Adventskalender

Wasserkunst

Heute radeln Sophie und Nurcan mit den Eltern zur Wasserkunst. Sie sind neugierig, denn Mama hat ihnen erzählt, dass alle Wasserspiele in den Herrenhäuser Gärten früher mit dem Wasserdruck aus der Wasserkunst versorgt wurden, auch die große Fontäne.

 

Die Wasserkunst Hannover

Vor mehr als 300 Jahren wollte die Kurfürstin Sophie die höchste Fontäne in Europa haben. Aber ihre Techniker konnten die Schwierigkeiten mit dem Wasserdruck einfach nicht lösen. Die Fontäne blieb klein und die Kurfürstin fühlte sich blamiert.

Ihr Mann, König Georg der I holte schließlich die besten Wassertechniker aus England. Er zahlte 220.000 Reichstaler. Erst 20 Jahre später schaffte der englische Ingenieur Benson den Weltrekord –  endlich schoss die Fontäne 35 Meter in die Höhe. Dafür hatte er die Pläne für eine Wassermaschine des genialen hannoverschen Wissenschaftlers Gottfried Wilhelm Leibniz genutzt. Er hatte die Idee dazu schon im Jahr 1696. 40 Druckpumpen und fünf große Wasserräder an der Leine leiteten nun das Wasser in die Brunnen der Herrenhäuser Gärten. Etwas später schafften die Wasserbautechniker sogar eine Höhe von bis zu 82 Meter.

„Aber das ist ja alles schon so laange her!“ meinte Sophia: „Was ist heute?“

„Wenn ihr in das Haus der Wasserkunst hineingeht oder durch die Fenster schaut, seht ihr wie sich die großen Wasserräder immer noch drehen und die Pumpen arbeiten“, sagte Papa. Aber zweimal musste alles ganz gründlich renoviert werden. Vor 160 Jahren das erste Mal. Da wurde die Wasserkunst neu gebaut, weil die Leitungen tropften und nicht mehr genug Wasserdruck für die Wasserspiele vorhanden war.

 

Am Kanalübergang

Und dann mussten alle Teile der Wasserkunst nochmal ganz gründlich renoviert werden. Das dauerte sieben Jahre bis zum Frühling im Jahr 2021. Der Gartenmeister freute sich riesig, als er wieder an der riesigen Kurbel drehen und das Leinewasser durch das große Tor rauschen lassen konnte. Die beiden Wasserräder drehen sich seitdem wieder. Mit ihrem Durchmesser von 8,47m treiben sie vier Pumpen an. Sie transportieren bis zu 400.000 Liter Wasser pro Stunde in die Graft rund um die Herrenhäuser Gärten und regulieren dort den Wasserstand. Denn heute fließt das Wasser nicht mehr zu den Brunnen und zur großen Fontäne. Dafür gibt es ein extra Pumpenhaus im Werkhof des Großen Gartens in Herrenhausen.

„Aber jetzt schauen wir in die Wasserkunst hinein“, rief Nurcan. Wer schon mal vorher schauen möchte, kann hier in das Video von HalloLindenLimmer hineinschauen:

 

Autor*in: Bärbel Kuhlmey