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"Flüchtlinge in Stadt und Region" 

Ankommen in Deutschland

Fragen und Antworten

Antworten auf Fragen rund um Asyl, Arbeiten in Deutschland, Deutsch lernen und weitere Dinge des Alltags.

1. Wo bin ich hier? Die Region Hannover

2. Ich bin neu in Deutschland – wo muss ich mich melden?

3. Wie kann ich Asyl beantragen?

4. Wo kann ich wohnen?

5. Wer entscheidet, ob ich dauerhaft bleiben darf?

6. Was passiert, wenn mein Asylantrag genehmigt ist?

7. Was passiert, wenn mein Asylantrag abgelehnt wird?

8. Kann meine Familie nachkommen?

9. Wo kann ich Deutsch lernen?

10. Welche anderen Angebote gibt es für mich, um mich einzuleben?

11. Bekomme ich Geld vom Staat?

12. Kann ich ein Konto eröffnen?

13. Darf ich arbeiten?

14. Können meine Kinder zur Schule oder in den Kindergarten gehen?

15. Ich bin krank und brauche einen Arzt – wo bekomme ich Hilfe?

16. Ich brauche eine Brille oder ein Hörgerät – wo bekomme ich das?

17. Darf ich verreisen und die Region Hannover verlassen?

18. Was für Papiere muss ich normalerweise bei mir haben?

19. Wo bekomme ich Kleidung?

20. Was muss ich beachten, wenn ich Bus oder Bahn fahren will?

21. Darf ich in Deutschland Auto fahren?

22. Was muss ich beachten, wenn ich einkaufen will?

23. Wer hilft mir, wenn ich Fragen habe?

24. Adressen der Rathäuser, Sozialämter und Jobcenter

1. Wo bin ich hier? Die Region Hannover

Willkommen in der Region Hannover. Sie sind hier mitten in Deutschland: ca. 285 Kilometer von Berlin, 150 Kilometer von Hamburg, 630 Kilometer von München und 300 Kilometer von Köln entfernt.

In der Region Hannover leben 1,1 Millionen Menschen. Die Region Hannover besteht aus 21 Städten und Gemeinden. In der Mitte liegt die Stadt Hannover. Darum herum liegen 20 weitere Städte und Gemeinden:

  • Barsinghausen
  • Burgdorf
  • Burgwedel
  • Garbsen
  • Gehrden
  • Hemmingen
  • Isernhagen
  • Laatzen
  • Langenhagen
  • Lehrte
  • Neustadt
  • Pattensen
  • Ronnenberg
  • Seelze
  • Sehnde
  • Springe
  • Uetze
  • Wedemark
  • Wennigsen
  • Wunstorf

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2. Ich bin neu in Deutschland – wo muss ich mich melden?

Erste Station für alle Asylsuchenden ist eine Erstaufnahme-Einrichtung. Dort sind Sie vermutlich bereits registriert und dann weiter an eine Stadt oder Gemeinde zugewiesen worden. Die Stadt oder Gemeinde sorgt auch dafür, dass Sie eine Unterkunft bekommen. In Ihrer Stadt oder Gemeinde müssen Sie sich beim Einwohnermeldeamt mit Ihrer neuen Adresse anmelden. Die Stadt oder Gemeinde ist für Sie die wichtigste Ansprechpartnerin für viele Fragen im Alltag. Die Adressen aller Rathäuser finden Sie am Ende dieses Heftes. Danach müssen Sie sich bei der Ausländerbehörde anmelden, also bei der Region Hannover, wenn Sie in einer der 20 hier aufgelisteten Städte und Gemeinden wohnen:

Team Zuwanderung

Wenn Sie direkt in Hannover wohnen, ist die Ausländerbehörde der Stadt Hannover für Sie zuständig

Termine für die Ausländerbehörde der Stadt Hannover müssen vorab unter der Telefonnummer 0511 / 168 323 30 vereinbart werden. Diese Telefonnummer ist montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr erreichbar.

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3. Wie kann ich Asyl beantragen?

