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Dorferlebnispfad Dollbergen (35)

Region Hannover
Insektenhotel
Die Fuhse, Bach zwischen Wiesen und Weiden
Rund ums Insektenhotel

Wie sich Wildbiene und Käfer küssen, lässt sich jetzt aus der Nähe verfolgen. Im Insektenhotel Dollbergen an der Friedenseiche sind Einblicke erwünscht. Jedenfalls hat eine Gruppe aus Ortsansässigen unter der Leitung der Kreissiedlungsgesellschaft Hannover dort mit Hilfe des Naturschutzbundes ein Stück Fachwerkwand nachgebaut und  überdacht. In diesen sechs Fächern der Wand sind statt der üblichen, harten Ziegel Lehmsteine, Stroh, Baumscheiben und ähnliches Material gepackt worden. Da finden Käfer und Insekten viele Löcher, um angenehm zu wohnen. Weiter unten ist noch eine Trockenmauer als Lebensraum vorhanden. Für die kleinen Tiere hat Dollbergen mindestens Fünfsternekomfort.

Das neue Hotel hat auch Zimmermädchen, Hausmeister und Portier. Jeweils eine Grundschulklasse kümmert sich um die Pflege des Insektenhauses. Der Findling mit den Jahreszahlen 1226 und 1976 neben dem Hotel verrät das Alter des heutigen Gemeindeteils von Uetze: 783 Jahre. Das Ortswappen auf dem Stein zeigt, was die Gegend prägt: Kartoffelpflanzen und Europas modernste Altölaufbereitung.

Der rund sechs Kilometer lange Erlebnispfad aber zeigt den alten Dorfkern mit seinen ungewöhnlichen Blickachsen und alten Gebäuden sowie die Fuhseniederung. Er beginnt an der Löwenzahnschule in der Ackersbergstraße. Was für ein schöner Name für eine Grundschule!

Zu sehen ist auf dem Rundweg, wie sich die Höfe vom Einhaus bis zum Vierseithof entwickelten, was ein Querdielenhaus ist oder wo die Mauerbienen oben im Lehmfachwerk einer Scheune aus- und einfliegen. Nur ein paar Meter weiter (An der Masch 9) hält Familie Rabe-Wendland an ihrem Vierständerfachwerkhaus am ersten Sonntag in den Monaten Mai bis August ein Hofcafé offen für alle.

Hinter der kleinen Brücke über die Fuhse lässt sich nicht nur die Sohlgleite aus Geröll im Wasser bewundern - da rauscht und verwirbelt das Wasser, das Wehr wurde beseitigt -, sondern manchmal auch der große Brachvogel oder der Graureiher. Im Landschaftsschutzgebiet wurde die Fuhse renaturiert. Sie entspringt unterhalb des Oderwaldes bei Flöthe in der Gegend um Salzgitter und mündet fast 100 Kilometer weiter bei Celle in die Aller.

Die Fuhseaue bei Dollbergen gibt den reizvollen Blick frei auf die weite Wiesenlandschaft; auch zwischen den Höfen hindurch öffnet sich plötzlich immer wieder dieser Fernblick (bei gutem Wetter bis zum Brocken im Harz). Hinter der anderen Fuhsebrücke weiter südlich ist sogar Platz fürs Picknick mit Bänken und Hockern aus Baumstämmen. Das Erlenbruch mit der Reiherkolonie und den Baumnestern am Niedermoor steht nicht fern.

Dann war da noch der Storch. Warum er seit ein paar Jahren nicht mehr auf dem Turm der kleinen Kirche brütet, ist unklar. Die liebevoll gestaltete Holztafel vor der Kirche gibt Auskunft, wann die letzten zwei Störche großgezogen wurden: 2003. Vielleicht landen ja dieses Jahr wieder welche.


V.i.S.d.P. Region Hannover


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