Jubiläum

75 Jahre Bundesgartenschau im Stadtpark Hannover

Vor 75 Jahren wurde Hannover mit der ersten Bundesgartenschau Deutschlands zum Symbol für Aufbruch und Gartenkultur. Zum Jubiläum lädt der Stadtpark 2026 mit einem vielfältigen Programm dazu ein, Geschichte neu zu entdecken.

Ein Stadtpark-Ausflug in den Fünfzigerjahren. 

Am 28. April 1951 stand Hannover im Mittelpunkt eines besonderen Ereignisses: Bundespräsident Theodor Heuss eröffnete gemeinsam mit seiner Frau Elly Heuss-Knapp die erste Bundesgartenschau der jungen Bundesrepublik.

Nur sechs Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war die Stadt noch stark zerstört. Der Wiederaufbau prägte den Alltag, doch zugleich wuchs der Wunsch nach neuen Perspektiven, nach Schönheit, Natur und Lebensfreude. Die Bundesgartenschau setzte genau hier an – als Zeichen des Aufbruchs und der Hoffnung.

Von der Idee zur Gartenschau

Die Idee für eine Gartenschau entstand bereits 1947. Ziel war es, dem Gartenbau eine neue Plattform zu geben und zugleich einen Ort der Erholung für die Bevölkerung zu schaffen. Mit der Gründung eines Fördervereins im Jahr 1950 nahm das Projekt konkrete Formen an.

Da ein zuvor ausgelobter Wettbewerb keine überzeugende Lösung hervorbrachte, übernahm das städtische Gartenamt unter der Leitung von Gartenbaudirektor Hans-Herbert Westphal die Planung. Unterstützt wurde es von einem künstlerischen Beirat sowie zahlreichen Garten- und Landschaftsarchitekt*innen.

Die Nähe zu den Ausstellungshallen und die gute Verkehrsanbindung machten den Standort besonders attraktiv. Gleichzeitig wurde der bestehende Stadthallengarten bewusst in die Planungen einbezogen und weiterentwickelt.

Ein Park als Gesamtkunstwerk

Auf rund 21 Hektar entstand eine vielfältige Gartenlandschaft mit großen Wiesenflächen, Mustergärten und thematischen Bereichen. Im temporären Ausstellungsteil präsentierten Baumschulen, Zierpflanzenbetriebe und Gartenbaubetriebe ihre Arbeit und neue Pflanzensortimente.

Zu den besonderen Anlagen gehörten unter anderem:

  • der Rosengarten mit Pavillon und Pergola
  • die Teichanlagen mit dem heutigen Rosencafé
  • eine weitläufige Staudenanlage
  • Themengärten wie ein Bienengarten, ein Bauerngarten oder ein Heil- und Gewürzgarten
  • internationale Beiträge, etwa ein Schweizer und ein schwedischer Garten

Viele dieser Elemente sind bis heute erhalten und prägen den Stadtpark in seiner Struktur und Atmosphäre.

Nachhaltige Planung mit Weitblick

Die Qualität der damaligen Planung zeigt sich noch heute: Der Wassergarten mit seinen inzwischen mächtigen Sumpfzypressen, die sorgfältig komponierten Staudenpflanzungen und die großen Baumkulissen mit Eichen, Platanen oder Tulpenbäumen sind Ausdruck einer vorausschauenden Gestaltung.

Die Bundesgartenschau machte Hannover weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und wurde zum Vorbild für zahlreiche weitere Gartenschauen in Deutschland. Sie zeigte früh, welche Rolle Grünflächen für die Lebensqualität und die Entwicklung von Städten spielen können.

Ein Gartendenkmal bis heute

Heute gilt der Stadtpark mit seinem rund sechs Hektar großen historischen Kernbereich als bedeutendes Gartendenkmal und als wichtiger Teil der hannoverschen Gartenkultur.

