Extras

Zuletzt aktualisiert:

Überschuldung

Kein Geld übrig zum Sparen

Um Geld sparen oder Kredite tilgen zu können, muss Geld übrig sein: Wer aber dauerhaft seinen fälligen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann und wem außerdem weder Vermögen noch Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen, gilt als überschuldet.

"Der Weltspartag" findet alljährlich am 31. Oktober statt. Dieser Tag verliert nicht nur an Bedeutung, weil er mit Halloween und dem Reformationstag konkurriert. Auf einem internationalen Sparkassenkongress im Jahr 1924 erdacht, will er vor allem den Kindern das Sparen schmackhaft machen. Sparen jedoch erscheint zunehmend unattraktiv, in Zeiten von

  • Negativzinsen für Sparer*innen und
  • historischen Niedrigzinsen für Kreditnehmer*innen

Überschuldung – Häufigkeit und Trends: Zehn Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind überschuldet und weisen "nachhaltige Zahlungsstörungen" auf. 2019 war zum dritten Mal ein Rückgang der Überschuldungsquote zu beobachten. In der Region Hannover sind 11,3 Prozent der Erwachsenen überschuldet, Tendenz sinkend. Rechnerisch betrifft dies im Stadtgebiet Hannover rund 52.000 Personen.

Überschuldung – wodurch? Überschuldung kann alle Milieus und Schichten treffen. Da es aber bedeutend einfacher ist, mit einem hohen Einkommen gut zu haushalten, ist der mit Abstand häufigste Überschuldungsauslöser "längerfristiges Niedrigeinkommen". Kleine Renten, Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, plötzliche Erkrankung, ein Unfall oder Todesfall, Scheidungen/ Trennungen können Überschuldung auslösen, ebenso wie gescheiterte Selbständigkeit oder das eigene Konsumverhalten.

Überschuldungsquoten
Diagramm

Überschuldung trifft Jüngere häufiger: Die obere Grafik verdeutlicht, dass Jüngere häufiger überschuldet sind, als Ältere. Insbesondere die wirtschaftlich aktiven 30 bis 50-Jährigen sind überdurchschnittlich häufig überschuldet, Männer etwas häufiger (12,5 Prozent), als Frauen (7,7 Prozent).

Aber: Überschuldung wird "älter": Die Zahl älterer überschuldeter Verbraucher (über 50 Jahre) hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen. Stärkste Anstiege sind im Rentenalter zu beobachten.

Kontakt: D3_Sozialplanung@hannover-stadt.de

Quellen:

Autorin: Dez III Sozialplanung Dr. Silke Mardorf