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Frachtschiff auf der Leine, Lithographie nach Georg Osterwald, um 1838 © Historisches Museum Hannover

Frachtschiff auf der Leine, Lithographie nach Georg Osterwald, um 1838

300 Jahre Große Fontäne Herrenhausen

Wasserkunst durch Ingenieurtechnik

Entwicklungen der Fontänentechnik bis heute

Konsequenzen und Voraussetzungen

Um das für den Betrieb der Wassermaschine erforderliche Gefälle zu erzeugen, musste der Flusslauf der Leine aufgestaut werden. Im Juni 1817 begann zeitgleich mit der Errichtung des Maschinenhauses der Bau eines mehr als 52 Meter langen Wehres. Es ermöglichte eine Stauhöhe bis zu 3,20 Meter. Die Anlage des Wehrs hatte zur Folge, dass der Frachtschiffverkehr auf der Leine für mehr als zwei Jahrzehnte vollständig unterbunden wurde. Eine dauerhafte Durchfahrtsmöglichkeit für Schiffe entsandt 1768 durch den Bau einer hölzernen Kammerschleuse mit massiven Toreinfassungen. Sie wurde nach einem Entwurf des Hofarchitekten Johann Dietrich Heumann angelegt und 1799 in Sandstein vervollständigt.

Erneuerung Wasserleitung und Maschinenhaus 19. Jahrhundert

Zwischen der Wassermaschine, dem Wasserreservoir und den Fontänen war ein wartungsintensives und strömungstechnisch ungünstiges Leitungssystem verlegt. Es bestand aus Bleirohren. Ab 1856 wurden die Hauptleitungen durch gusseiserne Jahre aus der Egestorffschen Maschinenfabrik ersetzt. Dadurch erreichte die Fontäne eine Sprunghöhe von 47 Metern. Mit dem folgenden Neubau des Maschinenhauses wurden bis 1863 alle alten Bleileitungen auch gusseiserne ausgewechselt.

Im 19. Jahrhundert wurde die Herrenhäuser Fontäne von denen in Potsdam-Sanssouci, Kassel-Wilhelmshöhe und Paris-St. Cloud übertroffen. Bergrat Johann Carl Jordan und Baurat Heinrich Hagen entwarfen deshalb als Ersatz für die stets störanfällige barocke Wassermaschine neue Pumpen. Dadurch konnte der Strahl der Fontäne 1863 auf 52 Meter getrieben werden. Bei günstigen Bedingungen erreichte sie im Vollbetrieb sogar über 67 Meter. Der Aufnahme der neuen Maschine diente ein von 1860 bis 1863 errichtetes massives Maschinenhaus.

Fontänentechnik bis heute

Nach der preußischen Annexion des Königreichs Hannover 1866 blieb die Herrenhäuser Wassermaschine zusammen mit dem öffentlich zugänglichen Großen Garten im Besitz des Welfenhauses. Sie diente weiterhin vorrangig dem Antrieb der Fontänen. Die Wassermaschine versorgte auch den Georgengarten, den Welfengarten und den Marstall am Welfenschloss. Nach dem Übergang der Wasserkunst in das Eigentum der Stadt Hannover im März 1937 wurde der Fontänenbetrieb regelmäßig fortgeführt. Im August 1747 wurde die Anlage nach Reparaturen von Bombenschäden wieder in Betreib genommen.
Mit der Umstellung der Wasserspiele auf elektrischen Pumpenbetrieb wurde die zugehörige Pumpstation 1956 unterirdisch angelegt. Der Fontänenbetrieb erfolgt im Umwälzverfahren, so dass lediglich vom Wind verwehtes Wasser ersetzt werden muss.