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Pflanzenjäger im Porträt

Engelbert Kaempfer

Von Lemgo aus machte sich der Mediziner auf den Weg und bereiste die Welt. Er brachte unter anderem die ersten Samen des Ginkgo biloba nach Europa.

Engelbert Kaempfer 1727 © Sammlung W. Michel

Engelbert Kaempfer 1727

Engelbert Kaempfer wurde 1651 in Lemgo als Sohn eines Pastors und einer Pastorentochter geboren. Die Stadt, gebeutelt vom 30jährigen Krieg (1618 bis 1648), war Hochburg der Hexenverfolgung. Gerade in der Zeit nach dem Krieg wurden besonders viele Menschen der Zauberei und Hexerei angeklagt und getötet. Auch zwei seiner Onkel wurden verurteilt und hingerichtet. Vielleicht auch aus Gründen der Sicherheit führte seine Ausbildung den jungen Schüler in verschiedene Städte Deutschlands. Später studierte er in Krakau, Königsberg und dann in Uppsala Medizin und Philosophie.

Mit 32 Jahren begann die gut zehn Jahre dauernde Reise des neugierigen Forschers und Weltenbummlers. Samt einer schwedischen Delegation reiste der ausgebildete Arzt über Russland nach Isfahan. Er forschte über tropische Krankheiten, befasste sich mit den Sitten und Gebräuchen des Landes und beschrieb eingehend die Dattelpalme. Nach drei Jahren ging seine Reise weiter über das Königreich Oman auf die Insel Java, Sitz der Hauptstadt Indonesiens, Batavia (Jakarta), die damals Verwaltungszentrale der niederländischen Ostindien-Kompanie war, für die Kaempfer schon in Persien gearbeitet hatte. Das Land der aufgehenden Sonne, Japan, wurde die nächste und letzte Station seiner Weltreise.

Ausländer durften das Land eigentlich nicht mehr bereisen. Japan hatte sich über die Jahrzehnte von der Außenwelt abgeschottet, das Christentum samt seiner Missionare vertrieben und fast jeglichen Handel mit dem Rest der Welt eingestellt. Einzige Ausnahme: Auf der künstlich angelegten kleinen Insel Dejima, im Hafen von Nagasaki, durfte die holländische Ostindien-Kompanie als einzige europäische Handelsorganisation arbeiten. Engelbert Kaempfer arbeitete hier als Arzt. Der Aufenthalt im kaum bekannten und wenig bereistem Land dauerte zwei Jahre. Auf Reisen nach Edo (Tokio) zum kaiserlichen Hof an denen er teilnahm, sammelte er zahlreiche Pflanzen und beschrieb sie. Der Ginkgo biloba ist wohl die bekannteste Art, die Engelbert Kaempfer erstmals detailliert beschrieb. Er brachte die ersten Samen dieses Urzeit-Gewächses nach Europa.