Aktiv gegen Zwangsheirat!
Eine Ehe, die gegen den freien Willen eines Menschen geschlossen wird, ist eine schwerwiegende Verletzung der persönlichen Freiheit, von der vor allem Mädchen und junge Frauen betroffen sind. Vor diesem Hintergrund müssen Zwangsverheiratungen als „Spitze des Eisberges“ psychischer und physischer Gewalt gegen Mädchen und junge Frauen betrachtet werden. Zwar verstößt die erzwungene Eheschließung eindeutig gegen geltendes Recht in Deutschland wie auch gegen die UN-Menschenrechtsabkommen:
„Eine Ehe darf nur aufgrund der freien und vollen Willensbildung der zukünftigen Ehegatten geschlossen werden.“ (Artikel 16 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte)
Dennoch werden die wenigsten Fälle strafrechtlich verfolgt. Zwangsheiraten sind jedoch nicht als private und kulturelle Angelegenheit zu legitimieren. Sie müssen als patriarchalische Vorstellungen von Geschlechterrolle und autoritäre Familienstrukturen, wie sie in einigen Migrantenmilieus in Deutschland vorzufinden sind, geächtet, verhindert und bestraft werden.
Seit 2006 ist das Thema Zwangsheirat ein Arbeitsschwerpunkt im Sachgebiet „Integration, Politik und Verbände“. Das Sachgebiet ist federführende Geschäftsstelle für die ebenfalls seit 2006 tätige Arbeitsgruppe gegen Zwangsheirat. Diese AG ist wiederum Teil des „Runden Tisches gegen Männergewalt in der Familie“ des Hannoverschen Interventionsprogramms (HAIP). Sie veranstaltet seitdem Workshops und Fachtagungen, entwickelt Beratungsstandards und führt seit 2008 Erhebungen über die quantitative Entwicklung von Zwangsheirat in Hannover durch. Die HAIP-AG gegen Zwangsheirat ist Kooperationspartnerin für Planung und Durchführung des aktuellen Programms „Aktiv gegen Zwangsheirat“.
Eine Übersicht zu den Mitgliedern der HAIP-AG gegen Zwangsheirat finden Sie hier: