´

Rundwanderweg Mandelsloh - Amedorf (25)

Region Hannover
St. OsdagKirche mit Café Mandelsloh
Blick vom Naturbad Franzsee auf Amedorf im Sommer
Moor statt Chlor

Wer auf dem neuen Holzsteg am Franzsee Platz genommen hat, sieht die Seerosen im Wasser. Der Anblick erinnert an die „Seerosen“-Bilder Claude Monets (1840-1926). Grundschüler haben Monets Bilder nachempfunden und den Franzsee mit den Seerosen auf der zuvor weißen Wand am Eingang zum Schwimmbad nachgezeichnet. Diese farbenfrohe Wandmalerei stimmt ein auf das Badeerlebnis. „Moor statt Chlor“ verspricht die Franzsee-Initiative noch dazu, die den Badesee seit der Saison 1998 hegt und pflegt. Zum schönen Ausblick kommt also noch das gesunde Wasser.

Mooriges Wasser ist gut für die Haut, das weiß jeder Kurgast. Menschen mit Hautproblemen und solche, die auf Chlor allergisch reagieren, sollten sich eine Dauerkarte für den Franzsee lösen. Kinder lassen sich von der Rutsche in Wasser gleiten, plantschen in einem kleinen Becken oder tollen auf der Wiese. Da wird auch gegrillt. Da breiten Familien ihre Picknickdecken aus. Die Initiative aus Privatleuten im Ort, die das 1997 von der Schließung bedrohte Bad rettete, will demnächst sogar eine Sauna und neue Umkleidekabinen bauen. Dann wird das Bad nicht nur von April bis September, sondern ganzjährig offen sein - zum Abkühlen wird dann in den drei bis vier Meter tiefen Natursee gesprungen.

Aus dem Welzer Moor fließt ein Graben durch den See und speist ihn mit Frischwasser. Als Seegraben mündet er in die Leine. Zehnmal im Jahr wird die Qualität des Badewassers amtlich untersucht. Fische fühlen sich ebenfalls wohl darin. Nebenan grasen Pferde. Seit 1934 wird der Badesee genutzt, der früher beim Tonabbau zur Ziegelherstellung entstand. Aus dem ebenfalls dort gewonnenen Raseneisenstein wurde Ende des 15. Jahrhunderts der mächtige Turm der bereits seit 1150 bestehenden St. Osdag-Kirche in Mandelsloh gebaut. Heinrich der Löwe (1129-1195) gilt als Erbauer.

Die romanische St.-Osdag-Kirche ist nicht nur sehenswert (etwa weil es der erste monumentale Backsteinbau in Norddeutschland ist, sie eine flache Holzdecke und seltene Wandmalereien zieren), sie hat eine hervorragende Akustik. Die machen sich viele Orchester und Chöre für regelmäßige Konzerte und Tonaufnahmen zunutze.

Die neu ausgeschilderten Rundwege verbinden die Kirche und das Café Mandelsloh mit der Friedhofskapelle am neuen Friedhof,  einem Bootssteg an der Leine mit gutem Ausblick in das Leinetal. Sie führen am Rande eines ehemaligen Altarms der Leine entlang, zu einer Zehntscheune  aus dem 16. Jh. auf dem Ziegeleiberg (sie wurde 1979 aus der Nähe des Schlosses Landestrost in Neustadt dorthin gebracht) sowie zum Hof Prinzhorn und durch die Feldmark zum Windpark. Der Spaziergang oder die Radtour (es gibt mehrere Varianten) lohnt zu jeder Jahreszeit, und der Franzsee lädt ebenfalls das ganze Jahr über zum Verweilen ein.


V.i.S.d.P. Region Hannover


Seite drucken