Sie können ganz formlos Asyl beantragen: Indem Sie zum Beispiel bei der Polizei, in einer Ausländerbehörde oder direkt in der Erstaufnahme-Einrichtung sagen, dass Sie Deutschland um Asyl bitten. Das nennt sich Asylgesuch. Das haben Sie vermutlich bereits getan.

Der nächste Schritt ist ein formeller Antrag mit einer Anhörung, in der Sie die Gründe für Ihr Asylgesuch schildern. Auch das geschieht in der Erstaufnahme-Einrichtung. Zuständige Behörde ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Diese Behörde hat ihren Sitz in Nürnberg und bearbeitet alle Asylanträge aus ganz Deutschland. Sie müssen jedoch nicht nach Nürnberg reisen. Das Bundesamt ist mit einer Außenstelle in der Erstaufnahme-Einrichtung vertreten. Falls die Anhörung noch nicht stattgefunden hat, bekommen Sie eine Einladung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Es kann allerdings eine Weile dauern, bis der Termin stattfindet.

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4. Wo kann ich wohnen?

Wenn Sie als Asylsuchender nach Deutschland kommen und die Erstaufnahme-Einrichtung verlassen haben, sorgt die Stadt oder Gemeinde, die Sie aufnimmt, für eine Unterkunft. Es gibt keinen Anspruch auf ein eigenes Haus, eine eigene Wohnung oder ein eigenes Zimmer. Die Kosten für die Unterkunft bezahlt der Staat, solange Sie kein eigenes Einkommen haben.

Wenn über Ihren Asylantrag positiv entschieden wurde, können Sie selbstständig eine Wohnung suchen. Informationen über freie Wohnungen finden Sie zum Beispiel in Zeitungen und im Internet, etwa auf www.immobilienscout24.de. Wenn Sie kein eigenes Einkommen haben, müssen Sie beachten, dass es Grenzen für die Miete gibt, die der Staat übernimmt. Bevor Sie einen Mietvertrag abschließen, müssen Sie den Vertrag beim Sozialamt oder beim Jobcenter vorlegen. Welche Behörde Ihre Ansprechpartnerin ist, hängt davon ab, ob Sie als arbeitsfähig eingestuft sind und Arbeitslosengeld II bekommen oder nicht arbeitsfähig sind und Sozialhilfe nach dem Sozialgesetzbuch XII bekommen.

Achtung, solange über Ihren Asylantrag nicht entschieden wurde, müssen Sie in der Stadt oder Gemeinde wohnen bleiben, der Sie zugewiesen wurden. Sie dürfen nicht ohne Genehmigung in eine andere Stadt ziehen. Auch nach der Entscheidung über den Asylantrag kann es eine sogenannte Wohnsitzauflage – also eine Festlegung, wer wo wohnen darf – für bestimmte Personengruppen geben. Ob das auf Sie zutrifft, steht in Ihrer Aufenthaltserlaubnis. Wenn Sie nicht sicher sind, fragen Sie in der Ausländerbehörde der Region Hannover beim Team Zuwanderung.

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5. Wer entscheidet, ob ich dauerhaft bleiben darf?

Die Entscheidung trifft das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Wenn die Entscheidung getroffen ist, bekommen Sie einen Bescheid des Bundesamts. Mit diesem Bescheid gehen Sie dann zu Ihrer Ausländerbehörde.

Achtung: Wer strafrechtlich auffällig wird, also ernsthaft mit dem Gesetz in Konflikt kommt, riskiert sein Recht auf Asyl.

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6. Was passiert, wenn mein Asylantrag genehmigt ist?

Dann sind Sie nicht länger Asylbewerber und erhalten eine Aufenthaltserlaubnis. Das heißt, dass Sie nicht mehr Geld und Unterkunft nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz erhalten, sondern – sofern Sie nicht ein eigenes Einkommen haben – nach dem Sozialgesetzbuch II oder dem Sozialgesetzbuch XII.

