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Flüchtlinge in Hannover

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Informationen und Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Woher kommen Flüchtlinge?

Flüchtlinge kommen oft aus Bürgerkriegsgebieten oder aus Ländern, in denen sie diskriminiert, verfolgt oder vertrieben werden. Diese Menschen haben während ihrer Flucht häufig traumatische Erlebnisse erfahren müssen.

Wie werden die Flüchtlinge in Deutschland verteilt?

Nach dem Asylverfahrensgesetz ist das Land Niedersachsen dazu verpflichtet, diese Menschen anteilig aufzunehmen. Das Land wiederum ist ermächtigt, Flüchtlinge nach dem Aufnahmegesetz auf die Gemeinden zu verteilen. Maßgebend hierfür ist insbesondere die Einwohnerzahl. Weitere Informationen dazu sind auf der Homepage des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zu finden.

Wie ist die Unterbringung von Flüchtlingen organisiert?

Nach der Ankunft in Deutschland kommen Flüchtlinge, die Asyl beantragen wollen, zunächst in Erstaufnahmeeinrichtungen. Dort sollen sie registriert werden, ihren Asylantrag stellen, gesundheitlich untersucht und angehört werden. Sie sind verpflichtet, bis zu drei Monaten dort zu wohnen (wegen der hohen Flüchtlingszahlen werden Asylsuchende zurzeit bereits nach kurzer Zeit auf die Gemeinden verteilt, ohne dass zuvor ein Asylantrag gestellt wurde).

In den einzelnen Kommunen und Landkreisen ist die Unterbringung schließlich unterschiedlich organisiert, in Hannover wird das Drei-Säulen-Modell angewandt. Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation und der damit verbundenen Herausforderungen in der Unterbringung wurde das Drei-Säulen-Modell vorübergehend um Notunterkünfte erweitert. Weitere Informationen dazu gibt es hier:

Wann ist es einer geflüchteten Person gestattet, den Wohnort zu wechseln?

 

Status des Asylverfahrens

Wohnortregelung

1.

Asylsuchende Flüchtlinge

  • im laufenden Asylverfahren
  • ohne eigenen Lebensunterhalt
Die Niedersächsische Landesaufnahmebehörde weist Asylsuchenden eine Kommune zu, dort müssen Sie ihren Wohnsitz nehmen. Innerhalb der Region Hannover ist ein Wechsel des Wohnsitzes möglich. Dazu muss aber die Stadt oder Gemeinde zustimmen, in deren Gebiet der neue Wohnsitz liegt.
2. Das Asylverfahren ist beendet, die Entscheidung ist negativ und unanfechtbar

Die Geflüchteten dürfen bis zur Ausreise ihren Wohnsitz nicht wechseln.

Wenn Abschiebungshindernisse vorliegen, eine Duldung erteilt wird und der Lebensunterhalt gesichert ist, dann darf auch der Wohnsitz gewechselt werden.

3.

Das Asylverfahren ist beendet, die Entscheidung ist positiv:

  • die Asylsuchenden sind als Flüchtlinge anerkannt

oder

  • den Asylsuchenden wird subsidiärer Schutz zuerkannt

Die Flüchtlinge sind verpflichtet, ihren Wohnsitz für weitere 3 Jahre in dem Bundesland zu nehmen, das ihnen während des Asylverfahrens zugewiesen wurde.

Der Wohnsitz darf aber gewechselt werden, wenn eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, eine Berufsausbildung oder ein Studium aufgenommen wird.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Verpflichtung auf Antrag des Flüchtlings aufgehoben werden.

Welche gesetzlichen Ansprüche haben Flüchtlinge?

Jeder Flüchtling hat den Anspruch auf eine adäquate Unterbringung, Verpflegung und Betreuung. Außerdem hat jeder Flüchtling neben dem Recht auf Unterbringung auch einen Anspruch auf all jene Leistungen, die ihm nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) zustehen. Dieses Bundesgesetz regelt die Höhe und Form von Leistungen zur Sicherung des Grundbedarfs: Ernährung, Unterkunft, Kleidung, Gesundheits- und Körperpflege, Gebrauchs- und Verbrauchsgüter im Haushalt, Taschengeld für persönliche Bedürfnisse im Alltag, Leistungen bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt. Natürlich haben Flüchtlinge auch einen Anspruch auf eine ausreichende medizinische Versorgung.

Wie erhalten Geflüchtete eine private Haftpflichtversicherung?

Auch Flüchtlinge haften für Schäden, die sie anderen zufügen und selbst verursacht haben. Damit eine private Haftpflichtversicherung solche Schäden übernimmt, müssen Geflüchtete die Versicherung selbst abschließen und die Kosten zahlen.

Wie ist das Krankenversicherungssystem für Geflüchtete geregelt?

Es ist vom jeweiligen Status und Leistungsbezug des Flüchtlings abhängig, ob im Krankheitsfall eine gesetzliche Krankenversicherung die Behandlungskosten übernimmt oder ob die Sozialämter der Kommunen einen Krankenschein ausstellen.