Die Entwürfe von Planern wie Wilhelm Hübotter und Karl Plomin verleihen dem Park bis heute Struktur und Charakter.

Die erste Bundesgartenschau im Stadtpark Hannover.

Das Programm zum Jubiläum 

Das Jubiläumsprogramm zum 75-jährigen Bestehen der ersten Bundesgartenschau bietet von Mai bis Oktober zahlreiche Veranstaltungen im Stadtpark – von Führungen und Lesungen über Konzerte bis hin zu Kinoabenden im Freien.

Mai

  • 1. Mai: Eröffnung des Rosencafés
  • 9. / 10. Mai: Hannoversche Pflanzentage
  • 22. Mai: Freischaltung des neuen Actionbounds zur digitalen Parkerkundung
  • 29. Mai, 15:00 Uhr – Führung „Der Stadtpark: Gesamtkunstwerk der Nachkriegszeit“
    mit Dr. Peter Struck (Anmeldung erforderlich, siehe „Grünes Hannover“)

Juni

  • 25. Juni, 16:00 Uhr – Führung „Der neue Rosengarten“
    mit Maren Dörge (Anmeldung erforderlich, siehe „Grünes Hannover“)
  • 26. Juni, 19:00 Uhr – Konzert „Vier Gärten – Vier Chöre“
    Hannoverscher Oratorienchor im Fontänengarten (freier Eintritt)

Juli

  • 7. Juli, 19:30 Uhr – Lesung „Doch wo ist deiner Gärten Lust?“
    mit Dr. Peter Struck (Terrasse des HCC)
  • 16. Juli, 16:00 Uhr – Führung „Baumschönheiten – Raritäten im Klimawandel“
    mit Olav Sievert (Anmeldung erforderlich, siehe „Grünes Hannover“)
  • 25. Juli, 15:00 Uhr – Führung „Der Stadtpark: Gesamtkunstwerk der Nachkriegszeit“
    mit Dr. Peter Struck (Anmeldung erforderlich)

August

  • 8. August, 14:00 bis 16:30 Uhr – Gartenforscher*innen-Training im Stadtpark
    (Anmeldung unter umweltkommunikation@hannover-stadt.de)
  • 14. August, 11:30 Uhr – Ausstellungseröffnung „75 Jahre Bundesgartenschau“
    im Foyer des HCC
  • 20. August, 20:30 Uhr – Kino im Park – Filmperlen der 1950er Jahre
    (freier Eintritt)
  • 21. August, 17:30 Uhr – Vortrag „Vorwärts nach Weit – Die erste Bundesgartenschau der Republik“
    (Rosencafé, Anmeldung erforderlich)
  • 22. August, 15:30 Uhr – Lesung „Doch wo ist deiner Gärten Lust?“
    mit Dr. Peter Struck
  • 23. August: Japanisches Sommerfest (Wiesen am Rosencafé)
  • 27. August, 18:00 Uhr – Musik im Park (Seniorenbüro)
  • 27. August, 20:30 Uhr – Kino im Park – Filmperlen der 1950er Jahre (freier Eintritt)
  • 28. August, 17:30 Uhr – Vortrag „Vom Stadthallengarten zum Stadtpark“
    (Rosencafé, Anmeldung erforderlich)

September

  • 4. September, 17:00 Uhr – Vortrag zur Geschichte der Bundesgartenschauen
    mit Vorstellung einer neuen Publikation
  • 9. September, 17:30 Uhr – Vortrag „Zum frühen Wiederaufbau in Hannover“
  • 10. September, 20:00 Uhr – Kino im Park – Filmperlen der 1950er Jahre (freier Eintritt)
  • 13. September – Tag des offenen Denkmals
    Führungen um 11:00 und 13:00 Uhr

Oktober

  • 16. Oktober, 15:00 Uhr – Führung „Der Stadtpark: Gesamtkunstwerk der Nachkriegszeit“
    mit Dr. Peter Struck (Anmeldung erforderlich)
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