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Team Zuwanderung

Tausende brauchen Unterstützung

Längere Wartezeiten trotz ausgedehnter Öffnungszeiten und neu sortierter Zuständigkeiten: Im Team Zuwanderung der Region Hannover ist deutlich spürbar, dass mehr Menschen ein neues Zuhause in Deutschland suchen.

Donnerstagnachmittag, Maschstraße 17 in Hannover: Im Eingangsbereich steht eine kleine Menschenschlange. Im Treppenhaus herrscht reges Kommen und Gehen. Familien, Paare und Einzelpersonen warten in den Fluren. In diesem Gebäude arbeitet das Team Zuwanderung der Region Hannover, zuständig für alle Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, die in den 20 Umlandkommen der Region leben. An den Sprechtagen ist klar: Es wird voll.

Deutlich mehr Kundenkontakte

"In den vergangenen Jahren haben wir pro Jahr um die 30.000 Besuchernummern ausgegeben, mal 2.000 weniger, mal 2.000 mehr", sagt Cerstin Husner, Leiterin des Teams Zuwanderung. "In diesem Jahr steuern wir auf 38.000 bis 40.000 Kundenkontakte zu." Die Behörde hat deshalb im Frühjahr die Öffnungszeiten ausgedehnt. Zuständigkeiten wurden umsortiert, um den Andrang besser bewältigen zu können. Trotzdem: "Die Wartezeiten sind länger", sagt Husner.

Entscheidung über Asylantrag fällt in Nürnberg

Die steigende Zahl der Menschen, die in Deutschland ein neues Zuhause sucht, macht sich nicht nur an den Sprechtagen bemerkbar. Ein ganz praktisches Problem: Der Platz für Akten wird knapp. "Vor drei Jahren hatten wir noch 40.000 Menschen mit ausländischen Pässen, jetzt sind es 50.500", sagt Husner. Schwierig wird es, wenn Asylanträge abgelehnt werden. Und auch das geschieht aufgrund der steigenden Asylbewerberzahlen häufger. Husner: "Früher hatten wir etwa 600 Duldungsinhaberinnen und -inhaber, jetzt sind es fast doppelt so viele." Und natürlich geht es auch um Schicksale. Die Teamleiterin ist sich dessen bewusst: "Wir greifen in die Lebensplanung dieser Menschen ein." Wobei die Entscheidung, ob jemandem Asyl gewährt wird oder nicht, nicht in der Region Hannover fällt, sondern beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg. "Wir müssen die Entscheidung umsetzen", stellt Husner klar. Dafür, dass Menschen für sich und ihre Familien eine möglichst sichere und gute Lebenssituation erstreben, hat sie volles Verständnis. Manchmal gibt es auch Tage wie neulich, an denen ein syrischer Familienvater vor der Tür steht – einfach um sich zu bedanken, dass seine Familie in der Behörde gut unterstützt wurde. Und um sicherzugehen, dass der Dank auch ankommt, wollte er ihn auf jeden Fall an die Vorgesetzte richten. "Diese Dankbarkeit zu erfahren, ist toll", sagt Husner.

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