Leistungsbezug

Regelung für Behandlungskosten

Grundleistung nach Asylbewerberleistungsgesetzt (AsylbLG)

Behandlung per Krankenschein

Das Sozialamt der Kommune stellt Krankenschein aus. Damit können akute Erkrankungen und Schmerzzustände bei Ärzten und Zahnärzten behandelt werden.

Weitere Leistungen für:

  • Schutzimpfungen
  • medizinisch gebotene Vorsorgeuntersuchungen
  • Wöchnerinnen

Behandlung chronischer Erkrankung

Analogleistungen nach Asylbewerberleistungsgesetzt (AsylbLG)

Betreuung durch gesetzliche Krankenversicherung

Das Sozialamt der Kommune übernimmt Anmeldung bei einer gesetzlichen Krankenversicherung, die betreuende Versicherung stellt Gesundheitskarte aus.

Leistungsbezug nach Sozialgesetzbuch XII (SGB XII)
Leistungsbezug nach Sozialgesetzbuch II (SGB II) Pflichtversicherung bei gesetzlicher Krankenversicherung

Wie werden unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut?

Bei neu angekommenen, nicht von Erwachsenen begleiteten minderjährigen Flüchtlingen wird zunächst der Hintergrund des Aufenthaltes und die derzeitige Lebenssituation geklärt. Die Minderjährigen werden dabei in Obhut genommen. In einzelnen Fällen wird die Vormundschaft geführt oder es werden Privatvormünder beraten. Eine mögliche Aufnahme bei Privatpersonen wird abgeklärt. Ebenso erfolgen eine ausländerrechtliche Abklärung des Aufenthaltsstatus sowie unter Umständen eine Antragstellung auf Asyl. Gegebenenfalls werden Maßnahmen der Erziehungshilfe eingeleitet. Weitere Informationen:

Sind Flüchtlingskinder schulpflichtig?

Grundsätzlich haben alle in Niedersachsen lebenden Kinder die Pflicht und das Recht, eine Schule zu besuchen. Flüchtlingskinder im schulpflichtigen Alter werden in Hannover in den Schulbetrieb integriert und erhalten meist zusätzlichen Deutschunterricht und/oder besuchen spezielle Sprachlernklassen.

Dürfen Flüchtlinge arbeiten?

Die Zugangsmöglichkeiten zum Arbeitsmarkt hängen maßgeblich vom aktuellen Aufenthaltsstatus ab:

  • Personen mit einer Aufenthaltsgestattung (die sich also noch im Asylverfahren befinden) oder Duldung, die sich seit drei Monaten erlaubt, geduldet oder gestattet im Bundesgebiet aufhalten, können bei der Ausländerbehörde eine Arbeitserlaubnis beantragen. Diese kann erteilt werden, wenn die Bundesagentur für Arbeit der Ausübung der beantragten Beschäftigung zugestimmt hat. 
  • Nach positivem Abschluss des Asylverfahrens oder Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft wird eine Aufenthaltserlaubnis erteilt, mit der die Erwerbstätigkeit uneingeschränkt möglich ist.
  • Bei Nichtanerkennung der Asyl- oder Flüchtlingseigenschaft, aber bestehendem Abschiebungsverbot oder humanitären Gründen für den weiteren Aufenthalt, ist die Beschäftigung mit Erlaubnis der Ausländerbehörde möglich.
  • Duldungsinhabern darf die Beschäftigung nicht erlaubt werden, wenn sie es zu vertreten haben, dass der Aufenthalt nicht beendet werden kann (z.B. durch fehlende Mitwirkung, Täuschung).

Detaillierte Informationen über diese Zugangsbedingungen sind auf der Homepage des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zu finden.

Was passiert, wenn ein Asylantrag abgelehnt wird?

Im Falle einer Ablehnung des Asylantrages ist die betreffende Person vollziehbar ausreisepflichtig und muss Deutschland verlassen. Ihr wird Gelegenheit zur freiwilligen Ausreise gegeben. Reist sie nicht aus, wird die Abschiebung durchgeführt, es sei denn, es liegen Duldungsgründe (wie z.B. Reiseunfähigkeit) vor.

Wie ist mit traumatisierten Geflüchteten umzugehen? Welche Anlaufstellen gibt es, um eine professionelle Traumatherapie zu beginnen?

Es kann dauern, bis Geflüchtete bereit sind, traumatische Erlebnisse aufzuarbeiten. In den ersten Jahren wird Traumatisches häufig verdrängt. Nach der Ankunft in Deutschland stehen ganz andere, praktische Problemfelder wie zum Beispiel Unterkunft, Verpflegung, Finanzen, Familienzusammenführung und körperliche Gesundheit im Vordergrund. Das ist völlig in Ordnung und braucht seine Zeit. Im Einzelfall kann es natürlich sein, dass eine betroffene Person auch viel früher um entsprechende Hilfe bittet.

Eine zentrale Anlaufstelle ist das Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen e. V. (NTFN), Marienstr. 28, 30171 Hannover, Telefon +49 511 856 445 15, weitere Informationen auf ntfn.de. Hier werden traumatisierte Flüchtlinge beraten.

Weitere Informationen

Weitere Informationen sind auf der Website des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu finden: