Extras

Zuletzt aktualisiert:

Einschulung

Hurra, ich bin ein Schulkind

Der Schulstart 2020 stand unter einem besonderen Stern – eine herkömmliche Feier zur Einschulung war dieses Jahr unter den Covid-19-Bedingungen nicht möglich.

An der Gebrüder-Körting-Grundschule in Badenstedt machte man sich deshalb besonders viele Gedanken, den neuen Erstklässler*innen in diesem Sommer einen schönen Schulanfang zu bereiten. Schulleiterin Anke Berndt erzählt, welche Unterschiede es im Vergleich zu den vergangenen Jahren gab und welche positiven Schlüsse sie für die Zukunft mitnimmt.

Umstand fordert ein hohes Maß an Kreativität

Eines stand bereits früh fest: Diesen Sommer würde es keine gewöhnliche Einschulung für die neuen Erstklässler*innen geben. Die Auflagen zum Schutz vor dem Corona-Virus ließen keine Veranstaltung zu, bei der sich die Kinder und ihre Begleiter*innen, gemeinsam in der Aula der Schule zur Begrüßung treffen konnten. Dem Kollegium der Gebrüder-Körting-Schule forderte dieser Umstand ein besonders hohes Maß an Kreativität ab.

Den Stadtteil stärker mit einbeziehen

„Wir haben uns in den Sommerferien schon viele Gedanken gemacht, wie man das Beste aus der Situation herausholen kann. Den Spruch „Hurra, ich bin ein Schulkind“ haben wir bewusst gewählt, weil für viele Kinder die Zeit zu Hause auch eine Herausforderung war und die Schule eine gute Abwechslung bietet“, sagt Schulleiterin Anke Berndt über die Planung der Feierlichkeiten. „Uns war früh klar, dass wir die neuen Schüler*innen nicht nach und nach in der Sporthalle empfangen wollten. Uns kam die Idee, den Stadtteil stärker mit einzubeziehen, wodurch die Veranstaltung nicht nur an einem Ort stattfand.

Mit Abstand an der frischen Luft

Mit dieser dezentralisierten Lösung wurde den Familien der zukünftigen Schulkinder gleichzeitig eine große Sorge genommen: Groß war die Sorge der Angehörigen darüber, dass sie an der Einschulung des eigenen Kindes nicht teilnehmen können. Aber anstatt die Familien vor der Schule zu empfangen, wurden in den anliegenden Straßen verschiedene Stationen aufgebaut, bei denen die Kinder ihre künftigen Lehrer*innen kennenlernen konnten. So konnten die neuen Schüler*innen beispielsweise am Heizhaus mit Kreide malen, oder Seifenblasen herstellen und sich mit genügend Abstand an der frischen Luft kennenlernen.

„Bei einer normalen Einschulung wäre das  nicht möglich“

Um die Kontaktaufnahme zu vereinfachen bekamen die Familien im Vorfeld per Post ein Namensschild. Des Weiteren lag dem Brief noch ein USB-Stick bei, auf dem sich ein Video über die Schule befand. So war es den neuen Erstklässlern schon vor dem ersten Schultag möglich, ihren Klassenraum, die Aula oder die Mensa bereits von zu Hause aus zu erkunden. Anke Berndt selbst war an diesem Samstag-Vormittag damit beschäftigt, mit den neuen Familien in Kontakt zu kommen und sich über Anregungen, Fragen oder auch Unsicherheiten auszutauschen: „Ich glaube ich habe mit fast allen gesprochen, das wäre bei einer normalen Einschulung nicht möglich gewesen“, erzählt sie.

„Ein Dorf mitten in Badenstedt“

Allerdings ging es der Schulleiterin nicht nur darum, dem Corona-Virus vorzubeugen. Ihre Schule liegt in Körtingsdorf, einem kleinen Teil von Badenstedt. Dieser Ortsteil zeichnet sich durch seine kulturelle Durchmischung aus, vereint wird diese in der Grundschule. „Wir wollten mit dieser Art von Feier das Augenmerk auf den Stadtteil lenken und ein Bewusstsein dafür schaffen. In ‚Körtingsdorf‘ steckt ja das Wort ‚Dorf‘ und das ist es auch ein bisschen, ein Dorf mitten in Badenstedt.“

Vielleicht wird aus der Einschulung mal ein Stadtteilfest

Dadurch, dass die Einschulung hier in den Straßen stattgefunden hat, nahmen auch die Menschen die hier wohnen daran teil. Auch ehemalige Schüler*innen schauten vorbei. Auch das wäre normalerwiese nicht möglich gewesen. Ich würde mir wünschen, dass aus der Einschulung in den nächsten Jahren vielleicht ein Stadtteilfest wird“, sagt Anke Berndt mit Blick auf die Zukunft.

Keine negativen Rückmeldungen der Eltern

Die Mitarbeiter*innen der Gebrüder-Körting-Schule haben aus der Not eine Tugend gemacht und durch die erforderte Spontanität sogar Veränderungen vorgenommen, die sie für die kommenden Einschulungen beibehalten wollen.“ Es ist komisch aber trotz der ganzen Befürchtungen im Vorhinein, gab es dieses Jahr keine negativen Rückmeldungen der Eltern, das war nicht immer so.  Immerhin konnte sich dieses Mal niemand über das zu leise Theaterstück beschweren“, resümiert die Schulleiterin über die Einschulung im Sommer 2020.

Von Marian Swiderke