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Geschichtliches aus Körtingsdorf Die Entstehung der Siedlung Körtingsdorf am östlichen Rand von Badenstedt ist eng verbunden mit der Entwicklungsgeschichte der Firma Körting vor über 130 Jahren. |
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Die nachfolgenden Seiten, die von Monika Sonneck und Andreas Gebert zusammengestellt wurden, geben einen kleinen Einblick in die Gründungsphase der Firma und in die Siedlungsgeschichte. |
Firma Körting
Homepage |
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Die Gründung der Firma Körting Die Firma Körting in der Badenstedter Straße Die Anlage der Siedlung Körtingsdorf Körtingsdorf zwischen Bornum und Linden |
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Die Firmengründer Ernst und Berthold Körting |
Die Firma Körting wurde 1871 in einer kleinen Werkstatt gegründet. Man produzierte selbst- entwickelte Injektoren und Dampfstrahlapparate. 1872 wurde aufgrund der sich ausweitenden Produktion eine Fabrik in der Celler Strasse gebaut. Die Produktpalette erweiterte sich um Lenzpumpen, Strahlkondensatoren und Benzinmotoren. 1889 erfolgte der Umzug in die Badenstedter Straße. Dort gab es einen direkten Zugang zur Eisenbahnlinie zum Bahnhof Küchengarten und ab 1894 führte die elektrische Straßenbahn direkt an der Fabrik vorbei. |
| Die Firma Körting in der Badenstedter Straße | |
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Aus der Werkstatt mit zwei Arbeitern im Jahre 1871 entstand ein Werk mit 376 Angestellten und 1700 Arbeitern und vielen sozialen Errungenschaften. In der Fabrik wurde eine Krankenkasse eingerichtet, lange bevor sie gesetzlich vorgeschrieben war. Für etwaige Unfälle und für Sprechstunden stand ärztliche Betreuung täglich zur Verfügung. Unentgeltlich konnten Badeeinrichtungen mit Brause- und Wannenbädern von der Belegschaft benutzt werden. |
Fabrik um 1890 |
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Anfang der 1890er Jahre wurde auf einem dem Werk gegenüberliegenden Gelände der Grundstein für eine Arbeitersiedlung gelegt. Doppelhäuser wurden gebaut, und für jede Wohnung waren Stallungen und ein Gartenland von 800 qm vorgesehen. 1893 kam eine Schule für 120 Kinder hinzu. Die Siedlung wurde 1895 unter dem Namen „KÖRTINGSDORF" amtlich eingetragen. |
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Siedlungsplan |
Aufgrund gerichtlicher Auseinandersetzungen wurde die komplette Planung der Siedlung nicht verwirklicht. Auf dem Gelände von 1893 wurde die Schule für 120 Schulkinder und 2 Lehrer eingeweiht. Einige kleine Geschäfte und eine kleine Gastwirtschaft mit Kegelbahn wurden eröffnet. Einen Teil des Bornumer Holzes wollte man stehen lassen, dort sollte eine Waldwirtschaft gebaut werden. |
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Körtingsdorf zwischen Bornum und Linden
Die Gemeinde Bornum wollte in keinem Fall Folgekosten (Schule, Verwaltung, Armenlasten, Wege etc.) durch den Verkauf haben. Nach gerichtlichen Auseinandersetzungen wurde die Baugenehmigung zurückgezogen und ein Vergleich geschlossen. Ortsstatut
Letztendlich gab es neben der eigenen Schule einen eigenen gleichberechtigten Gemeindevorsteher für Körtingsdorf in der Bornumer Gemeindeversammlung. Ursprünglich wollten die Bornumer den Körtingsdorfern nur einen untergeordneten Gemeindevorsteher zubilligen. Um das Stimmrecht der Körtingsdorfer in der Gemeindeversammlung zu verhindern, befreite man sie von den Gemeinde- einkommenssteuern. Bis zur Eingemeindung nach Linden 1909 brauchten die Körtingsdorfer keine Steuern zu bezahlen. |
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Gartenidylle |
Man gebe dem Arbeiter eine freundliche Wohnung, man gebe ihm einen Garten und ein Stück Feldland und der gesunde Sinn des norddeutschen Arbeiters, meist noch vom Lande stammend, würde sich sofort von Wirtshaus und von den Notstandserörterungen am Biertische der Pflege der Häuslichkeit und seines Gartens zuwenden." ( Ernst Körting) Die Firmengründer verfolgten mit der Anlage der Siedlung das Ziel, ihren Arbeitern und Angestellten gesunde Wohnverhältnisse zu ermöglichen. Im Gegensatz zu den oft engen und dunklen Wohnungen in Linden gab es in Körtingsdorf relativ großzügige Wohnungen mit großen Gärten zum Gemüseanbau und zur Nutztierhaltung. Gleichzeitig wollte man mit der werkseigenen Siedlung die ausgebildeten Fachkräfte an das Unternehmen binden. Streikende oder aufmüpfige Arbeiter konnten ihre Wohnungen verlieren. |
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Zu jedem Grundstück gehörten ein Stall und ca. 800 qm Gartenland. In jeder Doppelhaushälfte befanden sich zwei Wohnungen mit je drei Zimmern und einer Küche. Meist gab es im Obergeschoß eine fünfte Wohnung. Besonders stolz war man auf die relativ "große" Wohnküche mit 16 qm, in der gemeinsam die Mahlzeiten eingenommen wurden und der Arbeiter seinen Mittagsschlaf halten konnte. Für jedes Doppelhaus gab es eine gemeinsame Waschküche im Keller. " Die Hausordnung schreibt den Bewohnern vor, daß sie nach der Strasse zu stets für gut geputzte Fenster und weisse Vorhänge zu sorgen haben." |
Haus in Körtingsdorf |
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