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Ausgewählte Schätze des Berggartens

Pflanzen der Saison - Hibiskus

Im Berggarten sind viele pflanzliche Besonderheiten zu finden, aber auch Arten und Sorten, die für den Hobbygärtner interessant sind. Dürfen wir vorstellen:

Hibiskusblüten © Ralf Groffmann

Hibskusblüten

Ein Tropentraum: Hibiskus

Hört man den Namen Hibiskus, denkt man meist an den Chinesischen Roseneibisch, botanisch Hibiscus rosa-sinensis. Der von Linné 1753 gewählte Artname bedeutet ‚Chinesische Rose‘ und spielt auf die ostasiatische Herkunft der beliebten Zierpflanze an. Während die unzähligen Sorten vor allem die Tropen erobert haben, liegt der Ursprung der Stammart im Dunkeln.

Außerhalb der Tropen ist der Roseneibisch eine Topf- oder Kübelpflanze und wird daher im Deutschen auch Zimmer-Hibiskus genannt. Das Gehölz kann bis zu 5 Meter hoch werden und ist immergrün. Populär sind die Pflanzen aufgrund der bei guter Pflege zahlreichen, teils über 15 Zentimeter großen Blüten.

Durch Zuchtbemühungen sind vermutlich mehr als 10000 Sorten mit prächtigen, oft mehrfarbigen oder gefüllten Blüten entstanden. Allein in Hawaii gab es in den 1920-er Jahren bereits mehr als 3000 Sortennamen. Hibiscus rosa-sinensis ist zwar eine bedeutende Zierpflanze auf Hawaii , die Staatsblume ist jedoch eine andere, dort einheimische Art: Hibiscus brackenridgei.

Im Berggarten sind zwei echte hawaiianische Hibiscus-Arten zu finden: H. arnottianus als Kübelpflanze, H. waimeae im Tropenschauhaus. Weitere Arten der Tropensammlung sind H. ferrugineus, H. grandidieri und H. lavateroides. Im Freiland des Berggartens wächst der Straucheibisch (H. syriacus).

Roseneibisch ist nicht nur eine wunderschöne Zier-, sondern auch eine bedeutende Symbol- und Nutzpflanze. So spielt die Blüte eine Rolle in der Verehrung der Hindu-Göttin Devi. Blüten, Blätter und Wurzel werden gegessen, die Blüten außerdem zur Herstellung von Getränken verwendet. Der Saft der Blüten färbt Speisen, Haare und Schuhe.

Bei der Pflege dieser tropischen Schönheiten ist der hohe Wasserbedarf zu beachten. Auch mit Dünger sollte im Sommerhalbjahr nicht gespart werden. Im Sommer kann der Roseneibisch an einem sonnigen und geschützten Ort gut im Freien kultiviert werden. Im Handel werden häufig kompakte Pflanzen angeboten, die jedoch durch die Behandlung mit Wuchshemmern zustande kommen. Nach einigen Monaten zeigen die Pflanzen wieder ihren starken Längenwuchs, dem man mit regelmäßigem Schnitt Einhalt gebieten muss. Im Winter sollten 15 Grad möglichst nicht unterschritten werden.

Text: Dr. Boris Schlumpberger