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Misburg-Anderten - Zentrum der niedersächsischen Zementherstellung

Zementindustrie-Luftbild 1927
Zementfabriken - Luftbild 1927 - Blick nach Norden

Misburg-Anderten - Zentrum der niedersächsischen Zementindustrie

1873 wurde das bis dahin weitgehend unbedeutende Dorf Misburg fast über Nacht als Produktionsstätte des neuartigen Portlandzements bekannt. Das in England entwickelte Herstellungsverfahren garantierte eine normierte Qualität, ohne die ein modernes Bauen undenkbar ist. Der dort verwendete Rohstoff hieß Portlandstein, daher der Name Portlandzement. Er löste den bis dahin gebräuchlichen, in der Qualität aber recht unterschiedlichen Romanzement ab, dessen Produktionsweise bereits im römischen Reich entwickelt wurde.

Der im Untergrund rund um den Kronsberg reichlich vorhandene Mergel der jüngeren Kreidezeit war als Rohstoff für die Portland-Zementherstellung in Misburg bestens geeignet. Die für den Brennvorgang erforderliche Kohle wurde mit der Eisenbahn angeliefert. Der in Fässer gefüllte Zement verließ Misburg ebenfalls weitgehend per Schiene.

Wer die Karte des Stadtbezirks Misburg-Anderten genauer ansieht, stellt schnell fest, dass in Misburg zwar die Wiege der hiesigen Zementindustrie steht, der größere Teil der Fabrikanlagen und Rohsteinvorkommen aber innerhalb der Gemarkungsgrenzen Andertens zu finden ist. "Böse Zungen" behaupteten deshalb in früherer Zeit: Misburg hat den Staub, Anderten verdient damit das Geld.

Der einzige in Misburg-Anderten heute noch produzierende Betrieb, das Teutonia Cementwerk, befindet sich in der Gemarkung Anderten.



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