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Naturerlebnispfad Holtensen (39)

Region Hannover
Doppel-Acht für Neugierige

Wer den neuen Naturerlebnispfad in Holtensen am Deister besucht, überquert im Normalfall erst einmal den Kirchhof. Schon hier beginnt das Natur-Erleben, denn selten sieht man einen Kirchwall, der mit so vielen so hohen und offensichtlich alten Kastanien bewachsen ist. Fast überragen die Baumriesen die kleine Kirche. Hinter dem Kirchwall, zwischen Kinderspielplatz und Pfarrhaus,  beginnt der Naturerlebnispfad. Er wird wegen seiner Form auch Doppel-Acht genannt.

Zunächst gelangt der Besucher an den Feuerlöschteich. Er wird von einem kleinen Bach gespeist, über den eine Brücke führt. Die Wasseroberfläche liegt ganz still da, nur ein Entenpärchen zieht seine Kreise und kommt neugierig angeschwommen.

Wer den kleinen Bachlauf quert, gelangt auf die ehemalige Ponywiese. Ponys weiden hier nicht mehr, aber der Besucher kann hier seine mitgebrachte Stärkung zu sich nehmen, denn man hat eine Sitzgruppe mit Tisch aus Naturholz aufgestellt.

Durch ein Holzgatter gelangt man auf eine weitere, sonnigere Wiese. Entlang dieser Wiese verläuft eine Kuhweide. Auch die Kühe sind neugierig und starren den Besucher an. Hier kann man der Doppelacht in verschiedene Richtungen folgen. Hält man sich rechts, nähert man sich der Benjeshecke. Darunter versteht man eine Totholzhecke, die aus aufeinander geschichtetem Gehölzschnitt besteht. Durch Samenanflug oder über den Transport durch Vögel sollen hier neue Gewächse keimen und zusammen mit einigen der Schnittgehölze, die wieder neu wurzeln, langsam einen heckenartigen Wall bilden. Da jeder bei der Entstehung zuschauen kann, eignet sich eine Benjeshecke sehr gut für kurz- und längerfristige Naturbeobachtungen. Häufig ziehen Vögel im Gestrüpp ein und brüten dort, und auch kleinere Säugetiere werden angelockt.

Weitere Naturbeobachtungen können auf der nächsten Wiese gemacht werden. Hier hat man ein ganzes Ensemble von Geräten angelegt, die alle Sinne ansprechen sollen. Der Tastsinn wird durch einen Fußtastpfad herausgefordert. Wer schafft es wohl, ihn barfuss abzulaufen und alle verwendeten Materialien mit den Fußsohlen zu erspüren? Das Gehör wird durch eine Klangorgel angeregt. An Seilen hängen Holzstäbe, die je nach Größe unterschiedliche Tonhöhen produzieren, wenn sie aneinander stoßen. Die Sinne völlig verwirren soll schließlich ein frisch angelegtes Labyrinth.

Auch die unterirdische Natur kann entdeckt werden: In einer sauber ausgestochenen Grube ist das Bodenprofil sichtbar. So lässt sich die Bodenbeschaffenheit in unterschiedlicher Tiefe studieren. Wer dem Himmel mehr zugetan ist als der Erde, der hat die Gelegenheit, selbst Sonnenuhr zu spielen, indem er sich in eine Anlage stellt, wo er selbst der Zeiger der Uhr ist.
Auf dem Rückweg zu den Kühen gelangt man durch verlassene Kleingärten, von denen einige absichtlich naturbelassen und verwildert sind, um den heimischen Vögeln ein Rückzugsgebiet zu geben. Auch Fledermauskästen sind zu sehen.
Wie werden die verlassenen Kleingärten wohl in 50 Jahren aussehen? Wird die Natur sie völlig zurückerobern? In 50 Jahren wird jedenfalls die neu gepflanzte Süntelbuche mit ihren Krakenästen etliche Quadratmeter der Wiese eingenommen haben.

Neugierig darf man auch sein, ob das Konzept der Benjeshecke gelingt und sich ein bewachsener Wall als Biotop für Wildtiere gebildet haben wird.
Neugier auf Natur wecken, das soll die Doppel-Acht, der Naturerlebnispfad in Holtensen, und es sieht so aus, als gelänge ihm das ganz großartig.


V.i.S.d.P. Region Hannover


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