Gärten im Wandel, Hannover (17)

Region Hannover
Gärten im Wandel
Gärten im Wandel


Reise zum Äquator

Auf wenigen hundert Metern passiert der Besucher Elemente aus verschiedenen Klimazonen. Von „dunkel nach hell“ könnte die Reise zum Äquator auch heißen oder auch von „dicht nach offen“. Sie beginnt in der Nähe des BMW-Turms mit einem Hain aus dicht wachsenden Schwarzkiefern. Die stehen normalerweise ziemlich weit nördlich am Polarkreis. Auch dieser rechteckige Garten - manche sagen „langes Handtuch“ - stammt aus dem Büro des berühmten Landschaftsarchitekten Kamel Louafi. Er hat eine unnachahmliche Art, die Vorstellung, die Phantasie von etwas wie hier den Klimazonen, in einen Gartenraum umzusetzen. Die Jahreszeiten überlagern das noch, die Zeit ohnehin. Die Gärten wandeln sich, Neues und Verfall sind gewünscht, „alles fließt“ war Louafis Leitspruch.

Doch gerade der Verfall hat - angefacht von Unbekannten - seit der Weltausstellung im Jahr 2000 so heftig an den Wänden, Wasserfällen, Teichen und Kunstobjekten genagt, dass jetzt schlicht von Vandalismus die Rede ist. Das wird ausgebessert. Bis zum Jubiläum „zehn Jahre danach“ im Jahr 2010 sollen die „Gärten im Wandel“ wieder den Gedanken Louafis folgen.

Der hatte nach dem abgesenkten Gartenteil mit Wasserwand, Kastenlinden und zentralem Patio offene Rasenflächen sowie dunkle und helle Beläge der Wege im Sinn. Viel davon ist auch noch zu sehen. Silberne Rohre und das Wasserspiel am Schiffsbug lassen schon den Übergang zum Mediterranen ahnen. Die Bambushaine, die im Grunde hohes Gras sind, bringen schon eine südländische Leichtigkeit in den Garten. Der Blick fällt auch hinaus auf den verzierten Pavillon vom Jemen sowie die blaue Ikea-Schachtel.

Dann steht da plötzlich ein oben offenes Sandhaus mit waagerechten Sehschlitzen. Drinnen wartet ein Beduine. Jedenfalls sollte der Besucher mal hineinschauen: Da sind in der roten Wand ein Beduine und sein Kamel als Relief zu erkennen. Spätestens hier flammt die Erinnerung auf an die paar Monate der Expo, als hier um die Ecke die Welt zu Gast war. Nationenpavillons standen in Hörweite.

Am Ende nimmt einen der Wüstengarten mit seinen stilisierten Sanddünen gefangen. Der Strandhafer und -roggen wächst am Rande. Die Reise zum Äquator ist dann mit Blick auf den Wal beendet.


V.i.S.d.P. Region Hannover


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