Falls Sie arbeitsfähig sind, bekommen Sie Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II. Dann ist das Jobcenter Ihr Ansprechpartner. Adressen der Jobcenter finden Sie am Ende des Heftes. Falls Sie nicht arbeitsfähig sind, bekommen Sie Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch XII. Dann ist – wie vorher auch – das Sozialamt Ihrer Stadt oder Gemeinde Ihr Ansprechpartner.

Mit dem genehmigten Asylantrag haben Sie auch das Recht oder sogar die Pflicht, einen Integrationskursus zu besuchen. Dort lernen Sie Deutsch; aber auch Kenntnisse über das Leben in Deutschland werden vermittelt. Die Ausländerbehörde stellt Ihnen eine Bescheinigung aus. Darin steht, ob Sie berechtigt oder verpflichtet sind, einen Integrationskursus zu besuchen. Mit dieser Bescheinigung gehen Sie zu einem Anbieter für Integrationskurse. Eine Liste aller Anbieter oder Träger erhalten Sie von der Ausländerbehörde zusammen mit der Bescheinigung.

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7. Was passiert, wenn mein Asylantrag abgelehnt wird?

Dann müssen Sie Deutschland verlassen und in Ihre Heimat zurückreisen. Innerhalb welcher Frist Sie zurückreisen müssen, steht in dem Bescheid, den Sie vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erhalten. Für die Rückreise kann es finanzielle Hilfen geben. Darüber informiert Sie das Sozialamt Ihrer Stadt oder Gemeinde und das Team Zuwanderung – also die Ausländerbehörde – der Region Hannover. Eine Beratung für Rückkehrerinnen und Rückkehrer bietet auch das Raphaelswerk an:

Raphaelswerk e.V.
Vordere Schöneworth 10
30167 Hannover

Telefon: +4951170052060

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8. Kann meine Familie nachkommen?

Wenn Sie ein Aufenthaltsrecht bekommen haben, also in Deutschland bleiben dürfen, ist es möglich einen Antrag zu stellen, damit auch Ihre Familie aus dem Ausland nach Deutschland ziehen kann.

Nur enge Familienangehörige haben diese Möglichkeit:

  • Ehepartner
  • Kinder unter 18 Jahren oder
  • die Eltern von Kindern unter 18 Jahren, die schon in Deutschland sind

Sie selbst können nicht den Antrag in Deutschland stellen. Den Antrag stellen Ihre Familienangehörigen in der deutschen Botschaft im Ausland. Damit Ihre Familie nach Deutschland kommen kann, müssen Sie ein eigenes Einkommen haben und deutsch sprechen. Wenn Sie seit weniger als drei Monaten als Flüchtling anerkannt sind, gibt es Ausnahmen von diesen Regelungen.

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9. Wo kann ich Deutsch lernen?

Es gibt viele Angebote, um Deutsch zu lernen: Organisationen wie die Volkshochschulen bieten kostenpflichtige Deutschkurse an. Diese Kurse werden nicht automatisch vom Staat bezahlt. Viele Menschen in Deutschland geben freiwillig und kostenlos Deutschunterricht.

Besonders intensiv sind die sogenannten Integrationskurse, die der Staat bezahlt. Es gibt jedoch zu viele Interessenten, so dass viele Menschen keinen Platz bekommen. Vorrangig sind diese Kurse für Menschen, deren Asylantrag bereits bewilligt wurde, oder für Menschen, die eine große Chance haben, in Deutschland bleiben zu dürfen.

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10. Welche anderen Angebote gibt es für mich, um mich einzuleben?

In Deutschland gibt es viele Sportvereine und soziale Organisationen, die neue Mitglieder gerne aufnehmen. Auch viele Menschen, die selbst neu nach Deutschland gezogen sind, haben sich in Gruppen und Vereinen zusammengefunden. Zudem haben sich in den meisten Städten und Gemeinden Menschen zusammengetan, um Asylsuchenden zu helfen, mit ihnen die Freizeit zu verbringen oder Deutsch beizubringen. Fragen Sie im Rathaus oder im Sozialamt Ihrer Stadt, wen Sie ansprechen können.

