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16.06.2010
Anderten auf dem Weg:
Welche Perspektiven hat unser Ort?
Vortrag von Stadtbaurat Uwe Bodemann
Bericht und Bilder: Frank Weber
(Mit Erlaubnis des Autors von der Web-Seite der ev.-luth. Gemeinde St. Martin übernommen - NANAnet Misburg-Anderten sagt danke.)
Der letzte Vortrag unserer Vortragsreihe „Anderten auf dem Weg“ wurde trotz Fußball-WM und des sommerlichen Wetters gut angenommen. Das Publikum kam später als zu den voran gegangenen Vortragsabenden, was sicher auch daran lag, dass die Interessierten die Ausstellung zur Geschichte Andertens bereits ausführlich studiert hatten.
Herr Bodemann hatte mit seinem Mitarbeiter Herrn Bernhard eine Zusammenstellung der „baulichen Gesamtlage“ mit vertiefenden Einblicken in aktuelle und zukünftige Projekte vorbereitet. Im Gespräch mit den Besuchenden wurden dann einzelne Themen vertieft.
Die Mitte des Dorfes bzw. Stadtteils ist bei den Planenden mittlerweile ein wichtiger Punkt: Was kann man tun, damit gewachsene Mitten nicht an Leben verlieren? Im zentralen Einkaufsgebiet „Am Tiergarten“ soll auch zukünftig ein attraktives Einkaufsquartier erhalten bleiben, was Veränderungen der Geschäftsflächen erforderlich macht. — Herr Bodemann hofft, dass dort, wo ein wichtiger Anbieter ist, weitere sich ansiedeln werden, was die Stadt so gut begleiten und fördern möchte, wie es möglich ist.
Anderten, so Bodemann, ist beides: Dörflich geprägt und doch äußerst städtisch. Solche Bereiche, die immer aus umfassenden Änderungen resultieren, in Anderten war es die Mergel– und Zementindustrie ab Ende des 19. Jahrhunderts in Verbindung mit der Ölindustrie (Deurag-Nerag), sind besonders spannend. Man kann sie nicht so erhalten (wollen), wie sie einst waren. Aber man muss verantwortlich gestalten und planen. Das hat die Gemeinde Anderten bis zur Eingemeindung getan, das hat aber auch die Stadt Hannover getan. Große Fortschritte sind die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (Stadtbahnverlängerung 2002, S-Bahn Haltestelle zur EXPO-2000), auch wenn kritisch nach Park + Ride Parkplätzen am neuen Endpunkt der Linie 5 gefragt wurde: Das ist eine Aufgabe der Region, die Stadt kann hier, zumal angesichts ihrer Finanzlage, nichts aus eigener Kraft unternehmen.
Ein neues Verkehrsprojekt ist die dreischrittige Umgehungsstraße zur Anderter Straße durch das Gewerbegebiet (Lohweg usw.), wobei eine Anbindung an die B65/Schnellweg-Ausfahrt Anderten erwünscht ist. Doch erst muss hier noch einiges an kleinteiliger Arbeit getan werden. Dieses Projekt soll den Gewerbeflächen östlich des Kanals helfen.
Einige neue Stadthäuser am Kanal mit Wasserblick sind in der mittelfristigen Planung. Und derzeit macht sich ein gewisser Rückgang des „Raus aufs Land“ (in die Randgemeinden des „Speckgürtels“ der Großstadt) bemerkbar: Städtisches Wohnen wird wieder attraktiver.
Recht kontrovers wurden besprochen:
AMK-Haus (wie kann das Projekt mit Plänen, Karten, Unterstützung durch die Verwaltung usw.) vom TSV und anderen voran gebracht werden? Hier wies besonders Bernd Strauch darauf hin, dass es kleinschrittig aber stetig — und wegen der klammen Finanzlage vielleicht nur in mehreren Schritten — vorangehen könne. Herr Bodemann sicherte Herrn Rochner zu, benötigte Unterlagen gerne zu beschaffen zu helfen, sofern diese verfügbar seien.
Süßeroder Straße, neues Wohngebiet, KiTa: Die Süßeroder Straße ist nach Anwohnendeneinschätzung an ihrer Belastungsgrenze. Ein weiterer Ausbau des Wohngebietes ist ohne verbesserte Anbindung, kaum zumutbar. Das Projekt einer weiteren KiTa muss in diesem Zusammenhang mit bedacht werden. — Hingewiesen wurde besonders auch darauf, wie Bürger/innen-Wille, Verwaltung und Politik in guter Weise miteinander arbeiten müssen, damit die beste Lösung erreicht werden kann.
Thema Markt: Herr Bodemann stellte dar, dass es besonders seitens der „Marktbeschicker“, also der entsprechenden Erzeuger oder Anbieter, kein besonderes Interesse an einem weiteren Markt gäbe, so attraktiv der für den Stadtteil wäre. Hier müsse aber dringend weiter nachgefasst werden, damit die „Mitte des Dorfes“ zunehmend deutlich empfunden und erlebt werden könne. Die Feste am Bache, die Belebung durch den Spielplatz usw., das wären schon gute Schritte in die richtige Richtung.
An der Nassen Wiesen/Wasserweg usw. ist keine Planung weiterer Bebauung. Das Areal ist als Naherholungsgebiet und auch im Zusammenhang mit dem „Wasserregiment“ mit den anderen Bereichen (Königsberger Ring/B65 Richtung Kronsberg, Ententeich zwischen Königsberger Ring/Süßeroder Straße und einem evtl. Nass-/Überschwemmungsbereich/Teich… zwischen Neubaugebiet Süßeroder Str. und Bemerode besonders wichtig für das Ökosystem.
Ein Ausbau mit einer weiteren Einheit Wohnhäuser ist am Eisteichweg Richtung Oisseler Str./Bugweg geplant, hier soll auch ein neuer Spielplatz entstehen.
Im Rahmen der veränderten Schulnachfrage (Trend zur Gesamtschule) könnte im Schulzentrum Anderten mittelfristig ein Freizeitangebot für Jugendliche trotz der wachsenden Nachfrage nach Grundschulplätzen entstehen. Weitere Planungen und Entwicklungen sind aber abzuwarten.
Als Kirchengemeinde sind wir allen, die sich so rege eingebracht haben, die an den Abenden teilgenommen haben, die vorgetragen haben, auch denen, die vom Bezirksrat Grußworte vortrugen, sehr dankbar. Wir möchten als „Kirche im Dorf“ mit anderen etwas dazu tun, dass Anderten lebenswert bleibt. Und wir sind sehr dankbar für das gute Miteinander.
(Die Bilder dürfen unter Namensnennung und Wahrung der Rechte der Abgebildeten gerne redaktionell benutzt werden.)
Frank Weber

Bezirksplaner Johannes Bernhardt - Stadtbaurat Uwe Bodemann - Pastor Helmut Kühl

Bezirksplaner Bernhardt - Architekt Ahrens - Stadtbaurat Bodemann

Begrüßung: Stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Antje Niewisch-Lennartz


Vortrag Stadtbaurat Uwe Bodemann

v. l.: stellvertr. Bezirksbürgermeisterin Antje Niewisch-Lennartz -
Bezirksbürgermeister Knut Fuljahn - Ratsfrau Angelika Pluskota



Fragesteller Bezirksratsherr Barthold Meiß

Antwort: 1. Bürgermeister Bernd Strauch

1. Bürgermeister Bernd Strauch

Pastor Kühl dankt Stadtbaurat Bodemann

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