„Für Hannover als Partnerstadt Hiroshimas sowie für alle Städte, die als »Mayors for Peace« mit Hiroshima verbunden sind, ist 2010 ein entscheidendes Jahr.“ Mit diesen Worten wendete sich Oberbürgermeister Stephan Weil beim Jahrestreffen 2009 der deutschen Mitgliedsstädte am 27. November im hannoverschen Rathaus an die teilnehmenden Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. Bei der Überprüfungskonferenz zum atomaren Nichtverbreitungsvertrag im Mai in New York gehe darum geht, inwieweit die Atomwaffenstaaten endlich ihre Verpflichtung erfüllten und wirkliche Schritte zur atomaren Abrüstung einleiteten. Nur dann, so stellte der Oberbürgermeister fest, bestehe die Hoffnung, ein ungehemmtes atomares Wettrüsten mit katastrophalen Folgen zu verhindern. Die Mahnung der japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki, dass sich die Schrecken atomarer Zerstörung niemals wiederholen dürften, könne sich nur bei einem Erfolg der New Yorker Konferenz erfüllen.
In seiner Videobotschaft an die Konferenz begrüßte der Präsident der „Mayors for Peace“, Hiroshimas Bürgermeister Dr. Tadatoshi Akiba, dass sich die Chancen auf nachhaltige Abrüstungsschritte, für die die Bürgermeister seit Jahren einträten, durch Entscheidungen der UN-Gremien, vor allem aber die Prager Rede US-Präsident Obamas verbessert hätten. Ein weiterer Anstieg der Zahl der Mitgliedsstädte auf über 5.000 bis zur Konferenz in New York solle zeigen, wie sehr sich die Städte dagegen wehrten, zu Zielscheiben zu werden.
Staatsminister Dr. Werner Hoyer, MdB, Auswärtiges Amt, erläuterte in seinem Referat die abrüstungspolitischen Ziele und Vorhaben der neuen Bundesregierung, die mit Nachdruck die von Präsident Obama unterbreiteten Abrüstungsinitiativen unterstütze. „Gerade aus deutscher Perspektive ist es wichtig“, ergänzte er, „dass in den wieder in Gang gekommenen Abrüstungsprozess auch die taktischen Nuklearwaffen einfließen.“ Er betonte, die noch in Deutschland und in einigen europäischen Staaten stationierten US-Atomwaffen seien als Relikte des kalten Krieges auch militärisch verzichtbar geworden und sollten abgerüstet werden. „Die neue Bundesregierung“, so der Staatsminister, „ist bereit, auch auf diesem Gebiet die Initiative zu übernehmen.“
Nach einem intensiven Meinungs- und Erfahrungsaustausch unterstrichen die Bürgermeister in ihrer Abschlusserklärung, dass Abrüstung und Beseitigung von nuklearen Massenvernichtungswaffen für die Bürger der Städte und Gemeinden höhere Sicherheit bedeuteten. Nichtverbreitung und Rüstungsbegrenzung allein reichten aber nicht aus, um eine nuklearwaffenfreie Welt zu erreichen. Im Zusammenhang mit der Forderung nach dem Beginn von Verhandlungen für ein völkerrechtsverbindliches Rahmenwerk für eine weltweite Nulllösung bis 2020 appellierten sie an die Bundesregierung, einen sofortigen Verhandlungsbeginn dafür zu unterstützen.
Die Vertreter der Städte verpflichteten sich, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Veranstaltungen zu diesem Thema durchzuführen oder zu fördern. Sie wollen sich weiterhin an Aktionen in Kooperation mit der Kampagne „unsere Zukunft atomwaffenfrei“ beteiligen und Vertreter zur Überprüfungskonferenz für den Nichtverbreitungsvertrag entsenden. Das nächste Treffen der deutschen „Mayors for Peace“ soll auf Einladung der Stadt Potsdam im Juni nächsten Jahres dort stattfinden.