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11. Bekomme ich Geld vom Staat?

Ja, der Staat trägt die Kosten für die Unterkunft und sonstige Lebenshaltungskosten, solange Sie kein eigenes Einkommen haben. Darüber hinaus bekommen Sie ein Taschengeld. Ansprechpartner ist das Sozialamt Ihrer Stadt oder Gemeinde, solange das Asylverfahren läuft. Danach ist Ansprechpartner das Jobcenter – falls Sie arbeitsfähig sind – oder weiterhin das Sozialamt. Adressen der Jobcenter finden Sie hier:

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12. Kann ich ein Konto eröffnen?

Ja, die Sparkasse und andere Banken bieten ein sogenanntes Basiskonto an. Dieses Konto können Sie eröffnen, wenn Sie ein amtliches Dokument haben, aus dem Ihre Identität hervorgeht. Zwingend muss das Dokument ein Foto von Ihnen enthalten. Geeignet ist zum Beispiel die Aufenthaltsgestattung, die die Ausländerbehörde ausstellt. Zentrale Anlaufstelle ist die Filiale der Sparkasse Hannover an der Goseriede. Dort finden Sie auf jeden Fall kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner. Rechnen Sie damit, dass die Eröffnung eines Kontos etwa zwei Wochen dauert.

Sparkasse Hannover
Goseriede 7
30159 Hannover
Öffnungszeiten:      
Montags 9 bis 13 Uhr & 14.30 bis 18 Uhr
Dienstags 9 bis 13 Uhr & 14.30 bis 18 Uhr
Mittwochs 9 bis 13 Uhr    
Donnerstags 9 bis 13 Uhr & 14.30 bis 18 Uhr
Freitags 9 bis 13 Uhr    

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13. Darf ich arbeiten?

In den ersten drei Monaten dürfen Sie nicht arbeiten. Anschließend dürfen Sie arbeiten, wenn die notwendigen Zustimmungen vorliegen. Um das zu prüfen, müssen Sie Ihren Arbeitsvertrag und andere Papiere bei der Ausländerbehörde, also bei der Region Hannover, einreichen. Diese leitet den Antrag weiter an die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Agentur für Arbeit in Duisburg. Dort wird entschieden, ob die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung so sind, wie es im Gesetz steht und ob Sie den Job annehmen dürfen. Wenn der Antrag bewilligt wird, erhalten Sie eine Arbeitserlaubnis von der Region Hannover. Dieselben Regeln gelten übrigens auch für unbezahlte Praktika.

Achtung: Ohne Arbeitserlaubnis zu arbeiten ist ein Verstoß gegen das Gesetz.

In Deutschland gibt es ein besonderes Ausbildungssystem. Wer einen Beruf erlernen will, muss eine Ausbildung machen. Ohne eine Ausbildung ist es in Deutschland sehr schwer, qualifizierte Arbeit zu finden. Ausländische Schulabschlüsse und Studienabschlüsse müssen erst anerkannt werden. Hilfe zu diesen Fragen gibt es bei der Anerkennungsberatung der Industrie- und Handelskammer:

IHK Hannover
Schiffgraben 49
30175 Hannover
Ansprechpartnerin / Ansprechpartner Telefonnummer
Ilyas Isa +495113107521
Maike Jakusch +495113107293
Martina Pudic +495113107514
Natalie Rudat +495113107515
Katharina Volland +495113107534
Terminvereinbarung unter +495113107517

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14. Können meine Kinder zur Schule oder in den Kindergarten gehen?

