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Jugend- und Kinderkultursommer Linden-Süd

Kinder beim Festumzug durch den Stadtteil
Foto von Kindern beim Gestalten eines Totempfahls
Kinder beim Müllquiz des Kinder- und Jugendkultursommers
Vom 13.Juni bis zum 11. Juli 2009 veranstaltete die AG Kinder und Jugend des Stadtteilforums Linden-Süd einen Jugend- und Kinderkultursommer. Vier Wochen lang benutzten die jungen Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils die Straßen, Plätze und Höfe als Bühne, um ihre musisch kreativen, sportlichen und anderen Potentiale auszuprobieren. Sie zeigten den Nachbarn und Besuchern, welche Bereicherung sie für ihre Umwelt darstellen können.

Linden-Süd ist mit ca. 1.600 Kindern im Alter von 0-17 Jahren ein kinderreicher Stadtteil. Fast die Hälfte der Kinder hat nichtdeutsche Wurzeln und überdurchschnittlich viele Familien leben von Transferleistungen. Die Kombination von Einkommensarmut und geringem Bildungsstand ist bekanntlich die Hauptursache für schlechte Entwicklungschancen von Kindern. In der örtlichen Grundschule, in den Kindergärten und Jugendtreffs muss daher viel Energie aufgewendet werden, um bestehende Defizite aufzufangen. Zusätzlich belastend ist der Umstand, dass bildungsorientierte Eltern aus Linden-Süd ihre Kinder in Einrichtungen außerhalb des Stadtteils anmelden und deren Engagement zur Unterstützung fehlt.

Förderung und Anerkennung sind wichtige Bausteine in der Entwicklung junger Menschen, um ihnen Freude am Lernen und Stolz auf ihre Leistungen zu vermitteln. Auch Anregungen aus dem Elternhaus zur Teilnahme an freizeitorientierten Angeboten gehören dazu. Kinder aus Familien, die nicht in den Urlaub fahren oder Ausflüge unternehmen, verbringen deshalb häufig ihre Freizeit wenig erlebnisreich.

Hier setzte die Idee zu dem vierwöchigen Jugend- und Kinderkultursommer an. Die Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit und weitere Organisationen aus Linden-Süd haben mit über 40 Angeboten Eltern, Kindern und Nachbarn gezeigt, wie kreativ und lustvoll Freizeit genutzt werden kann. Dabei wurde überwiegend der öffentliche Raum genutzt; Straßen, Plätze und das Flussufer wurden zum Aktionsraum.

Das vielfältige Programm beinhaltete u.a. Rudern, Kanufahren, Rugby, Korbball etc., angeboten von den Vereinen. Im musischen Bereich gab es Tanz, Theater, zwei Musicals und einen Wettbewerb „Linden-Süd sucht den Superstar“. Ihre künstlerischen Fertigkeiten konnten Kinder ausprobieren und zeigen, indem sie Abfallbehälter und Wandflächen verschönerten, ein Mosaiktor gestalten, einen Totempfahl schnitzten und vieles mehr.

Zur Auftaktveranstaltung haben Geistliche im Von-Alten-Garten die Veranstaltungsreihe mit guten Wünschen auf einen guten Weg gebracht, während die Familien sich im Schatten der Bäume bei einem Picknick auf diesen Sommer einstimmen konnten. Am 27. Juni wurde der Stadtteil durch einen Umzug mit bunt kostümierten Kindern und einer Samba-Gruppe wachgerüttelt.

Die Auswertung dieser ersten Veranstaltung wird zum Herbst abgeschlossen sein. Aber schon jetzt kann festgestellt werden, dass es für ca. 500 teilnehmende Kinder eine kurzweilige Zeit war, in der ihnen viel Aufmerksamkeit zuteil wurde. Sie hatten Spaß und der Stadtteil profitiert u.a. von den bleibenden Kunstobjekten. Die Zusammenarbeit der Einrichtungen wurde intensiviert und viele wünschen sich trotz des damit verbundenen Zusatzaufwandes eine Fortsetzung; in welcher Form, das wird die Auswertung im Herbst zeigen.



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