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300 Jahre Große Fontäne Herrenhausen

Wasserversorgung in der frühneuzeitlichen Stadt

Sauberes Wasser war im 17. und 18. Jahrhundert ein kostbares Gut. In Städten und auf dem Land dienten Bäche, Flüsse, Seen und Brunnen der Wasserversorgung. Verunreinigungen des Grundwassers in den dicht bebauten Städten verursachten hygienische Probleme. Kanalisation gab es nicht.

Kostbares Element

Die Bewohner Hannovers, zu denen seit 1636 auch die Welfenherzöge und ihr Hofstaat gehörten, bezogen Wasser aus Brunnen und der Leine. 1535 wurde die Bornkunst errichtet, ein Pumpwerk am heutigen Friederikenplatz. Es versorgte über ein Leitungssystem den Marktbrunnen und Bürgerhäuser.

Verschwenderisch setzte Herzog Johann Friedrich (1625-1679) Wasser beim 1678 errichteten Parnass-Brunnen auf dem Neustädter Marktplatz ein. Der als Musenberg gestaltete, reich verzierte Brunnen war mit zahlreichen Springstrahlen ausgestattet.

Brunnen- und Leinewasser

Bereits in den mittelalterlichen Anfängen gruben die Stadtbewohner auf privaten Grundstücken und öffentlichen Plätzen Brunnen.

Zunächst wurden die Brunnenschächte mit Holz, später mit Bruch- und Ziegelsteinen befestigt. Da der Grundwasserspiegel in der Altstadt sank, wurden die Brunnen mit der Zeit immer tiefer angelegt. Wer keinen Zugang zu einem Brunnen hatte, nutzte Leinewasser. Dieses wurde anfangs am Wasserhof in der Nähe des Leintors von Hand geschöpft. In Fässer abgefüllt, wurde das Wasser auf einem Wagen zum Verkauf in die Stadt gebracht. 1468 wurde zur effektiveren Wasserförderung ein Schöpfrad, 1535 eine Wasserkunst errichtet.