In Deutschland besteht die Schulpflicht für Kinder ab sechs Jahren. Jedes Kind in Deutschland muss mindestens zehn Jahre lang die Schule besuchen. Alle Kinder bis 16 Jahre müssen in die Schule. Das Schuljahr beginnt immer im Sommer. In den ersten vier Jahren gehen alle Kinder in die Grundschule. Danach gibt es die Wahl zwischen verschiedenen Schulformen:

Auf welche Schule das Kind am besten passt, hängt von seinen Fähigkeiten und Leistungen ab. Darüber hinaus gibt es die Berufsbildenden Schulen, wo sich die Jugendlichen auf den Beruf vorbereiten. Viele Schulen haben inzwischen Klassen speziell für Kinder, die zugewandert sind und Deutsch lernen müssen. Der Besuch einer staatlichen Schule ist kostenlos.

Die Schulpflicht gilt erst, wenn Sie einer Stadt oder Gemeinde zugewiesen sind, also nicht mehr in einer Erstaufnahme-Einrichtung leben.

Kleinere Kinder gehen in Deutschland normalerweise in den Kindergarten. Eltern haben aber auch die Möglichkeit, die Kinder selbst zu Hause zu betreuen. Der Besuch des Kindergartens kostet Geld. Wenn Sie kein eigenes Einkommen haben, zahlt der Staat die Gebühren.

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15. Ich bin krank und brauche einen Arzt – wo bekomme ich Hilfe?

Wer in Deutschland krank ist, geht normalerweise nicht sofort ins Krankenhaus. Krankenhäuser sind nur für sehr schwere Erkrankungen und Operationen und für Notfälle gedacht. In Deutschland gibt es viele Ärzte, die eine Praxis haben – auch in Ihrer Nähe. Auch Arztpraxen bieten Notfall-Sprechstunden zum Beispiel am Wochenende an. Bevor Sie zum Arzt gehen, müssen Sie beim Sozialamt einen Krankenschein beantragen. Das geht in der Regel ganz schnell. Der Krankenschein ist der Beleg für den Arzt, dass der Staat die Kosten bezahlt. Wenn Sie starke akute Schmerzen oder hohes Fieber haben, gehen Sie sofort zum Arzt. Dann wird die Bezahlung im Nachhinein geregelt.

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16. Ich brauche eine Brille oder ein Hörgerät – wo bekomme ich das?

Ein Arzt kann Ihnen eine Brille, ein Hörgerät oder ein anderes Hilfsmittel verordnen. Beim Sozialamt müssen Sie die Brille oder andere Geräte beantragen. Eventuell muss ein Arzt des Gesundheitsamts – also der Region Hannover – entscheiden, ob die Brille oder das Hörgerät so wichtig sind, dass der Staat das Gerät bezahlt.

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17. Darf ich verreisen und die Region Hannover verlassen?

In den ersten drei Monaten in Deutschland müssen Sie im Gebiet der Region Hannover bleiben, Sie dürfen die Region nicht ohne Genehmigung verlassen. Danach haben Sie das Recht innerhalb von Deutschland zu reisen. Sie dürfen jedoch nicht in eine andere Stadt oder Gemeinde umziehen. Ins Ausland können Sie nur nach Abschluss des Asylverfahrens und mit den erforderlichen Ausweispapieren reisen.

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18. Was für Papiere muss ich normalerweise bei mir haben?

Tragen Sie immer ein gültiges Ausweispapier bei sich. Das kann zum Beispiel die Aufenthaltsgestattung sein, die Sie von der Ausländerbehörde erhalten haben, oder der Ankunftsnachweis, den Sie bei der Erstregistrierung erhalten haben.

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19. Wo bekomme ich Kleidung?

Für Menschen mit geringem oder ohne Einkommen gibt es in vielen Städten und Gemeinden Organisationen, die gebrauchte Kleidung gratis ausgeben. Diese Einrichtungen heißen "Kleiderkammer". Wo es in Ihrer Stadt eine Kleiderkammer gibt, erfahren Sie in Ihrem Rathaus.

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20. Was muss ich beachten, wenn ich Bus oder Bahn fahren will?

