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24.05 und 04.07. 2010
Von Bierbrauern und Wäschefrauen – Eine szenische Führung in vergangene Zeiten
Bericht: Eberhard Bergmann
Bilder: Peter Rudolph
1025 Jahre Anderten – was lag zu diesem Stadtteiljubiläum näher, als eine alte Idee aufzugreifen: ein szenische Führung durch den Ort zu veranstalten. Als dann noch eine Anregung aus dem Vorbereitungskreis kam, war das ein zusätzlicher Motivationsschub. Mit den „Stattreisen“-Schauspielern Kerstin Athen und Rainer Künnecke wurden Spielszenen für vier Orte entwickelt, die in der Geschichte Andertens eine prägende Rolle gespielt haben: Straßenbahn, Wäschefrauen, Schule und Brauerei. Das Ergebnis waren zwei szenische Führungen durch Anderten, die allen Beteiligten und Gästen viel Spaß gemacht haben.
Lebendig, anschaulich und spaßig konnte das Publikum einen Blick in vergangene Zeiten tun. Mit über 200 Besuchern an beiden Tagen (24.Mai und 4.Juli 2010) war die Resonanz größer als angenommen. Erstaunlich rege war das Interesse junger Menschen und Familien. Besonders die Kinder verfolgten gespannt das Geschehen an den Spielorten.
Die Straßenbahn, die mit der Entwicklung Andertens eng verbunden ist, war mit einem Oldtimerzug präsent und ein altgedienter Schaffner erzählte humoriges und kauziges aus früheren Zeiten. Es war interessant und zugleich nachdenklich, wenn man bedenkt, wie komfortabel man heute fährt.
Am Bache war echte Hausfrauenarbeit gefragt. Im Zeitalter vollautomatischer Waschmaschinen war es doch beeindruckend, wie viel Mühe und Plackerei nötig war, um die Wäsche sauber zu bekommen, selbst wenn Unterhosen von einem kleinen „Malheur“ befreit werden mussten.
Die Schule, ach, die Schule, Ort mancher Erinnerung. Es war doch eine schöne Zeit, trotz Strenge und Disziplin. Und klar ist: Anderten ist die Wiege der Zivilisation, und nicht Kirchrode oder Kleefeld oder gar Hannover.
Den Abschluss des historischen Spaziergangs bildete die Brauerei. Es war sehr beeindruckend zu hören, wie „mühevoll“ der Transport der Bierfässer war und immer so durstig machte getreu dem Spruch: Ewig gleich und ungeschwächt erbt der Durst sich der Germanen von Geschlechte zu Geschlecht. Gottseidank fanden die Pferde des „überforderten“ Bierkutschers alleine Heim, und so mancher Rausch wurde im Heu ausgeschlafen. Ach wie schön, wenn Frauen dann die Übersicht behalten und alles einen versöhnlichen Abschluss findet, bei einem wohl verdienten Bier – versteht sich.
An dieser Stelle nochmals einen herzlichen Dank an alle Mitwirkenden, den Schauspielern und Mitgliedern der Freunde Andertens. Dank an den Bezirksbürgermeister, der diesen gelungenen Beitrag zum Stadtteiljubiläum am Ende mit einer Urkunde würdigte.
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