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Homeschooling mal anders

Zum Unterricht in den Fahrradschuppen

Für unseren Niki haben wir uns als Großeltern sehr gefreut, als er im letzten Jahr eingeschult wurde. Er gehörte endlich zu den „Großen“ – neuer Schulweg, neue Lehrer*innen, neue Freunde.

Das alles änderte sich für ihn und alle Kinder rund um die Welt mit dem Beginn der Corona-Pandemie. Und wieder alles neu: Homeschooling war angesagt. Doch während sich seine großen Geschwister schnell mit der Situation arrangierten, wollte Niki sich nicht daran gewöhnen. Und wieso überhaupt noch Schulaufgaben machen, wenn er doch eh zu Hause ist? Die Schularbeiten dauerten immer länger und bestanden irgendwann nur noch aus Wut und Tränen.

Es dauerte eine Weile, aber meine Schwiegertochter hatte die zündende Idee. Sie schickte Niki zur Schule mit Ranzen und Butterbrot. Der neue Fahrradschuppen hielt von nun an als Schulgebäude her. Seine beiden Geschwister richteten sie ein und tauften sie auf den Namen „Drachen-Schule“. Wer kann schon von sich behaupten auf so eine coole Schule zu gehen?!  

Auch in der Ersatzschule müssen die Stühle hochgestellt werden

Täglich fährt Niki jetzt mit seinem Roller zum Fahrrad…, nein – zur neuen Drachenschule. Der Stundenplan hängt an der Wand und es gibt auch eine Tafel zum Lernen. Seine Mama passt dort ab und zu am eigenen Lehrer*innenpult auf ihn auf. Doch nicht nur die Schüler*innen müssen sich an Regeln halten. Wenn Mama mal wieder nebenbei Zeitung liest, protestiert Niki, dass seine Lehrerin das auch nicht während des Unterrichts machen würde.

Nach Schulschluss muss selbstverständlich der Stuhl hochgestellt werden. Seitdem er zur Drachen-Schule geht, ist die Welt für Niki endlich wieder im Lot.  Bis die „richtige Schule“ wieder beginnt, bleiben die Fahrräder vor dem Schuppen stehen.

Von Bruni und Dierk Boy