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Rittergut Dunau (32)

Region Hannover
Rittergut Dunau - Friedhof
Rittergut Dunau - Friedhof
Grün mit Tradition

Fährt man auf den Hof des Gutes Dunau zwischen Kirchwehren und Göxe im Calenberger Land, springen einem sofort Zeugnisse mehrerer Jahrhunderte ins Auge. Rechter Hand stehen hochmoderne landwirtschaftliche Geräte vor einer sechsgeschossigen Mühle von 1852, der Westflügel stammt gar noch aus dem 16. Jahrhundert. Der Besucher befindet sich auf einem lebendigen Baudenkmal.
Seit 450 Jahren wird das Gut Dunau von der Familie von Alten bewirtschaftet. Jobst von Alten, der heutige Hausherr auf Dunau, verkörpert bereits die 13. Generation des alten Geschlechtes. Der freundliche alte Herr bietet sachkundige Führungen auf dem Gehöft an und kann engagiert die Geschichte durch Geschichten wieder aufleben lassen.
Mit enormem Kenntnisreichtum setzt er die Familientradition der von Altens, die seit 1558 hier Ritter Lehnsherren und seit 1850 Eigentümer des Gutes sind, in Beziehung zu den größeren Zusammenhängen der Landesgeschichte. Und auch überregional ist der Name der von Altens in die Annalen eingegangen.

Ein von Alten schlug schließlich Napoleon bei Waterloo.
Ein den Garten betreffenden Bezug findet sich in der Person des Gärtners Hermann Wendland, der Mitte des 19. Jahrhunderts nicht nur maßgeblich für die Herrenhäuser Gärten verantwortlich zeichnete, sondern auch den Garten auf Dunau anlegte. Dem Besucher bietet sich, wenn er durch das Tor des Gehöfts in den Park gelangt ist, der atemberaubende Anblick einer großen Anzahl sehr alter, mächtiger Buchen. Hinter dem in Steinen eingefassten Rest des Wassergrabens liegt ein naturnah gestalteter Landschaftspark. Die ländliche Umgebung ermöglicht es, am helllichten Tage eine Ricke mit zwei Kitzen zu beobachten, macht es aber auch nötig, nachts die Wildschweine durch gezielten Einsatz von Halogenscheinwerfern zu vergraulen.
Linker Hand, der Sichtachse zum Gut folgend, führt ein Weg zur Perle der Anlage, dem von Altenschen Erbbegräbnis. Über eine idyllische Streuobstwiese schreitet der Gast auf eine Eiche zu, die schon 1875, als die Begräbnisstätte eingeweiht wurde, ein alter Baum war. Zu dieser Zeit wurde die Tradition aufgegeben, Familienmitglieder in der Kirche zu Kirchwehren zu bestatten. Es entstand eine Grabstätte im Schatten der Eiche.

Entsprechend beeindruckend ist heute ihre majestätische Größe. Die Eiche beschattet einen ungewöhnlichen Friedhof, der wiederholt als „offenes Mausoleum“ bezeichnet wurde. Der Hausherr bevorzugt die bescheidenere Bezeichnung Familiengrab. Ganz abwegig ist der Begriff nicht: Eine Sandsteinmauer umschließt die symmetrische Anlage, auf der heute Vertreter von etlichen Generationen derer Von Alten ruhen, und eine hölzerne Andeutung einer Pergola schließt symbolisch nach oben ab, ohne wirklich ein Dach zu bilden. Die Mauer, aus grob behaunen Steinen errichtet, drohte wegen fehlerhafter Verfugung einzustürzen, so dass mit Unterstützung der Gartenregion so einiges zum Erhalt beigetragen werden konnte.

Nun kann jeder mit fachkundiger Begleitung diese Grabstätte des uralten Adelsgeschlechtes besichtigen, und mit etwas Glück erfährt man von Jobst von Alten sowohl, wie es zum Sieg bei Waterloo kam, welches Wild sich hier beobachten lässt, als auch, wie die Rübenernte in der modernen Landwirtschaft funktioniert. Geschichte, natur und Technik komprimiert aus einer Hand. Gut Dunau lohnt einen Besuch.


V.i.S.d.P. Region Hannover


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