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Mahn- und Gedenkstätte Ahlem (15)

Region Hannover
Der mahnende Baum
Der mahnende Baum
Zwölf Stelen
Zwölf Stelen


Rund um den mahnenden Baum

Der große Baum mitten im kleinen Park nahe dem Eingang ist selbst ein Mahnmal. Brandspuren, zernarbte Rinde, zerborsten im Innern, gehalten von Bändern und Stangen - dieser Baum wäre am 8. April 1945 fast ums Leben gekommen. Unter einem Teil seiner Äste stand bis zu dem Tag eine Laubhütte, die Angehörige der Gestapo an jenem Tag anzündeten. Seit März hatten sie darin mindestens 60, wahrscheinlich sogar mehr jüdische Zwangsarbeiter erhängt oder erschossen. Die Leichen wurden auf den Seelhorster Friedhof geschafft. Am 10. April nahmen amerikanische Truppen das Gelände der israelitischen Gartenbauschule ein und befreiten 27 jüdische Internierte aus dem Ersatzgefängnis der Gestapo.

Wer vor dem mahnenden Baum steht, erkennt im Boden eingelassene Steine. Sie deuten die  Umrisse der Laubhütte an.  Aufschriften in verschiedenen Sprachen sind zu lesen. Es stehen zwölf unterschiedlich hohe Stelen daneben. Sie erinnern nicht nur an die zwölf Stämme Israels, sondern auch an die zerstörten zwölf Synagogengemeinden im Raum Hannover. Im hinteren Teil des Parks ducken sich Bänke zum Sitzen unter Bäumen. Wer sich dort niederlässt, kann mehrere Blickrichtungen wählen. Vor ihm liegen am mahnenden Baum die Relikte der schweren Vergangenheit. Die ist gut aufbereitet und wird demnächst noch ausführlicher dokumentiert im Direktorenhaus am Eingang zur Mahn- und Gedenkstätte. Dort ist auch noch der alte Eingang zur Anlage erhalten.

Nahe am Auge des Betrachters baumeln Schildchen. Die geben leider meist nur in Latein Auskunft, wie die sehenswerten Baum-  und Pflanzenexemplare heißen, die im Park wachsen. Sich diese Vielfalt an Bäumen und Sträuchern anzuschauen, ist ein Genuss. Gleichzeitig ist auch dies eine Erinnerung an den Gründer und Förderer der israelitischen Gartenbauschule - Alexander Moritz Simon. Der jüdische Bankier und Hobbygärtner förderte produktive Berufe für junge Juden. Die Gartenbauschule war fast 50 Jahre ein leuchtendes Beispiel zur Bekämpfung des Antisemitismus.

Auch heute werden auf dem Gelände, auf dem sich die Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau und die Landwirtschaftskammer Hannover sowie die Berufsbildende Justus-von-Liebig-Schule befinden, Gärtner ausgebildet und verwandte Berufsgänge gelehrt. Der Blick von den Parkbänken aus zurück fällt auf die Gärten und Gewächshäuser.

Nicht weit vom Park entfernt steht das Judenhaus, das älteste Gebäude auf dem Gelände. Es gab 16 davon in Hannover. In ihnen wurden jüdische Familien zwangsweise untergebracht, bevor man sie in die Konzentrationslager deportierte.  Weiter hinten ist die einstige Mädchenschule zu sehen, aber sie steht nicht der Öffentlichkeit offen. Das Gelände der Mahn- und Gedenkstätte jedoch erweist sich als würdiges Zentrum zur Erinnerung. Die Region Hannover als Eigentümerin der Anlage sorgt dafür, dass kein Gras darüber wächst.


V.i.S.d.P. Region Hannover


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