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Hanomag-Gelände – Städtebauliche Entwicklung in Linden-Süd

Landeshauptstadt Hannover
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Das Hanomag-Gelände gehört zu den Keimzellen der industriellen Entwicklung der bis 1920 selbständigen Stadt Linden. Nach Jahren der Stagnation erfahren jetzt weite Teile des Geländes eine Revitalisierung. Am augenfälligsten geschieht dies entlang der Göttinger Straße, aber auch dahinter hat sich einiges getan oder ist geplant.

Auf rund einem Drittel der ursprünglichen Fläche produziert die Firma Komatsu-Hanomag zusätzlich zu Radladern und Muldenkippern seit 2005 auch Mobilbagger. Zwischen 2005 und 2009 hat sie rund 42 Mio. € in den Ausbau des Standortes investiert. Zwar musste die Produktion in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung verringert werden, gleichzeitig wurden jedoch zwei wichtige Bestandteile des im Aufbau befindlichen Europäischen Entwicklungszentrums eröffnet: zwei Prüfstände und ein 2,6 ha großes Testgelände für die Neuentwicklung und Qualitätssicherung. Im Zusammenhang mit der neuen EU-Richtlinie zur Reduzierung der Abgaswerte wird hier an zwei neuen Produktgruppen gearbeitet, die 2014/15 auf den Markt kommen sollen.

Richtig voran geht es seit dem vergangenen Jahr im Altbauensemble am Deisterplatz. Hier investiert die Firma DIBAG rund 50 Mio. € in die Sanierung und bauliche Erweiterung der denkmalgeschützten Industriebauten. Die prachtvollen Keramikelemente am Deisterplatz und die strengen Backsteinfassaden entlang der Göttinger Straße und der Hanomagstraße werden aufwändig saniert, die ölgetränkten Geschossdecken ausgetauscht, der Innenhof mit hochwertiger moderner Architektur neu interpretiert. Um die Göttinger Straße zu entlasten, erhält das Areal zwei neue Zu- und Abfahrten zur Hanomagstraße bzw. Elfriede-Paul-Allee.

Der Schwerpunkt der zukünftigen Nutzung liegt im Dienstleistungssektor, ergänzend sollen Loft-Wohnungen, Freizeitangebote, Kultur und Gastronomie entstehen. Hier hat die Telekom im März 2010 ein Callcenter mit 870 Arbeitsplätzen in Betrieb genommen. Zum Ende des Jahres 2010 siedelt sich die expandierende Firma Windwärts mit 125 MitarbeiterInnen an, die durch das Angebot größerer Räume in Linden gehalten werden konnte. Auch die U-Boot-Halle wird seit April 2010 zur Hälfte wieder genutzt. Nach einem 20 Mio. € teuren Umbau montiert und verkauft die Firma Stadler hier auf rund 9000 qm Geschossfläche Zweiräder aller Art, die auf der hauseigenen Teststrecke ausprobiert werden können. Zwischen Halle und Göttinger Straße wird ein kombinierter Rad- und Fußweg angelegt, der das Gelände zukünftig komfortabler erschließt.

Dieser Weg setzt sich auch entlang der südlich angrenzenden Brachfläche fort; hier hat die Firma Mr. Wash eine Auto-Service-Station mit Tankstelle konzipiert. Bis zum Sommer 2011 sollen in die Anlage 20 Mio. € investiert werden. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wird auch die Bushaltestelle der Linie 300, deren abgelegener Standort immer wieder beklagt wurde, nach Norden Richtung Fußgängerampel verschoben. Das Vorhaben von Mr. Wash fügt sich ein in eine Ausrichtung von Teilen des Hanomag-Geländes auf Kfz-Dienstleistungen. Neben der zwischenzeitlich projektierten Nutzung der U-Boot-Halle als „Autohalle“ betrifft dies insbesondere das Umfeld der Dekra-Zentrale.

Vor zwei Jahren hat die Dekra ihre Dienststellen aus Stadt und Region am Standort Hanomagstraße 12 konzentriert und bietet dort neben der technischen Überwachung von Lkw und Pkw auch Zertifizierungen an. Ein Teil der rund 200 MitarbeiterInnen gehört zum hauseigenen Fortbildungsteam der Dekra-Akademie. Zeitgleich haben auf dem Grundstück Filialen der Firmen Carglass und AUTOplus eröffnet.

Abschließend bleibt zu wünschen, dass die aktuelle Entwicklungsdynamik auch das benachbarte ehemalige Produktionsgebäude erfasst, in dem die Hanomag einst auf mehreren Etagen das legendäre „Kommissbrot“ gefertigt hat. Für das zwischenzeitlich von der Leibniz-Universität und der Fachhochschule Hannover genutzte, stark sanierungsbedürftige Bauwerk mit über 10 000 qm Nutzfläche sucht das Land seit Jahren nach einem Käufer.


V.i.S.d.P. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Landeshauptstadt Hannover


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