Zur Fahrt in den regionalen Eisenbahnen, Stadtbahnen (das sind die U-Bahnen und Straßenbahnen) und Bussen in der Region Hannover brauchen Sie eine gültige GVH-Fahrkarte. Diese Fahrkarte heißt in Hannover Ticket. Tickets gibt es in den Bussen beim Fahrer und für die Stadtbahnen und Eisenbahnen aus den Automaten an den Stationen oder in besonderen Verkaufs- und Servicestellen. Tickets, die nicht aus den Automaten an den Stadtbahnhaltestellen gekauft werden, müssen vorher noch in den Entwerter in den Stadtbahnen geschoben werden.

Achtung: Fahren ohne Ticket oder ohne entwertetes oder abgestempeltes Ticket, ist ein Verstoß gegen das Gesetz. Sie müssen dann mit einer Geldstrafe rechnen. Für die Tickets gibt es drei Tarifzonen. Der Preis steigt mit der Zahl der durchfahrenen Tarifzonen. Für die Stadt Hannover reicht ein Ticket für eine Zone.

Für Fahrten von Hannover nach Garbsen, Langenhagen, Isernhagen, Laatzen, Hemmingen, Pattensen, Gehrden, Ronnenberg oder Seelze brauchen Sie ein Ticket für zwei Zonen. Um von Hannover nach Neustadt, Wunstorf, Wedemark, Burgwedel, Burgdorf, Uetze, Lehrte, Sehnde, Springe, Wennigsen oder Barsinghausen zu fahren, brauchen Sie ein Ticket für drei Zonen.

Menschen mit wenig Geld, die Leistungen vom Sozialamt bekommen, erhalten von der Region Hannover die Region-S-Karte. Damit können Sie die günstigeren TagesEinzelTickets S kaufen.

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21. Darf ich in Deutschland Auto fahren?

Ausländische Führerscheine gelten nur sechs Monate lang in Deutschland, wenn der ständige Wohnsitz hier ist, Sie also auf Dauer in Deutschland leben. Danach muss der Führerschein gegen eine deutsche Fahrerlaubnis eingetauscht werden. Voraussetzung ist, dass in Deutschland die theoretische und die praktische Prüfung abgelegt wird. Es gibt allerdings Länder, die eine Vereinbarung mit Deutschland geschlossen haben, so dass die Prüfungen oder ein Teil der Prüfungen nicht notwendig sind. Informationen, welche Staatsangehörigkeiten von Prüfungen ausgenommen sind, gibt die Region Hannover:

Team Fahrerlaubnisangelegenheiten der Region Hannover
Hildesheimer Straße 20
30169 Hannover

Telefon: +4951161621744

Dort erfahren Sie auch, welche Papiere Sie benötigen, wenn Sie einen deutschen Führerschein beantragen wollen. Ausländische Taxischeine oder andere Berechtigungen für Berufskraftfahrer werden in Deutschland in der Regel nicht anerkannt.

Achtung: Fahren ohne Führerschein ist ein schwerer Verstoß gegen das Gesetz.

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22. Was muss ich beachten, wenn ich einkaufen will?

In Deutschland wird grundsätzlich in Euro bezahlt, andere Währungen werden nicht akzeptiert. In den Geschäften sind die Preise nicht verhandelbar.

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23. Wer hilft mir, wenn ich Fragen habe?

In vielen Städten und Gemeinden gibt es Menschen, die helfen und Asylsuchende auch zu Ämtern begleiten. Fragen Sie im Rathaus nach, wo Sie solche Helferinnen und Helfer finden.

In Deutschland gibt es außerdem viele Beratungsstellen für ganz unterschiedliche Fälle. So gibt es Beratungsstellen, in denen speziell Frauen Hilfe finden, die Schreckliches erlebt haben.

