Sehpferdchen Filmtipp:

Lola auf der Erbse

„Lola auf der Erbse“ ist ein lustig-ernster Kinderfilm, mit allem, was dazu gehört: ein altes Hausboot, ein echter Freund und ein dunkles Geheimnis…

Manchmal braucht es Zeit, aber der Spruch kann tatsächlich stimmen: Alles wird gut!

Schöner wohnen als Lola kann man wohl kaum. Gemeinsam mit ihrer flippigen Mutter Loretta lebt die Elfjährige auf einem Hausboot namens Erbse und alles könnte so cool sein. Doch seitdem ihr Vater sich vor zwei Jahren in Luft aufgelöst hat, flüchtet Lola immer häufiger in eine Traumwelt. Nur weil sie komische Dinge macht, wird sie immer mehr zur Außenseiterin: Sie weigert sich, zum Friseur zu gehen, trägt immer dieselben Turnschuhe und will sich nicht einmal den Hals an der Stelle waschen, wo ihr Vater sie zum letzten Mal geküsst hat. 

Zu allem Überfluss schleppt ihre Mutter auch noch einen neuen Freund an: Er heißt Kurt, ist Tierarzt und dummerweise ziemlich nett. Aber einen Papa kann man nicht einfach auswechseln und so tut Lola alles, um die beiden auseinanderzubringen.

Nur der alte Seebär Solmsen scheint sie zu verstehen, und Rebin, der neu in Lolas Klasse kommt und genauso komisch und verschlossen zu sein scheint. Als die beiden sich anfreunden, kommt Lola hinter sein Geheimnis. Doch um Rebin und seiner Familie zu helfen, braucht sie ausgerechnet Kurt.

Regisseur Thomas Heinemann erzählt von der Freundschaft der zwei Außenseiter sehr genau und vor allem authentisch. Konsequent aus der Sichtweise von Lola zeigt er, dass Veränderungen nicht immer schlecht sein müssen. Ob bei Lolas Thema der schwierigen Familienverhältnisse oder bei Rebins Situation als illegaler Flüchtling, der Film lässt sich Zeit und ist ein wunderbares Beispiel an kreativem und liebevoll gemachten deutschen Kinderkino, das seine jungen Zuschauer ernst nimmt und mit viel Spaß ernste Themen erzählt.

LOLA AUF DER ERBSE, Festivalfilm 2016

Regie: Thomas Heinemann, Deutschland 2014, 90 min

Nach dem Kinderbuch von Annette Mierswa

Unsere Altersempfehlung: Für Kinder ab 8 Jahren.

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Kostenloser Stream: filmfriend

Und hinterher:

Die Mutter sagt einmal, dass man den Kuss, den Lola nicht abwaschen will, im Herzen aufbewahren kann. Überlegt mal, wie man Erinnerungen an Menschen aufbewahren kann, die nicht mehr da sind? Wenn ihr jemanden kennt, der/die weit weg wohnt und den/die ihr sehr mögt, schickt ihm/ihr einen Brief und erzählt ganz genau von eurer schönsten Erinnerung mit ihm/ihr. Ihr bekommt sicher eine Antwort, wetten?

Das Sehpferdchen Filmfest gibt es seit 1998 und wurde schnell zum größten niedersächsischen Filmfest für Kinder. Entstanden ist es aus der Kinderfilmarbeit des Kinos im Künstlerhaus und aus der Stadtteilkulturarbeit.