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Interview

Corona und Schule: "Das Klima ist bedrückend"

Alexandra Rust im Interview mit Christa Dommes, AWO-Ganztagskoordinatorin an der GS Alemannstraße.

Tausende Tote, täglich neue erschreckende Fallzahlen und nun auch wieder Distanzlernen in den Schulen – der aktuell harte Lockdown ist unvermeidbar. Und die Corona-Pandemie wird uns noch länger begleiten. Was macht das mit Schüler*innen? Und was können Eltern in Zeiten wie diesen mit ihren Kindern noch unternehmen?

Antworten gibt Christa  Dommes, AWO-Ganztagskoordinatorin an der GS Alemannstraße.

  1. Wie hat sich der Ganztag seit Corona verändert?
    Für die Kinder ist sehr viel mehr reglementiert. Das bedeutet ja weit mehr als nur Masken zu tragen. Das Klima hat sich auch sehr verändert und ist bedrückend. Die Lehrer*innen und Betreuer*innen sind wesentlich belasteter.
  2. Wie nehmt ihr die Kinder wahr?
    Die Ängste der Erwachsenen übertragen sich natürlich auf die Kinder. Sie haben Angst, ihre Spielkameraden zu treffen, da sie einerseits befürchten, ihre Familie zu infizieren, anderseits froh sind, die Kontakte zu ihren Freunden weiterhin zu haben. Dieser Widerspruch lässt sich nicht auflösen.
    Durch die zahlreichen Regeln im Schulalltag wollen die Kinder zudem nach dem Unterricht nur noch ins Freispiel. Das fällt schon auf.
  3. Wie gehen die Kinder mit der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen um?
    Ich erlebe die Kinder als sehr verantwortungsbewusst. Sie achten aufeinander, halten Abstand – selbstverständlich alles im Rahmen ihrer Möglichkeiten. 
  4. Was müsste aus Deiner Sicht in Schule anders werden?
    Besser wären kleinere Gruppen. Wir tun uns schwer, Kinder auszuschließen. Dringend notwendig wäre auch mehr Personal –  auch wenn es utopisch ist. Nicht zuletzt ist die Ausstattung der Schüler*innen mit Endgeräten notwendig. Natürlich kostet das Geld. Die Digitalisierung in Schulen muss dringend vorangetrieben werden.
  5. Welche Tipps habt ihr für die Familien in diesen Zeiten?
    Die Eltern sollten die Wünsche ihrer Kinder berücksichtigen, viel mit ihnen an die frische Luft gehen. Möglich sind jetzt zum Beispiel Ausflüge, etwa in den Tierpark in Kirchrode. Es gibt immer Dinge, die man noch nicht kennt und auch nichts kosten. Auch Fahrradtouren sind gut geeignet, etwas Abwechslung in den Alltag zu bringen. Denn gerade die räumliche Enge für manche Familien ist ja eine Belastung.