Bei allgemeinen Fragen hilft zudem die Koordinierungsstelle Integration der Region weiter:

Region Hannover

Herr Resa Deilami

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24. Adressen der Rathäuser, Sozialämter und Jobcenter

Erklärung von Begriffen

Ankunftsnachweis: offizielles Dokument, das die Bundesrepublik Deutschland für jeden ausstellt, der als Asylsuchender neu nach Deutschland kommt

Arbeitserlaubnis: In der Aufenthaltserlaubnis oder Aufenthaltsgestattung steht, ob Sie in Deutschland arbeiten dürfen oder nicht, Informationen dazu gibt es bei der Ausländerbehörde

Arbeitslosengeld II: Geld, das der Staat an Menschen zahlt, die keine Arbeit oder nur ein geringes Einkommen haben

Asylbewerber/Asylbewerberin: Menschen, die nicht die deutsche oder einer EU-Staatsangehörigkeit besitzen, und in Deutschland Schutz suchen und hier leben wollen

Aufenthaltsgestattung: offizielles Dokument, das bescheinigt, dass man sich in Deutschland legal aufhält, während das Asylverfahren läuft

Aufenthaltserlaubnis: offizielles Dokument, das bescheinigt, dass man sich über einen längeren Zeitraum legal in Deutschland aufhalten darf

Aufenthaltsrecht: das Recht, in Deutschland zu bleiben

Ausbildung: Zeit, in der ein Beruf gelernt wird

Ausländerbehörde/Ausländeramt: Abteilung einer Stadt oder der Region Hannover, die sich darum kümmert, ob sich Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Deutschland aufhalten dürfen oder nicht

Berufsbildende Schulen: Schule, an der Menschen einen Beruf lernen können oder die die Ausbildung in einem Betrieb theoretisch begleitet

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Behörde der Bundesrepublik Deutschland in Nürnberg; dort wird über alle Asylanträge entschieden

Einkommen: Geld, das jemand für seine Arbeit erhält

Einwohnermeldeamt: Stelle bei der Stadt oder Gemeinde, bei der sich alle Menschen, die in einer Stadt oder Gemeinde wohnen, melden müssen; das Amt ist meistens direkt im Rathaus

Erstaufnahme-Einrichtung: Stelle, wo Menschen, die nach Deutschland kommen, in den ersten Wochen leben; von hier aus werden sie einer Stadt oder Gemeinde zugewiesen, in der sie dann wohnen

Gesamtschule: Schule für Kinder mit unterschiedlichem Wissensstand; Schülerinnen und Schüler können innerhalb der Schule die Klasse so wechseln, dass sie gut mit dem Lernen mitkommen

GVH: Abkürzung für Großraumverkehr Hannover; der GVH regelt den Bus- und Bahnverkehr in der Region Hannover

Gymnasium: Schule für Kinder ab circa zehn Jahren mit gutem Lernniveau oder Wissensstand

Hauptschule: Schule für schwächere Schülerinnen und Schüler in den Klassen 5 bis 9.

Jobcenter: Einrichtung für Menschen ohne Arbeit; das Jobcenter bezahlt Geld zum Leben, sorgt aber auch dafür, dass Menschen Arbeit finden.

Kindergarten: Hier werden Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren betreut; die Betreuung kostet normalerweise Geld, Familien mit sehr wenig Geld müssen nichts bezahlen

Kleiderkammer: Hier gibt es gratis oder für wenig Geld gebrauchte Kleidung

Krankenschein: Ein Krankenschein ist ein offizielles Papier, auf dem der Arzt oder die Ärztin einträgt, was er gemacht hat. Dann kann der Arzt die Behandlung mit der Krankenkasse – also der Versicherung – abrechnen. Die Ärzte behandeln Menschen ohne Krankenschein oder die offizielle Karte einer Krankenkasse normalerweise nur, wenn Gefahr droht.

Lebenshaltungskosten: Das ist die Summe aller Kosten, also des Geldes, das wir für das Leben brauchen. Oberschule: Die Oberschule umfasst die Klassenstufen fünf bis zehn. Dort lernen Kinder, die später einen Beruf lernen wollen und nicht das Abitur machen.

Oberschule: Die Oberschule fasst die Hauptschule und Realschule zu einer Schulform zusammen.

Ordnungswidrigkeit: Wer gegen das Gesetz verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat. Eine Ordnungswidrigkeit ist nicht so schlimm wie eine Straftat. Sie wird auch bestraft, aber nicht so hoch.

