Familienblog

Sich trennen ist schwer

So erlebte eine Mutter die Eingewöhnung ihrer Tochter in die Krippe des Familienzentrums Im Wiesengrunde – aufgezeichnet von Martina Brandes, Einrichtungsleitung.So erlebte eine Mutter die Eingewöhnung ihrer Tochter in die Krippe des Familienzentrums Im Wiesengrunde – aufgezeichnet von Martina Brandes, Einrichtungsleitung.

neugierig: zwei Krippenkinder erkunden das Außengelände

Das Familienzentrum im Wiesengrunde gewöhnt nach dem Münchener Eingewöhnungsmodell ein. Bei diesem Konzept begleitet ein Eltern- oder Familienteil das Kind die ersten Wochen in der Krippe. Dabei lernen Kind und Erwachsene gemeinsam die Räume, die anderen Krippenkinder, die Krippenerzieher*innen und den Tagesablauf kennen.

Frau G. ist die Mutter von Luca und Lennja. Sie begleitete schon die Eingewöhnung von Luca in die Krippe. Die Eingewöhnungen werden von Frau G. unterschiedlich wahrgenommen.

Luca war erst 11,5 Monate bei seiner Eingewöhnung alt.

Den ständigen Austausch mit der Krippenerzieherin erlebte Frau G. in dieser Zeit als sehr unterstützend.  „Luca war ja noch so klein.“ Frau G. bekam erst langsam Vertrauen in die Selbständigkeit ihres Krippenkindes. Die Erzieher*innen beruhigten die Mutter: „Das lernt er hier bei uns.“  Zum Beispiel der Umgang mit Porzellan-und Glasgeschirr in der Krippe irritierte Frau G. anfangs, später beobachtete sie, wie gut die Kinder damit zurechtkommen. Auch die Einschlafsituation mit 12 Krippenkindern konnte sich Frau G. nicht wirklich entspannt vorstellen. „Wir haben ihn doch immer rumgetragen, bis er einschläft.“ Wie wollen es die Krippenerzieher schaffen 12 kleine Kinder gleichzeitig hin zu legen?“  Diese Bedenken konnten ihr die Krippenerzieher*innen mit der Zeit nehmen, da Frau G. die Möglichkeit hätte, während der Eingewöhnung den Alltag in der Krippe kennenzulernen. Die Trennung mit Luca erlebte Frau G. unproblematisch, denn er freute sich doch jeden Tag auf die Krippe.

Lennja´s Eingewöhnung entwickelte sich anders. Lennja ist 15 Monate alt, hat das Familienzentrum durch ihren großen Bruder schon kennengerlernt und vor allem: Lennja kann schon „Nein“ sagen. Nach den ersten tränenlosen Verabschiedungen von der Mama und den ersten schönen Krippentagen laufen jetzt morgens die Tränen an der Krippentür. “Lennja, möchtest du heute wieder in den Kindergarten gehen?“ „Nein“ lautet aktuell die Antwort. Damit geht es Frau G. natürlich nicht so gut. Sie ist Lehrerin und wird ab September auch wieder unterrichten. Sie glaubt aber, dass Lennja die Krippe „guttut“, insbesondere das Leben in einer Gruppe mit anderen Kindern und nach einem anderen Ablauf als zu Hause.

Die Gespräche mit anderen Eltern haben Frau G. gestärkt und informiert, sie hat sich viel ausgetauscht. Das Krippenkonzept ist für sie mittlerweile gut nachvollziehbar.

Ihr Rat für andere Eltern:

Immer mit den Erzieher*innen im Kontakt bleiben, keine Angst haben dort zu „nerven“, es hilft immer Fragen zu stellen. Auch der Austausch mit anderen Eltern hilft, sich dabei aber nicht verunsichern zu lassen.

Martina Brandes