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Vertrag mit DRK

Bis zu 550 Flüchtlinge ziehen in Ex-Hotel

Grünes Licht für die Unterbringung von bis zu 550 Flüchtlingen im ehemaligen Maritim-Hotel am Friedrichswall. Der Verwaltungsausschuss hat dem für zwei Jahre abgeschlossenen Betreibervertrag mit dem Deutschen Roten Kreuz am Donnerstag (10. März) zugestimmt. Die finanziellen Details sind aus vertraglichen Gründen vertraulich.

Außenansicht des ehemaligen Hotel Maritim © LHH

Bis zu 550 Flüchtlinge können im ehemaligen Hotel am Friedrichswall untergebracht werden

Mit dem Einzug der ersten Flüchtlinge rechnet die Stadtverwaltung noch vor Ostern. Die Stadt hat das Gebäude, das von dem neuen Eigner mittelfristig modernisiert und wieder als Hotel genutzt werden soll, für zwei Jahre gemietet. Das Deutsche Rote Kreuz betreibt in Hannover bereits viele größere Flüchtlingsunterkünfte, unter anderem im ehemaligen Oststadtkrankenhaus und im Deutschen Pavillon an der Expo-Plaza.

200 Teilnehmer bei Info-Veranstaltung

Vor wenigen Tagen informierten sich 200 Interessierte auf Einladung von Stadtbezirksbürgermeister Michael Sandow über die Pläne. Welche Flüchtlinge genau dort einziehen werden, steht im Detail noch nicht fest. Zum Teil sollen Menschen, die bislang in anderen hannoverschen Notunterkünften untergebracht sind, ins ehemalige Maritim umziehen, zum Teil werden es neu nach Hannover zugeteilte Flüchtlinge sein. In dem inzwischen weitgehend als Flüchtlingsunterkunft hergerichteten Gebäude können sowohl Einzelpersonen als auch Familien wohnen. Das Gebäude verfügt über rund 285 Zimmer.

Jedes Zimmer verfügt über einen Schlafraum mit eigenem, separatem Bad. In den Geschossen darunter befinden sich diverse Räumlichkeiten, die als Büroräume für die Sozialarbeiterinnen sowie -arbeiter und den Wach- und Pfortendienst genutzt werden sollen. Auch Gemeinschafts- respektive Aufenthaltsräume für die Bewohnerinnen und Bewohner sollen in diesem Bereich geschaffen werden. Auf den jeweiligen Etagen werden Kochnischen hergerichtet.

Zahlreiche Unterstützungsangebote

Nach Angaben von Stadtbezirksmanagerin Claudia Göttler werden zehn Sozialarbeiterinnen bzw. -arbeiter, sechs weitere Flüchtlingshelferinnen bzw. -helfer und fünf Security-Kräfte im Einsatz sein – die Sicherheitsleute rund um die Uhr. In den Zimmern sind Etagenbetten eingebaut worden, auf den Etagen entstehen nach und nach Küchen, damit sich die Flüchtlinge selbst verpflegen können. Die Konferenz- und Tagungsbereiche sollen für Deutsch- und Integrationskurse und andere Veranstaltungen genutzt werden. Auf der Info-Veranstaltungen gab es bereits mehrere konkrete Unterstützungsangebote. Geplant ist z.B. eine Fahrradwerkstatt.

Interessierte können sich an die Koordinierungsstelle für Flüchtlingshilfe der Landeshauptstadt wenden: Telefon 0511 / 168 – 3 00 88, E-Mail: fluechtlinge@hannover-stadt.de.

Hintergrundinformationen

Derzeit leben rund 4.900 Flüchtlinge in den Unterkünften der Stadt. Die Stadt geht bislang davon aus, dass die Flüchtlingszahlen auch in 2016 weiter steigen werden, in welchem Umfang ist noch unklar. Daher werden bereits Verhandlungen über weitere Immobilien geführt. Auch werden weiterhin städtische Flächen für die Schaffung von Flüchtlingsunterkünften herangezogen und sorgsam geprüft. Ebenso ist der Bau von mehreren Leichtbauhallen für insgesamt 2.000 Flüchtlinge vorgesehen.