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10.03.2010
Stolperstein an der Anderter Straße
erinnert an einen aufrechten Demokraten
Bildbericht: Kuno
Am 23.03.2010 wurde einer von jetzt 85 Stolpersteinen zur Erinnerung an Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Anderten verlegt. Dieser Betonquader mit einer Messingplatte an der Oberfläche erinnert an das Schicksal von Anton Macioszyk an seinem letzten bekannten Wohnort an der Anderter Straße 140.
Geschaffen wurde dies von dem Kölner Künstler Günter Demnig.
Bezirksbürgermeister Knut Fuljahn würdigte mit mahnenden Worten das Leben und Leiden von Anton Macioszyk in Anderten.
Anwesend waren Angehörige und Bürger aus dem Stadtteil sowie Vertreter des Rates der Stadt Hannover - an der Spitze der 1. Bürgermeister Bernd Strauch - sowie Mitglieder der Bezirksratsfraktionen Misburg-Anderten, der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft, des Stadtarchivs und des städtischen Fachbereichs Bildung und Qualifizierung.
Am 23.Juni 1933 wurde Anton Macioszyk von den Schergen der SA abgeholt und brutal zusammengeschlagen. Tatort war das Misburger Spritzenhaus. Kaum fassbar ist der Tathergang, der an diesem unschuldigen Menschen verübt wurde.
Der Versuch Anton Macioszyk bei lebendigem Leibe zu verbrennen scheiterte, im Krankenhaus erlag er seinen schweren Verletzungen.
Der Zeichner und Retuscheur war durch seinen ehrenamtlichen Einsatz im Vorstand beim Buchdrucker-Verband in den Focus der Nationalsozialisten geraten.
Außerdem war das SPD- und Reichsbanner-Mitglied noch im Vorstand bei den Naturfreunden und der Freireligiösen Gemeinde Anderten - eine Weltanschauung, die nicht in die damalige Zeit zu passen schien.
Der Stolperstein an der Anderter Straße soll alle Mitbürger daran erinnern, dass das in unserer Demokratie besonders geschützte hohe Gut der Meinungsfreiheit während der Nazizeit brutal verletzt wurde und die Schergen Hitlers selbst vor der Ermordung Andersdenkender nicht zurückschreckten.
der Kölner Künstler Günter Demnig
1. Bürgermeister Bernd Strauch (3.v.l) Bezirksbürgermeister Knut Fuljahn (4. v.l.)
und Vertretungen aus der Politik
Bezirksbürgermeister Knut Fuljahn
Stilles Gedenken
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