| Home | Regionskarten | Impressum | Kontakt | English | Suche |
|
||||
|
|
||||
|
||||
|
||||
|
||||
Von Nicola Zellmer
Die Zeiten haben sich geändert. Während Katastrophen wie das als Jahrhundertflut klassifizierte Elbe-Hochwasser im Jahr 2002 früher tatsächlich nur alle 100 Jahre auftraten, sind die Zeiträume zwischen zwei Naturereignissen heute kleiner geworden - unter anderem wegen des Klimawandels. Das machte die ehemalige Bundesministerin Irmgard Schwaetzer am Montagabend vor rund 100 Teilnehmern bei der Veranstaltung "Wissenschaft im Rathaus" deutlich, die diesmal dem Thema Hochwasser, Dürre und Tsunamis gewidmet war. "Wir müssen umdenken", sagte die Vorsitzende des Deutschen Komitees für Katastrophenvorsorge.
Ihre zentrale Aufgabe sehen die Katastrophenschützer in der Frühwarnung. Wie effektiv solche Systeme sein können, hat Japan als besonders erdbebengefährdete Region vorgemacht. Seit es über Radio und Fernsehen Frühwarnungen gibt, ist die Zahl der Erdbebenopfer deutlich zurückgegangen. Bei dem Tsunami, der Weihnachten 2004 Südostasien erschütterte, gab es hingegen keine derartigen Frühwarnsysteme. ERst danach begann ein internationales Wissenschaftlerteam, Warnbojen zu installiseren, die jedes Seebeben melden, das stark genug wäre, an der Küste einen Tsunami auszulösen.
"Das Problem beim Katastrophenschutz ist, die vorhandenen Informationen den Akteuren vor Ort zugänglich zu machen", erklärt Robert Backhaus vom UN-Programm SPIDER. SPIDER sieht sich als Informationsmakler für Katastrophenfälle und vermittelt betroffenen Ländern beispielsweise Satellitenaugnahmen. Zudem unterstützen die SPIDER-Experten Regierungen und Organisationen beim vorsorgenden Katastrophenschutz. "Denn nach der Katastrophe bedeutet immer auch vor der Katastrophe", machte Backhaus deutlich.
Wie hilfreich Satellitenbilder und Katastrophensimulationen sein können, zeigte Prof. Torsten Schlurmann, geschäftsführender Direktor des Franzius-Instituts für Wasserbau und Küsteningenieurwesen der Leibniz Universität Hannover. Für die bislang vom Tsunami verschonte Küstenstadt Padang auf Sumatra haben er und seine Kollegen eine Simulation erstellt. "Damit können wir mikroskopisch genau vorhersagen, welche Dynamik ein Tsunami in der Stadt entwickeln würde", sagte Schlurmann. "Das hilft uns, gemeinsam mit den lokalen Behörden zu optimierten Evakuierungsplänen zu kommen."