Rathaus: In diesem Gebäude ist der offizielle Sitz einer Stadt oder Gemeinde

Realschule: Schule für Kinder ab circa zehn Jahren mit mittlerem Lernniveau oder Wissensstand. Klassen 5 bis 10.

Region-S-Karte: Die Region Hannover schickt einmal im Jahr allen Menschen, die nur wenig Geld haben, die Region-S-Karte. Mit dieser Karte darf man am Automaten und am Schalter einen billigeren Fahrschein für Busse und Bahnen kaufen: das Ticket -S

Schulpflicht: In Deutschland müssen alle Kinder bis zum Alter von 16 Jahren in die Schule gehen. Sie müssen mindestens zehn Jahre lang zur Schule gehen.

Sozialamt: Jede Stadt und jede Gemeinde hat ein Sozialamt. Dort finden Menschen mit wenig Geld Hilfe. Das Sozialamt zahlt zudem Menschen, die nicht arbeiten können, Geld fürs Leben aus.

Sozialhilfe: Wer kein eigenes Einkommen hat und nicht arbeiten kann, weil er zum Beispiel dauerhaft sehr krank ist, bekommt Geld vom Staat. Dieses Geld heißt Sozialhilfe.

Stadtbahn: In Hannover gehören Untergrundbahnen – also die Metro – und Straßenbahnen zusammen. Dieselben Bahnen fahren mal unter der Erde, mal über der Erde. Deshalb heißen sie Stadtbahn und nicht U-Bahn wie in anderen deutschen Städten. An den unterirdischen Stationen steht aber das Schild U.

Städte und Gemeinden: Jeder lebt in einer Stadt oder in einer Gemeinde – also in einem großen oder kleinen Ort. Diese Städte und Gemeinden haben eine Verwaltung, die sich zum Beispiel um Schulen und Baugebiete kümmert. Der Sitz dieser Verwaltung, und damit der Stadt oder der Gemeinde, ist das Rathaus. Im Sprachgebrauch sagt man oft "die Stadt", meint aber "die Verwaltung einer Stadt".

Unterkunft: ein Gebäude zum Wohnen für mehrere Menschen, allerdings oft mit wenig Komfort

Volkshochschule: Volkshochschulen sind Schulen für Menschen, die eigentlich nicht mehr zur Schule gehen, aber noch etwas lernen wollen. Häufig wird die Abkürzung "VHS" benutzt. Der Unterricht findet oft am Abend statt, damit Menschen, die arbeiten, auch teilnehmen können. Es gibt aber auch Unterricht am Tag – zum Beispiel viele Sprachkurse.

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Agentur für Arbeit: Die Agentur für Arbeit sorgt dafür, dass Menschen, die ihre Arbeit verloren haben, wieder Arbeit finden. Wer noch nicht in Deutschland gearbeitet hat und in Deutschland bleiben darf, muss sich an das Jobcenter wenden, nicht an die Agentur für Arbeit.

Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Agentur für Arbeit sitzt in Duisburg. Wenn Menschen aus anderen Ländern – außer aus der EU – in Deutschland arbeiten wollen, prüft die Zentralstelle, ob die Arbeitserlaubnis unter Berücksichtigung arbeitsrechtlicher Vorgaben erteilt werden kann. Zuweisen/zugewiesen: Das Land entscheidet erst einmal, wo ein Mensch, der neu nach Deutschland gekommen ist, wohnt. Das nennt sich Zuweisung; Menschen werden einer Stadt zugewiesen. Das heißt: Dort müssen sie wohnen.

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Hinweis zu weiteren Informationen im Internet

Weitere Broschüren und Informationen im Internet

https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Broschueren/willkommen-in-deutschland.html

https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2015/Willkommen_in_Deutschland_de.pdf?__blob=publicationFile

https://www.proasyl.de/hintergrund/uebersicht-informationsangebote-fuer-fluechtlinge-im-internet/

http://www.refugeeguide.de/de/