Am 10. Juni wurde in der 32. Sitzung des Migrationsausschusses über die Zuwendungsbewilligung des zweiten Wettbewerbs im Rahmen des „Gesellschaftsfonds Zusammenleben“ entschieden. Für diesen waren bis zum Ende der Ausschreibungsfrist am 31. Januar insgesamt 19 Anträge gestellt worden. Die Jury hat in eingehenden Beratungen die folgenden drei Maßnahmen ausgewählt, die fortan gefördert werden:
- FAUST e.V.: MSO-Netzwerk im Aufbau
Das Projekt „MSO-Netzwerk im Aufbau“ soll mit 57.500 € gefördert werden. Zum Hintergrund:
Migrantenselbstorganisationen, abgekürzt: MSO, leisten seit vielen Jahren einen großen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in Hannover. Dabei kooperieren einzelne Organisationen je nach Situation gern miteinander, in der Hauptsache arbeiten die meisten für sich allein, was sich auch bei den Bewerbungen zur zweiten Ausschreibungsrunde des GFZ zeigte: Jeder Verein beantragte Förderung für eigne Maßnahmen, aber es gab keine vereinsübergreifende Anträge.
Statt viele kleine Einzelförderungen zu vergeben, schlug die Jury vor, ein MSO-Netzwerk zu schaffen, in das sich die interessierten Vereine und Gruppen integrieren können. Durch die zu schaffende Struktur soll dann an der Entwicklung interkultureller, antirassistischer und zukunftsorientierter Modelle des Miteinanders gearbeitet werden.
Das Netzwerk, das sich noch im Aufbau befindet, soll dabei möglichst wenig hierarchisch, dafür aber umso mehr partizipationsorientiert und flexibel angelegt sein. Die beteiligten Organisationen können dadurch die Stärken und Möglichkeiten ihrer Kooperationspartner nutzen, um so Synergien zu schaffen und zur „interkulturellen Öffnung“ der MSO beizutragen.
Insgesamt haben sich 24 Vereine und Gruppen zusammengeschlossen, die dieses Projekt gemeinsam durchführen wollen. Dazu zählen die folgenden: ADV-Nord e.V., Afghanisches Frauennetz Verein e.V., AMFN e.V., Arkadas e.V., AK BiN, BTEU e.V., Casa Latina Hannover e.V., Children of the Earth e.V., Dia PI e.V., ErfinderClub-Ewrika, FAUST e.V., Flüchtlingshilfe Fond e.V., Freizeitheim Vahrenwald, Griechische Gemeinde in Hannover und Umgebung e.V., Günes e.V., IIK e.V., kargah e.V., Kurden Komitee Hannover e.V., Kurdistan Volkshaus in Hannover e.V., Radio Flora-International e.V., Romane Aglonipe e.V., Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk Hannover e.V., Türkische Gemeinde in Niedersachsen und Vietnam-Zentrum-Hannover e.V.
Mittlerweile verfügt das Netzwerk über eine Internetpräsenz, die unter www.miso-netzwerk.eu zu erreichen ist.
- Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule: „Kompetentes Handeln in der Kommune“ und „Hannover ist für alle da! Die Stadtverwaltung zum Anfassen“
Für die Weiterbildung von Vorstandsmitgliedern und religiöser Funktionsträger/innen aus Migrationsreligionsgemeinden und von MSO-Funktionsträger/innen soll die VHS Hannover mit 20.000 € gefördert werden.
Die Maßnahme „Kompetentes Handeln in der Kommune“ hat zum Ziel, Migrationsreligionsgemeinden in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Das betrifft sowohl die seelsorgerischen und beratenden Tätigkeiten innerhalb der Gemeinden, aber auch die Öffnung und Kontaktaufnahme zur Stadt Hannover, der Stadtverwaltung, zu Beratungsstellen und anderen Religionsgemeinschaften vor Ort. Zusätzlich soll unter dem Titel „Hannover ist für alle da! Die Stadtverwaltung zum Anfassen“ eine Fortbildungsreihe für MSO-Vertreter/innen geschaffen werden, die deren Informationsbedarf zu kommunalen, politischen, sozialen, Bildungs- und Gesundheitsfragen abdeckt. Das ist besonders wichtig, da MSO oftmals der erste und nicht selten der einzige Ansprechpartner für Menschen mit Migrationshintergrund und für Neuzugewanderte sind.
- Stadtbezirksmanagement: „Kompetenzstärkung für migrantische Mitglieder in Integrationsbeiräten“
Für die Qualifizierung und Kompetenzstärkung der Mitglieder mit Migrationshintergrund in den Integrationsbeiräten der Stadtbezirke soll das Stadtbezirksmanagement eine Förderung von 6.500 € erhalten. Dafür sind unterschiedliche Fortbildungsangebote geplant, darunter beispielsweise Themen wie „Fördermittel – Antragstellung und -bewertung“ oder „Wie funktioniert eine Stadtverwaltung? Moderation und Leitung von Arbeitsgruppen und Sitzungen“. Darüber hinaus sieht die Jury des GFZ einen großen Vernetzungsbedarf unter den elf Integrationsbeiräten der Stadt, der ebenfalls durch die Fördermittel gedeckt werden soll.