläufig wirkenden Rasenfläche auf, die von verschiedenen Themengärten flankiert wird. Ein Schweizer Garten, ein Rosengarten und ein Azaleenbeet locken mit reicher Blütenvielfalt, und ein aus Hannovers Partnerstadt Hiroshima stammendes Teehaus lädt zum Verweilen ein. Seit 1988 wird dort alljährlich das Kirschblütenfest gefeiert.
Beete mit meterhohen Gräsern und überreich blühenden Bodendeckern zeugen von akribischer Pflege. Ein Ententeich samt Entenhaus und mehrere kleine von Brücken überspannte Wasserflächen mit unterschiedlichstem Bewuchs zeigen die Vielfalt einheimischer und exotischer Wasserpflanzen, und lang gezogene Becken mit zahlreichen Springbrunnen zieren den Pfad an der westlichen Seite des Parks. Gegenüber, am Ostende, gehen Schachspieler ihrem ruhigen Sport nach, und der Besucher vergisst nach kurzem Aufenthalt, dass er sich mitten in der Stadt in unmittelbarer Nähe des Messeschnellwegs befindet.
Einmal im Jahr werden hier im Stadtpark, Schauplatz der ersten Bundesgartenschau 1951, die niedersächsischen Pflanzentage ausgerichtet. Zu Hunderten kommen Pflanzenfreunde von nah und fern zusammen, um Neuheiten aus der Welt der Gärten zu bestaunen und vielleicht das ganz besondere Schnäppchen zu machen. Hier findet der Hobbygärtner alles, was das Herz begehrt, und auch Profis entdecken noch die eine oder andere Neuheit. Angeregt durch die sorgfältig gepflegten Anlagen des Stadtparks kauft hier manch einer mehr, als sein Garten aufnehmen kann. Es ist eine kleine, alljährliche Gartenschau, so wie eigentlich der ganze Park.
Ist der Herbst angebrochen, färben sich die Blätter der exotischen Bäume in spektakulären Farben; der Rasen ist übersät mit flammend roten oder dottergelben Punkten. Es kehrt wieder größte Ruhe im Park ein, und selbst die Geschäftsleute, die im benachbarten Congress Centrum tagen, scheinen beim Betreten des Gartens alle Geschäftigkeit abzulegen und in kontemplative Betrachtung der Naturschönheit zu versinken.
Bei aller Natürlichkeit verleugnet der Stadtpark aber nirgends seinen künstlich gestalteten, städtischen Charakter. Wildwuchs findet sich nur an der Grenze zum Bahndamm, und außer Vögeln und Eichhörnchen begegnet man Wildtieren nur als Statuen. Eine steinerne Wildschweingruppe, kämpfende Hähne und ein Fischreiher stehen für immer unbeweglich im Park. Vieles wurde aus dem Geist der fünfziger Jahre herübergerettet, was den Stadtpark zum gärtnerischen Zeitdokument der schönsten Art macht. Und er schlägt eine grüne Brücke von dem um 50 Jahre älteren Kuppelsaal zum städtischen Jetzt.
Am Rande:
Mit dem Kuppelsaal, dem Beethovensaal und fünf weiteren Sälen ist die Stadthalle eines der markantesten Bauwerke Hannovers. Zum Hannover Congress Centrum (HCC) gehören noch die Eilenriedehalle, die Niedersachsenhalle, die Glashalle und das hohe „Congress Hotel am Stadtpark“. Oben drin sind Schwimmbad und Sauna - die höchsten der Stadt und offen für jedermann. Die Stadtparksauna liegt am Südostzipfel des Parks und ist nur von außen zu erreichen.
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