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Voller Symbole
Zunächst sollte man vielleicht einen Blick durch einen der Landschaftsfernseher werfen. Diese Holzrahmen aus dicken, markanten Ästen sind so installiert, dass man einen besonderen Blick auf alles Tieferliegende hat. Auf der Ostseite des Benther Bergs liegt der Landschaftskunstpfad Ronnenberg. Er verläuft von der Kalihalde aus als Schleife über den Höhen- und Talweg. Zwischen der Kalihalde und den bronzezeitlichen Hügelgräbern an der Nordseite des Benther Bergs sind verschiedene Landschaftskunstobjekte installiert.
An den Fernsehern steht jeweils eine Bank aus einem dicken Eichenstamm, aus deren Ende ein Tierkopf herausgemeißelt ist. Es sind ein Dachs, ein Büffel, ein Vogel und ein Schmetterling. Die Wahl der Tiere und des Materials geht auf die asiatische Lehre von den fünf Elementen zurück. Das Holz der Eichen vom Benther Berg ist eines davon, der Vogel symbolisiert das Metall, der Dachs die Erde, der Büffel das Wasser und der Schmetterling das Feuer.
Beginnt man seinen Weg von der Ortschaft Benthe aus, wandert man zwischen dem linker Hand liegenden Benther Berg und dem Kaliberg rechts entlang. Dieser Raum zwischen einem natürlichen und einem künstlichen Berg wird nun genutzt, um Kunst in die Natur zu integrieren.
Der Benther Berg mit seinem herrlichen, dunklen Buchenwald ist seit jeher ein beliebtes Naherholungsgebiet für diejenigen, die es beim Wandern ruhig angehen lassen wollen oder keine Lust haben, bis in den Deister zu fahren. Ein Vormittag genügt, um den Berg zu umwandern und anschließend bleibt noch Zeit, um in einer der Gaststätten am Weg eine Stärkung zu sich zu nehmen. Die Besteigung des 173 Meter hohen Gipfels gelingt auch ohne Seil und Steigeisen. Von oben genießt der Wanderer einen herrlichen Blick auf Hannover. Bei schönem Wetter kann man über den Stadtteil Linden hinweg bis zum Rathaus sehen. Aber nicht nur bei Spaziergängern ist der Berg beliebt, auch Mountainbiker nutzen ihn gerne.
Eine weitere Einladung zum Verweilen ist die an den Monolith-Stelen stehende Bankgruppe. Die Stelen aus Sandstein markieren die Wegkreuzung zwischen Benthe und Empelde. Dass sie etwas schief stehen ist Absicht; die Neigung soll an die Vergänglichkeit von Bauwerken erinnern.
Vergänglich kann auch die Landschaftskunst sein. Entlang des Weges tragen einige Bäume Wundverbände an ihren Ästen, ein Verband für den Zustand zwischen Wachsen und Sterben, der sich im Laufe der Zeit von selbst ablösen wird.
Der Zeit getrotzt haben bis heute die Hügelgräber. Zum Projekt Landschaftskunstpfad gehört nicht nur die Installation von Kunst, sondern auch die Aufwertung des Naherholungsgebietes durch die bessere Vermittlung von Zeugnissen der Vergangenheit. So hat man hier die Beschilderung erneuert, ebenso wie die am Eschteich. Der Besucher wird hier über die Geschichte der Nutzung der Landschaft und über die archäologischen Grabungen informiert. An den drei Stellen, wo man den Rundgang über den Landschaftskunstpfad beginnen kann, stehen außerdem Tafeln, die auf die Objekte hinweisen – sofern es sie bereits gibt, denn einige entstehen noch.
„4 Elemente am Berg“ zum Beispiel sind Ytongskulpturen, die in mehreren öffentlichen Live-Vorstellungen vor den Augen der Zuschauer an Ort und Stelle entstehen. Andere Skulpturen stehen bereits und sind auf eine längere Lebensdauer angelegt als etwa die Baumverbände. So trifft man im Regenwasserteich jenseits der B 65, denn bis hierher geht der Kunstpfad, auf eine Stahlfigur: „die Badenden“.
Auf diese Seite des Geländes gelangt man durch eine Unterführung, die ebenfalls neu gestaltet wurde. Hier geht die Landschaftskunst weiter: Die Wände sind mit Motiven durchwachsender Äste gestaltet worden.
Die auf dieser Seite liegende Abraumhalde ist mittlerweile begrünt worden, und man kann sie nach Anmeldung auch besteigen und besichtigen.
Neben der Abraumhalde befindet sich der „Feenwald“, ein Hain aus seltsam anmutenden, windgebeugten Bäumen. Überhaupt wird der Natur im Konzept Landschaftskunstpfad viel Raum gelassen. Die Schöpfer des Ganzen haben nicht nur das Naturdenkmal Eschteich mit ins Konzept eingebunden, indem sie den Besucher durch Fahnenmasten zu ihm geleitet, sondern auch die gesetzliche Naturausgleichsfläche genutzt. Hier entsteht zunächst ein Kunstprojekt der Universität, später dann wird sie dauerhaft naturnah gestaltet.
Auch die Landwirtschaft wurde mit einbezogen: Benther Landwirte haben zwischen dem Höhen- und dem Talweg einen Blühstreifen angelegt, auf dem einjährige Sommerblumen als Farbtupfer das Landschaftsbild bereichern.
Landwirtschaft, Bergbau, Archäologie und Kunst: Alles das wird in den Landschaftskunstpfad zwischen Benther Berg und Kalihalde meisterhaft integriert.
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